Forschungsstelle Niederlausitz
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BGG-FST-Niederlausitz
Landschaft Niederlausitz
(alle
Werte um 1900 nach Beuermann/Heinze: Die Provinz Brandenburg)
Die Niederlausitz (slaw. von luza - sumpfiges Bruch/Ebene)
kam erst spät zu Brandenburg. Nach kurzen historischen Zugehörigkeiten wurde
sie erst nach dem Wiener Kongress 1815 von Sachsen getrennt und der preußischen
Provinz Brandenburg angegliedert und komplettiert diese auf den Umfang bis
1945.
Im Spreewald und teilweise in den Kreisen Kalau, Kottbus, Lübben, Sorau und Spremberg sind Reste
des slawischen Volkes der Niederlausitzer Sorben ansässig, die noch ihre eigene Sprache und Kultur pflegen.
Landkreis Guben
Fläche: 1.076 km
2, Einwohner 43.200, Dörfer: 116, Gutsbezirke: 60
Städte (1):
Guben (selbstständiger
Stadtkreis
und Kreisstadtdes Landkreises), Einwohner: 33.100 (slaw. guba - Mündung, an der Mündung der
Lubis in die Neiße), wegen seiner schönen Lage „Perle der Niederlausitz"
genannt; früher bedeutender Weinbau, später Obst- und Gemüsebau und größter
Standort der deutschen Hutfabrikation.
Landschaft: Von Süd nach Nord von der
Neiße durchflossen, mündet diese an der Nordgrenze des Kreises in die
Oder. Die Neiße schneidet sich für brandenburgische Verhältnisse tief in die
Landschaft ein, so dass steile Berghänge entstehen, die im Hinterland in weite
Wiesenflächen übergehen.
Landkreis Lübben
Fläche: 1.039 km
2, Einwohner: 33.700, Dörfer: 84, Gutsbezirke: 34
Städte (3): Lübben (früher Lubin, von slaw. hluboko -tief,
also die im niedrigen Wiesengrunde erbaute Stadt, 7.000 Einw.), Lieberose (slaw.
Lubraz) und Friedland
Landschaft: Der Landkreis ist im Westen durch die Spree umflossen und im Süden
durch den Spreewald begrenzt. Im Osten nimmt die Lieberoser Hochfläche das Kreisgebiet
ein. Auffälligstes Gewässer ist der Schwielochsee im Norden des Kreises.
Landkreis Luckau
Fläche: 1.294 km
2, Einwohner: 67.550, Dörfer: 144, Gutsbezirke: 72
Städte (6): Luckau (slaw. Lukowe -Wiesenaue, 4.600 Einw., bedeutendste
Handelsstadt der Niederlausitz und Wallfahrtsort), Dahme, Golßen, Finsterwalde
(slaw. Grabyn – dichter Buchenwald), Dobrilugk (slaw. dobri luka-gute Wiese, 1.500 Einw.),
Kirchhain (traditionsreiche Gerberstadt an der Kleinen Elster) (heute Doberlug-Kirchhain)
Landschaft: Während der Norden durch die Dahmeniederung bei Golßen
gekennzeichnet ist, wird die Mitte und der Süden durch Hochflächen charakterisiert.
Fließgewässer sind von Nord nach Süd die Dahme, die Berste und die Kleine Elster.
Im Süden befinden sich Braunkohlelagerstätten.
Landkreis Kalau
Fläche: 998 km
2, Einwohner: 78.900, Dörfer: 156, Gutsbezirke: 99
Städte (5): Kalau, Lübbenau (slaw. Lubenowe – neue Stadt auf niedrigem Wiesengrund, 3.900 Einw.),
Senftenberg, Lauchhammer, Vetschau
Landschaft: Im Norden umfasst der Kreis bei Lübbenau
einen Teil des Spreewaldes. Im Süden nehmen bewaldete Hochflächen den größten
Teil der Fläche ein. Das Gebiet um Senftenberg ist vom Braunkohlentagebau
geprägt.
Landkreis Kottbus
Fläche: 835 km², Einwohner: 54.360, Dörfer: 95,Gutsbezirke:58
Städte (1): Peitz (slaw. Sulpitze – Futter am Hügel, 3.200
Einw., ehem. Festungsstadt und Eisenhammer)
Kottbus (selbstständiger
Stadtkreis und Verwaltungssitz
des Landkreises, slaw. Chosebuz - Kreisstadt, 40.000 Einw., Eisenbahnkoten,
Tuchfabrikation, Hut-, Möbel- und Maschinenindustrie)
Landschaft: Das Kreisgebiet umfasst den Ostteil des
Spreewaldes, sowie die Niederungen von Spree und Malxe, welche bei
Peitz eine ausgedehnte Teichlandschaft mit Fischwirtschaft bildet.
Landkreis Sorau
Fläche: 1.239 km
2,Einwohner: 82.430, Dörfer: 144, Gutsbezirke- 107 Städte (5):
Sorau, Gassen, Christianstadt, Triebel und Pförten
Landschaft: Das gesamte Kreisgebiet wird durch
überwiegend bewaldetes Höhenland eingenommen, welches mit dem
229m hohen Rückenberg, südlich von Sorau, die höchste Erhebung Brandenburgs
aufweist. Jeweils von Süd nach Nord wird das Gebiet im Osten von der Neiße, in der Mitte
von der Lubst und etwas westlich der Kreisgrenze vom Bober durchflossen.
Der im Westen in den Landkreis eingebettete
Stadtkreis
Forst (32.000 Einw.):
schnell angewachsene Industriestadt, genannt das „märkische
Manchester"; in etwa 100 Fabriken werden besonders Tuche leichteren
Gewebes hergestellt
Landkreis Spremberg
Fläche: 310 km
2, Einwohner: 29.500, Dörfer: 40,
Gutsbezirke: 27
Städte (1): Spremberg (heißt Spreeburg, 11.500 Einw.)
Das Spremberger Schloss soll die erste deutsche Burganlage
östlich der Elbe sein, deren Gründung durch Kaiser Arnulf im Jahre 893 erfolgte.
Haupterwerbsquelle ist die Tuchfabrikation in über 50 Fabriken.
Landschaft: Spremberg ist der kleinste Landkreis
Brandenburgs und im äußersten Süden gelegen. Sein
bewaldetes Höhenland wird von Süd nach Nord mittig von der Spree durchflossen. Das Gebiet weist
umfangreiche Braunkohlelagerstätten auf.
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