Die Vorträge finden statt im Staatsarchiv Oldenburg, Damm 43, 26135 Oldenburg.
Davon abweichende Vortragsorte sind bei den
jeweiligen Vorträgen vermerkt.
Hinweis:
Durch die Genealogiebörse am 6. Okt. 2012 in Varel und die Vorstellung des Ortsfamilienbuchs in der Gemeinde Großenkneten am
16. Nov. 2012 fallen die Herbstvorträge im Staatsarchiv in Oldenburg aus.
Nr. 432 - Freitag, 16. November 2012: Dierk Feye, Varel:
17:00 Uhr - Konfirmandensaal Huntlosen, Bahnhofsstr. 61, Huntlosen
19:30 Uhr - Karkenhus Großenkneten, Marktplatz 5,
Großenkneten
„Das Ortsfamilienbuch der Gemeinde Großenkneten“
Das vorgestellte Ortsfamilienbuch wurde in 35-jähriger Arbeit von Dierk Feye erstellt. Es enthält Einträge der Taufen,
Heiraten, Konfirmationen und Beerdigten aus den Kirchenbüchern der Kirchspiele Großenkneten und Huntlosen im Originaltext.
Ergänzungen stammen aus standesamtlichen Urkunden ab 1876 bis zur Datenschutzgrenze. Umfangreiche Ergänzungen aus weiteren
Kirchenbüchern des Oldenburger Landes vervollständigen dieses Werk, in dem 11000 Familien und 38000 Personen auf über 7000
Seiten schnell und einfach zu finden sind.
Während des Vortrages wird die Benutzung des digitalen Ortsfamilienbuches
anhand alteingesessener Familien demonstriert.
Das vorgestellte Ortsfamilienbuch auf CD kann nach den Vorträgen für 25,- €
erworben werden.
Nr. 433 - 12. Januar 2013: Werner Menke, Jever:
„Anton Wilhelm Cramer (1777 – 1837) und Ulrich Hermann Lauts (1773 – 1838) - Zwei Vertreter des aufgeklärten jeverländischen Bürgertums im frühen 19. Jahrhundert“
Der Vortrag wird zwei heute weitgehend vergessene Vertreter der bürgerlichen Bildungsschicht des
Jeverlandes im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts vorstellen. Sowohl Ulrich Hermann Lauts als auch Anton
Wilhelm Cramer entstammen protestantischen Pfarrhäusern, beide wurden durch den Tod des Vaters in früher Jugend Halbwaisen.
Während Lauts trotz dieses Schicksalsschlages studieren konnte und selbst die theologische Laufbahn einschlug – er starb
1838 als 1. Prediger in Sillenstede -, machte der Tod des Ernährers der Familie für Cramer die Aufnahme eines Studiums
unmöglich. Er schlug eine kaufmännische Laufbahn ein, auf der er allerdings viele Fehlschläge hinnehmen musste. So wurde
er schließlich Rechnungssteller und starb als solcher 1837 in ärmlichen Umständen in Jever.
Beide Jeverländer machten sich als Verfasser mehrerer Bücher einen Namen, gemeinsam gaben sie zudem 1819 in Jever den
"Upstalsboom – eine Zeitschrift für Vaterlandes Wohl" heraus, von der allerdings nur 12 Hefte erschienen sind.
Anmerkung: Der ursprünglich für diesen Termin vorgesehene Vortrag über Peek und Cloppenburg wurde vom Referenten abgesagt.
Nr. 434 - 16. Februar 2013: Mitglieder stellen ihre Arbeiten vor:
Dr. Claudia Peplau, Nordenham:
„Die Geschichte der Arbeiterfamilie Oosterveld und Strauch in Nordenham"
In Nordenham begegnen sich Louise Strauch und der Holländer Jan Klaas Oosterveld. Sie enstammt einer Tuchmacherfamilie aus Tangermünde und er einer Familie von Tagelöhnern und Knechten aus der Provinz Groningen. Ihr gemeinsames Leben, das Schicksal ihrer zehn Kinder und der sechs Kinder der Louise aus ihrer ersten Ehe werden vor dem Hintergrund der Industriealisierung und zweier Kriege geschildert. Ihre Kinder zerstreuen sich über die ganze Welt. Genaue genealogische Angaben zu den Vorfahren seit 1750, die aus Archiven und Kirchenbüchern gewonnen wurden, Gerichtsakten, Briefe und mündliche Quellen werden für diese Familiengeschichte herangezogen.
Dr. Josef Mählmann, Tenstedt:
„Aud den Spuren der Familie Schade im Oldenburger Münsterland"
Mit der sogenannten "ritterbürtigen" Familie Schade im Niederstift Münster hat sich unser früheres Mitglied Hugo Kemkes
(1932-2009) vor einigen Jahren beschäftigt. In seinem Nachlass, der sich im Archiv der OGF befindet, fand sich ein Manuskript,
welches den Zeitraum von 1399 bis 1756 beinhaltete.
Josef Mählmann hat sich ebenfalls mit der Familiengeschichte Schade
befasst und eine umfangreiche Ausarbeitung über die Nachkommenschaft des Vogtes Otto Schade in Bokel erstellt.
Beide
Arbeiten werden als Gesamtwerk im Vortrag erläutert.
Nr. 435 - 16. März 2013: Johannes Göhler, Ringstedt:
„Ahnen und Heilige - Eine Zeitreise zum Ursprung und zur Bedeutung unserer Vornamen“
Ein Blick in die Nachschlagewerke, die den eigentlichen Sinn und die Bedeutung unserer Vornamen erklären sollen, ist oft
verwirrend. Aber engt man die Betrachtung auf das ehemalige Erzbistum Bremen ein und achtet auf die historische Abfolge der
Epochen, so klärt sich das Bild verblüffend schnell. Im Frühmittelalter haben die Sachsen ihre zweigliedrigen Namen sozusagen
im Baukastenprinzip bunt zusammengefügt. Eine kaum übersehbare Zahl von Kombinationen entstand. Besonders beliebt waren
Zusammensetzungen mit den Bezeichnungen von verehrten Tieren und mit Stolz getragenen Waffen. Diese Zeit endete im 11.
Jahrhundert. Nun gab man innerhalb der Geschlechterfolge die Namen von besonders verehrten Ahnen weiter. Sie wurden zu einem
Leitnamen, der das Geschlecht nach aussen kennzeichnete. Der Bestand an altsächsischen Vornamen reduzierte sich nun erheblich.
Erst im späten Mittelalter erreichten die biblischen Namen unsere Region und schufen eine spirituelle Beziehung zwischen den
Heiligen und den auf ihren Namen getauften Christen.
In seinem reich bebilderten Vortrag wird der Kirchenhistoriker
Johannes Göhler vor allem auf die mentalitätsgeschichtlichen Aspekte der Namensgebung eingehen. Der Ruhestandspastor hat seit
mehr als 25 Jahren Seminare und Vorträge zur Kirchengeschichte gehalten und seine Ergebnisse 2004 in einer Aufsatzsammlung
"Wege des Glaubens" veröffentlicht.
Sämtliche Vorträge, soweit nicht anders angegeben, finden statt an den betreffenden Sonnabenden
um 16.00 Uhr im Staatsarchiv Oldenburg, Damm 43, 26135 Oldenburg