Am 5. März 2002 hätte er seinen 95. Geburtstag feiern können. Doch am
18.1.2002 erlitt er während seines Urlaubs auf den Kanaren einen
schweren Schlaganfall. Seinen Folgen erlag er am 18.2.2002 und wurde
am 26.2.9002 auf dem St.-Barbara-Friedhof in Linz zur letzten Ruhe
geleitet.
In Turn/Teplitz-Schönau geboren, zählt Hugo Steinbach zehn Lenze als
sein Vater 1917 an der ltalienfront fällt. Die Mutter steht mit Hugo
und seiner Schwester ziemlich mittellos da. Doch sie schlagen sich
durch. Hugo tritt als Volontär bei einer Maschinenfabrik und
Mühlenanstalt ins Berufsleben. Nutzt Weiterbildung über die Höhere
Gewerbeschule und Ingenieurschule sowie Technische Hochschule Berlin
und wird Ingenieur mit Sachgebiet Schweißtechnik in den
Edelstahlwerken der Kladnoer Poldihütte. Bildet sich weiter durch die
Bergakademie in Clausthal-Zellerfeld.
1934 Vermählung, 1934 Geburt des Sohnes. Nach dem Sudetenlandanschluß
1938 unfreiwilliges Verlassenmüssen von Kladno. Im Frühjahr 1939
Angebot von Berlin nach Judenburg zu den Steirischen Gußstahlwerken.
Umzug und fortlaufender Berufsaufstieg. Zwölfmalige „uk“-Stellung in
Bezug seiner leitenden Fachposition. Juli 1944 Einberufung zu den
Gebirgsjägern nach Innsbruck. Einsätze gegen die Partisanen. In
jugoslawischer Kriegsgefangenschaft. Flucht. Am 27. Juli 1945
österreichischen Boden erreicht. Von den Engländern festgenommen. Nach
zehn Tagen "getürmt" und im zweitägigen Fußmarsch daheim in Judenburg.
Wiederaufnahme der Berufstätigkeit. 1947 Zuerkennung der
österreichischen Staatsangehörigkeit. Vom Chef der
Staatstechnologischen Abteilung Aufstieg zum Werkdirektor. Nach 33
Jahren Werkzugehörigkeit, davon 27 Jahre in leitender Position,
Pensionierung in 1972.
Familienforschung und immenses Interesse an der gemeinsamen
deutschböhmischen Heimat, übergreifend auf ganz Böhmen, führte
Steinbach zur Bischofteinitzer Heimatgemeinschaft. Stammen doch seine
väterlichen Vorfahren aus dem Ostteil des einstigen politischen
Bezirks Bischofteinitz. Das Schürfen nach "Wo-gab-es-Steinbach" uferte
bald schon sehr erfolgreich aus. Persönliche Begegnung anläßlich des
Sudetendeutschen Tages 1977 in Wien mit Besichtigung des
Kunsthistorischen Museums.
Sieben historische Ansichtskarten in Farbe von Bischofteinitz 1898 bis
1912 gaben die Idee, welche Heimatkreisbetreuer Rudolf Kiefner
realisierte: 1981 in "Bezirk Bischofteinitz" und "Kreis Bischofteinitz in alten Ansichtskarten".
Kein Geringerer als Seine Kaiserliche
Hohheit Otto von Habsburg signierte sie beim Heimatkreistreffen in
Furth im Wald. Unzählige Fotos von Reisen durch die alte Heimat,
Beschreibungen, diverse neue tschechische Werke wie z.B. "Hrady, zamky
a tvrze v Cechach, na Morave, a ve Slezku" leisteten und leisten
weiter wertvolle Dienste unseren Heimatforschern. Die von Fürst
Jaroslav von Lobkowicz (nun wieder in Krimice bei Pilsen) erstellte
Ahnentafel übersetzte unser Steinbach ins Deutsche, kaum ein
Heimatkreistreffen nicht besuchend. Der Heimatkreis Bischofteinitz
würdigte Steinbachs hervorragende Verdienste um die Heimatforschung
mit der goldenen Ehrennadel. Möge Gott der Allmächtige auch diese
guten Taten im himmlischen Reich lohnen!
Mit seiner Exaktheit, seinem Weitblick, seinem unerschöpflichen
Reichtum an Wissen und Erfahrung und nicht zuletzt seines
respektvollen und unkomplizierten Umganges mit den heutigen Bewohnern
unserer früheren gemeinsamen Heimat hat er sich uns allen als
großartiges Vorbild für immer in unsere Erinnerung eingegraben.
Die Sudetendeutschen Familienforscher verlieren mit ihm einen
bewundernswerten Menschen und Forscherkollegen. Wir werden ihm stets
ein ehrendes Andenken bewahren.
Sohn Dipl.-Ing. Peter Steinbach, Schwiegertochter Univ. -Prof. Evelyn
Steinbach, den Enkeln Michael, Eva mit Chris und Urenkel Philipp gilt
unsere aufrichtige Anteilnahme.