Die Vorträge finden statt im Staatsarchiv Oldenburg, Damm 43, 26135 Oldenburg mit Ausnahme des Vortrags 421, welcher in Delmenhorst angeboten wird.
Nr. 417 - 17. Oktober 2009: Dr. Christine Aka, Münster:
„Bauern, Kirchen, Friedhöfe – bäuerliche Repräsentationskultur in der Wesermarsch vom 17. bis 19. Jahrhundert“
Die Wesermarsch gilt als eine Region, die kulturhistorisch noch viel Unentdecktes zu bieten hat. Große Gehöfte, Kirchen
mit jahrhundertealten Kirchenstuhlrechten, Friedhöfe mit seit dem 17. Jahrhundert genutzten Grabkellern verweisen auf eine
wohlhabende und äußerst standesbewusste bäuerliche Elite.
Ein Projekt des Museumsdorf Cloppenburg, in Zusammenarbeit mit
dem Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie Münster, beschäftigt sich mit dem Alltag der bäuerlich-ländlichen Kultur
in dieser Moor- und Marschenlandschaft. Ziel des Projektes, über das bisher wenig geforscht wurde, ist es die aus
historischen Zeiten vorhandenen Objekte zu dokumentieren, zu fotografieren und zu inventarisieren.
Ein Projekt des
Museumsdorf Cloppenburg, in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie Münster, beschäftigt sich
mit dem Alltag der bäuerlich-ländlichen Kultur in dieser Moor- und Marschenlandschaft. Ziel des Projektes, über das bisher
wenig geforscht wurde, ist es die aus historischen Zeiten vorhandenen Objekte zu dokumentieren, zu fotografieren und zu
inventarisieren.
Am Beispiel einiger ausgesuchter Orte werden die überlieferten Dinge und schriftliche Quellen in Bezug
gesetzt – es sind z.B. Wirtschaftsbücher vorhanden, vereinzelt auch Inventare, Rechnungen etc. Diese Quellen nutzend, sucht
die Referentin den Weg zurück zu deren Herkunft und begibt sich, wenn dies möglich ist, auf die Höfe, zu den dort vorhandenen
Dingen, dann zu den z.T. bis heute vererbten Gräbern und auf die Spurensuche in den Kirchen.
Nr. 418 - 14. November 2009: Arno und Melitta Jensen, Bremen
„Friedrich Missler – Vom Schusterjungen zum größten Auswanderer-Agenten Bremens“
Friedrich Missler (1858 – 1922) war Sohn eines Schuhmachers in Bremen. Während einer kaufmännischen Ausbildung bei einem
Agenten erkannte er, daß sich mit der Vermittlung von Auswanderern nach Amerika gutes Geld verdienen ließ. Daher gründete
er unmittelbar nach Abschluß seiner Ausbildung eine eigene Agentur als Makler für Auswanderer.
Er war so erfolgreich,
daß er für den Norddeutschen Lloyd schon bald der wichtigste, später der ausschließliche Agent für Auswanderer aus
Ost-Europa wurde. Bis 1935 wurden über seine Agentur mehr als 1,8 Millionen Auswanderer vermittelt.
Friedrich Missler erarbeitete sich ein Vermögen, das er zum großen Teil für soziale Zwecke einsetzte, leider ging es im 2.
Weltkrieg verloren. Eine Straße in Bremen erinnert an ihn.
Der ursprünglich vorgesehene Vortrag zum OFB-Rastede
muß aus gesundheitlichen Gründen verschoben werden!
Nr. 419 - 16. Januar 2010: Gerold Diers, Sandkrug:
„Leibeigenschaftsakten als familiengeschichtliche Quelle“
Die Leibeigenschaft war vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland weit verbreitet. In den
Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst wurde sie während der dänischen Verwaltung um etwa 1700 abgeschafft.
Verschiedene,
sich aus der Leibeigenschaft ergebende Verpflichtungen, wie zum Beispiel der Freikauf oder die Zahlung von
„Sterbfalls-Geldern“ haben sich in den Akten niedergeschlagen.
Diese Akten geben uns für das 16. und 17. Jahrhundert
überraschend vielseitige Hinweise auf familiäre Zusammenhänge und Lebensumstände in unseren Dörfern. Sie ergänzen oder
ersetzen die Angaben aus den Kirchenbüchern.
Nr. 420 - 06. Februar 2010: Margarethe Pauly, Rastede:
„Friederike von Washington Herzogin von Oldenburg“
Die Referentin begibt sich auf die Spurensuche der Herzogin Friederike von Oldenburg (1820-1891), Tochter Großherzogs
Paul Friedrich August und einer Schwester Königin Amalies von Griechenland. Von ihrem Leben als Freifrau von Washington und
von ihrer Familie war bisher kaum etwas bekannt, da sie eine nicht standesgemäße Ehe mit Freiherr Maximilian von Washington
(1829-1903) eingegangen war.
Der Vater ihres Ehemanns hatte hohe Ämter im engsten Umkreis des bayerischen Königs Ludwig
I. innegehabt. Seine Familie war mit dem ersten amerikanischen Präsidenten George Washington verwandt.
Auf Gut Pöls in
der Steiermark widmete sich das Ehepaar Washington der Landwirtschaft. Auf diesem Gebiet erzielte es einerseits
außerordentliche Erfolge und Anerkennung, hatte andererseits aber bald mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Dennoch riss der Kontakt zur Oldenburger Familie nie ab.
Von den zwei Söhnen der Washingtons, George (1856-1929) und
Stefan (1858-1899), versuchte der jüngere, die Gutswirtschaft auf Pöls zu erhalten, er starb jedoch frühzeitig. Durch die
Versteigerung des Gutes sowie durch Vererbung an die Nachkommen der zweiten Ehefrau George von Washingtons aus deren erster
Ehe sind heute verstreut in Graz und der weiteren Steiermark unzählige, oft sehr wertvolle Erinnerungsstücke an die
Oldenburger Herzogstochter Friederike und ihre Schwester Königin Amalie zu finden.
Dazu zählen auch Innenansichten des
Oldenburger Schlosses von Theodor Presuhn, die Friederike von Washington nach dem Tod ihres Vaters 1853 anfertigen ließ und
die sich seit 2006 wieder in Oldenburg befinden.
Nr. 421 - Sonntag, 07. März 2010: 11-17 Uhr in Delmenhorst
Familienforschung in Delmenhorst und Umgebung, im Rahmen der Veranstaltung „Tag der Archive“ im Museum Nordwolle (Turbinenhalle) in Delmenhorst, Am Turbinenhaus 10
11:15 Uhr - Hans-Hermann Precht, Delmenhorst:
„Delmenhorster Kaufleute in der Fremde. Auf den Spuren der Unternehmerdynastie Lahusen in Argentinien“
Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Hansestadt Bremen Geschäftsbeziehungen mit Südamerika, die einen eigenen sozialen und wirtschaftlichen, Generationen über-dauernden deutschen Mikrokosmos in Buenos Aires und Argentinien entstehen ließen. Nachforschungen zu den Lebensgeschichten der ausgewanderten Kaufleute und „Estancieros“ Heinrich und Gustav Lahusen, ihrer Nachfahren und der Menschen, die ihre Wege begleiteten oder kreuzten, widerlegen die Legenden vom „unermesslichen Reichtum“ und setzen neue Schlaglichter auf die Anpassungsschwierigkeiten in der wechselhaften Entwicklung eines fernen „Einwandererlandes“.
15:00 Uhr - Gerold Ahlers, Ganderkesee:
„Frühe Seelenregister aus der Delmenhorster Umgebung“
Das Leben in und um Delmenhorst vor 350 Jahren. Vorstellung der Seelenregister von 1662 für die Gemeinden Delmenhorst -
Land, Hasbergen und Schönemoor. Gerade für Delmenhorst - Land haben die damaligen Pastoren die Bevölkerung sehr ausführlich,
manchmal gar amüsant, beschrieben..
Sämtliche Vorträge mit Ausnahme der Veranstaltung Nr. 421 finden statt an den betreffenden Sonnabenden
um 16.00 Uhr im Staatsarchiv Oldenburg, Damm 43, 26135 Oldenburg