Josef A U E R
(BLF-Mitglied: M-5434)
Seelenbeschreibungen
Im Staatsarchiv Nürnberg habe ich mir den kompletten Band
"Hochstift Eichstätt Literalien HEL 158"
als Mikrofilmkopie ziehen lassen. HEL 158 enthält die Seelenbeschreibung von Jahr
1741 aller zum Landogteiamt des Hochstifts Eichstätt gehörigen Dorfschaften und Einöden - mit
Ausnahme weniger domkapitlischer oder klösterlicher Orte nach folgendem Muster:
ganze, halbe Bauern, Söldner, Lehrhäusler, Gemein-Häuser mit jeweils allen im Haus
wohnenden Personen einschl. Kinder 1. Ehe, Dienstboten und Insassen mit Name, Alter,
bei Dienstboten Herkunft, bei Insassen, wovon sich sich nähren (wegen Armut!!).
Beispiel:
Georg Lanz, Maurer, 34
Maria, dessen Eheweib, 40
Insaß: dessen Schwägervater, Stephan Wender, Taglöhner, 73
sein Tochter, Walburga, 38
Insaßin: Anna, Lucas Stenzingers, gewesten Tagwerckers zu Pfünz sel. Wittib, 50 bettlet,
deren Tochter: Anna Maria, 14
Vollständig aufgeführt sind die Orte:
- Adelschlag
- Baumfeld
- Biesenhard
- Echenzell
- Eitensheim
- Erkertshofen
- Hitzhofen
- Hofstetten
- Landershofen
- Lippertshofen
- Meilenhofen
- Mühltal
- Obereichstätt
- Obermöckenlohe
- Oberzell
- Ochsenfeld
- Pfalzpaint
- Pfünz mit Almosmühle
- Pietenfeld
- Pietenfeld a.d.Leithen
- Seuversholz
- Tauberfeld
- Untermöckenlohe
- Wasserzell
- Weigersdorf
- Wintershof
- Zell a. d.Speck
Es fehlen Walting (Kloster Rebdorfisch), Inching und Buchenhüll, beide Domkapitlisch).
Auf Anfrage bin ich gern bereit, Auskunft zu geben.
Die nämlichen Seelenbeschreibungen gibt es für das gesamte Hochstift Eichstädt;
das Gebiet umfaßt nicht das Diözesangebiet, sondern nur das Gebiet, in dem der
Bischof von Eichstätt zugleich die geistliche und die weltliche Gewalt hatte,
wo er also Fürst und Bischof - Fürstbischof war.
Im Jahre 1756 wurden nochmal Seelenbeschriebe durchgeführt, allerdings mit geringerem
Informationsgehalt. Erfaßt wurden nur der Hausbesitzer und die Inwohner, letztere
allerdings mit einer sehr detaillierten und schematisierten Interrogatio, die deren
Besitzverhältnisse und damit der "Armutspotential" festhalten sollten.
Beispiel (das gleiche Haus):
Johann Stoll Söldner hat ein Söldtenhaus, wobey ein schlechtes Gärttlein ohne Stadl
und Hofraith bey ihme haltet sich seine Schwägerin Anna, weyl: Lucas Stenzingers gewest,
und vor 20. Jahren verstorbenen Tagwerchers allhier seel: nachgelassene W: auf,
item deren Tochter Anna Stenzingerin 28. jährigen Alters sambt einen unehel:
13. Wochen alten Kündt, von Mathias Ertl gewesten Dienstknecht allhier, und muess
erstern dem Allmosen nachgehen, leztern aber arbeithet hin und wieder bey denen Pauren
als Taglohn, und ? mit nächsten wieder zu dienen.
Hier liegen mir nur die Orte:
- Almosmühle
- Baumfeld
- Biesenhard
- Hitzhofen
- Hofstetten
- Landershofen
- Mühltal
- Oberzell
- Pfünz
- Pietenfeld
- Pietenfeld a. d. Leithen
- Wimpasing
- Zieglhof
- Hungerhof
vor.
Mit freundlichen Grüßen
Josef Auer
Letzte Änderung: 14-Sep-1999
Anfragen bitte per E-Mail an
Josef Auer