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  Letzte Änderung: 07.10.2003

 
Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde
- Sektion Genealogie -

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25 Jahre siebenbürgische Familienforschung

Von Balduin Herter

Unter dem Titel "Zwei Jahrzehnte Sektionsarbeit Genealogie und zukünftige Vorhaben" referierte der Verfasser über die Arbeit siebenbürgischer Genealogen aus der Sicht der Zentralstelle in Gundelsheim. Balduin Herter hat als scheidender Sektionsleiter für die Veröffentlichung sein Referat auf eine Übersicht über die Tätigkeit in den zurückliegenden 25 Jahren erweitert.

Die Sektion Genealogie ist als Abteilung im Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde im Jahre 1974 offiziell eingerichtet worden. Tatsächlich haben wir jedoch bereits vorher familienkundliche Daten gesammelt, Literatur angeschafft, Auskünfte erteilt und genealogische Beratungen vorgenommen. Es dürfte das Jahr 1970 als der eigentliche Beginn der genealogischen Tätigkeit in Gundelsheim zu bezeichnen sein und wir können so auf über 25 Jahre aktive siebenbürgische Familienforschung zurückblicken.

Die Genealogie stellt sich als eine Disziplin dar, die organisch in die Landeskunde eingebettet ist. Sie ist Teil der Ortsgeschichte und Landesgeschichte sowie der Sozialgeschichte und auch der Wirtschaftsgeschichte. Jeder Mensch, jede Familie ist in die Gemeinschaft, in den Raum, in die Zeit und in das politische und wirtschaftliche Geschehen einbezogen. Mit diesen Stichworten ist auch schon der Rahmen gesteckt, in dem sich unsere Familiengeschichtsforschung heute bewegt.

Bei einem Blick auf die Geschichte der Genealogie stellen wir fest, daß früher - und zum Teil auch heute noch - vor allem die Beschäftigung mit elitären Familien, dem Adel und anderen herausragenden Gruppen, im Vordergrund stand und steht. Die mit ihnen im Zusammenhang stehenden Privilegien und Machtfragen sind in unserer Betrachtungsweise zwar historische Komponenten, stellen jedoch keine Motivation für eine Familiengeschichte dar. Ebenso weisen wir ein sich abgrenzendes nationalistisches oder gar rassistisches Denken ab. Unser genealogisches Bestreben ist es, die Geschichte der Familien nüchtern nachzuzeichnen und dabei sowohl Höhen wie Tiefen zu erfassen. Erfreulicherweise erreichen wir bei einer soliden Beschäftigung mit der Familiengeschichte zugleich eine Förderung der menschlichen Zusammengehörigkeit, des Gemeinschaftssinnes, der sich sogar über Grenzen und Nationen hinweg fortsetzt.

Die Herkunftsforschung wie auch die Namenforschung zeigen uns, daß unsere Wurzeln nicht nur im deutschen Sprachraum liegen. Der Anteil von Wallonen bei der Kolonisierung Siebenbürgens, worauf schon Karl Kurt Klein (Latini in Siebenbürgen, Siebenbürgisch-sächsischer Hauskalender 1959, S. 60-80) hingewiesen hat, ist noch nicht abschließend erforscht. Später finden wir dann auch Tschechen, Ungarn, Rumänen, gelegentlich Griechen und andere Volksangehörige in unseren Familien. In wessen Adern sogar türkisches oder tatarisches Blut fließt, kann heute schwer ausgemacht werden. Neben Katholiken, Orthodoxen, Calvinisten usw. hat vermutlich, wenn auch gewiß seltener, ab und zu ein Jude bei uns eingeheiratet. Und heute?

Familienforschung in Siebenbürgen

In Siebenbürgen dürfte die Familienforschung um die Mitte des 18. Jahrhunderts eingesetzt haben. Der Kronstädter Senator Samuel Herbert von Herbertsheim (1720- 1761) legte eine Sammlung "Genealogia Brassobiaca" an, die Marcus Iglau (+1784) ergänzte und George Michael Gottlieb von Herrmann (l737-1897) unter dem Titel Genealogie der angesehensten Familien in Kronstadt, ausgearbeitet im Jahre 1803 verfaßte. Joseph Franz Trausch (1795-1871) hat diese Arbeit später noch ergänzt und seine Handschriftensammlung der Honterusbibliothek einverleibt. Eine der ersten genealogischen Veröffentlichungen finden wir 1858 über die Familie Haller von Hallerstein, leider ohne Verfassernennung, im Archiv des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde, Bd. 3, 1858. Und 1864 veröffentlicht Johann Karl Schuller als 'Sylvestergabe für Freunde und Gönner' seine Arbeit Zur Geschichte der Familie Zabanius Sachs von Harteneck. Es kann also angenommen werden, daß die Anfänge der familienkundlichen Geschichtsschreibung unter den Siebenbürger Sachsen vor rund 150 Jahren liegen. Aus der weiteren Entwicklung, die um 1888 einsetzt, sind vor allem zu nennen: Julius Gross in Kronstadt, dann Heinrich Neugeboren und Friedrich Schuller (Korrespondenzblatt des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde [fortan: Kbl.]). Nach dem Ersten Weltkrieg legte dann Johann Bredt seine beachtliche Volkskörperforschung (Breslau 1930) vor. Danach haben Wilhelm Bruckner, Arnold Arz von Straussenburg, Julius Bielz und andere solide Arbeit geleistet. Es folgten weitere namhafte Genealogen, zu denen vor allem folgende gezählt werden müssen: Johann Lehrer und Gustav Servatius in Mediasch; Albert Amlacher und Ferdinand Baumann in Mühlbach; Eduard Gusbeth, Erich Jekelius, Otto von Albrichsfeld und Joseph von Sebestyen in Kronstadt; Otto Dahinten in Bistritz; Michael Königes in Zeiden. Zu erwähnen sind ferner: Gustav Arz, Hellmut Klima, Roland Melzer, Emil Sigerus, Theobald Streitfeld und andere. Die Namen müßten fortgeführt werden. Alfred Csallner entwickelte seine breitangelegte "volksbiologische Forschung" mit nationalsozialistischem Vorzeichen. Die "Ahnenpaß"-Epoche war angebrochen. (Vgl. hierzu: Balduin Herter, Zur Familienforschung unter den Siebenbürger Sachsen, in: Siebenbürgische Familienforschung [fortan: SF] 1/1984, S. 15ff. und Bibliographie zu den genannten Autoren, in: SF 1/1984, S. 25ff.)

Hier möchte ich auch auf eine gewisse Veröffentlichungstradition hinweisen, die zwar nicht sehr umfangreich ist, aber immerhin sechzig Jahre, von 1926 bis 1986, umfaßt: Es ist die Reihe 'Zur Geschichte und Genealogie siebenbürgisch-sächsischer Geschlechter': I. Wilhelm Bruckner, Zur Geschichte der Familie von Baussnern, in: Kbl. 49/1926, S. 41-43; II. Albert Arz v.Straussenburg, Eine interessante genealogische Verbindung (Von Adam Kisling [1599-1681] bis Carl Albert Arz v. Straussenburg [1861-1918], in: Siebenbürgische Vierteljahresschrift [fortan: SVjs.] 49/1926, S. 105-107, dazu: Vom Bistritzer Patriziat im 18. Jh., in: SVjs. 55/1932, S. 384f.; III. Gustav Gündisch, Die Gotzmeister, in: SF1/1984, S. 2-14; IV. Gustav Gündisch, Der Hermannstädter Zweig der Schirmer, in: SF 2/1985, S. 59-63; V. Harald Roth, Die Familie Zabanius Sachs von Harteneck, in: SF 3/1983, S. 1-11.

Siebenbürgische Familienforschung in Deutschland

Für die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg können wir zunächst keine umfassendere familienkundliche Tätigkeit nachweisen. Einzelne Familienforscher dürften im stillen tätig gewesen sein. Hier ist Erich Phleps stellvertretend zu nennen, der bereits 1939 in Hermannstadt in einem Privatdruck über das Geschlecht Phleps aus Michelsberg berichtete und dann seine Forschungen von Nürtingen aus weiterführte. Es mag da und dort weitere familienkundliche Ansätze gegeben haben. Der Verfasser war zwischen den Jahren 1951 und 1958 im Stuttgarter Institut für Auslandsbeziehungen (fortan IfA) tätig und hat in diesen Jahren genealogische Anfragen bearbeitet, die auf die ehemalige 'Zentralkartei der Hauptabteilung Wanderungsforschung und Sippenkunde des Deutschen Ausland-Instituts' Bezug nahmen. Heute befindet sich das dort erhaltene Schriftgut im Bundesarchiv Koblenz. (Vgl. Thomas Trumpp, Genealogische Überlieferungen des ehemaligen DAI im IfA und im Bundesarchiv, in: Der Herold 4/1990, S. 120-128.) Auch die Filme der Banater Kirchenbücher lagen damals in Stuttgart in Herters dienstlichem Zuständigkeitsbereich. So ergaben sich für ihn auch erste Kontakte zu einzelnen siebenbürgischen Familienforschern.

Genealogie in Gundelsheim

Seit die 'Arbeitsstelle für siebenbürgische Forschung des IfA' 1970 die Voraussetzung für eine hauptberuflich besetzte Geschäftsstelle des AKSL und zugleich für einen Bibliotheksleiter geschaffen hatte, konnte ein kontinuierlicher Auf- und Ausbau der Siebenbürgischen Bibliothek mit Archiv auf Schloß Horneck in Gundelsheim/Neckar vorgenommen werden. Der Verfasser hat alsbald auch die Genealogie bearbeitet.

Es wurde regelmäßig einschlägige Literatur gesammelt, familiengeschichtliche Aufzeichnungen und Familienlisten zusammengetragen. Zu den ersten Materialien gehörten die der Familien Capesius, Copony, Csallner, Dahinten, Fabini, Fritsch, Honterus, Jekel-Jekelius, Phleps, Salmen, Schiel-Ganzert, Seibriger und andere. Ein herausragender Bestand ist die Sammlung Kronstädter Familienvon Erich Jekelius (ca. 130000 Bl.), die der Sohn, Kurt Jekelius, uns übergab. Von einigen Familien aus Nordsiebenbürgen haben wir weiteres Sammlungsgut erhalten. Zu den ersten auf diesem Gebiet tätigen Landsleuten gehörten Erich Alzner mit seinen diversen Reener Familientafeln und Helmut Czoppelt sowie Ernst Wagner und Jost Linkner. In der Gundelsheimer Zentralstelle gingen aufgrund von Aufrufen laufend Materialien ein. Als bekannt geworden war, daß hier eine genealogische Sammlung angelegt wurde, gingen bald Anfragen ein. So entwickelte sich mit den aktiven Familienforschern ein reger Kontakt.

Sektion Genealogie - Sitzungen und Tagungen

1973: Auf der 11. Jahrestagung des AKSL vom 2. bis 4. November 1973 in Stuttgart wurde die Anregung ausgesprochen, im Rahmen des Landeskundevereins eine Sektion Genealogie einzurichten, um so dem Interesse mehrerer Mitglieder nachzukommen (Kbl. 1973, S. 160). Im darauffolgenden Jahr, 1974, begann diese Sektion ihre Tätigkeit. Diesen genealogischen Veranstaltungen gebührt in der Berichterstattung naturgemäß ein breiter Raum. Die Protokolle weisen eine umfangreiche und thematisch breite Vielfalt auf. Die Themen umfassen: Einführung in die Familienforschung, Landesgeschichte und Familiengeschichte, Genealogie und Landeskunde, Familienforschung und Heimatforschung, Familienforschung im Rahmen der Heimatortsgemeinschaften, Familienforschung bei den Siebenbürger Sachsen, Landler-Forschung, Württemberger in Siebenbürgen, Familienforschung und Wanderungsforschung (Migrationsforschung), EDV-Genealogie. Die Liste müßte darüberhinaus erweitert werden. Die Veranstaltungen wurden als Sektionssitzungen abgehalten, zum Teil während den Jahrestagungen des AKSL oder auch gemeinsam mit der Landsmannschaft, mit den Heimatortsgemeinschaften, wiederholt mit dem Haus des Deutschen Ostens in München.

1974: Während der 12. Tagung vom 1. bis 3. November 1974 in Linz/Donau trat die Gruppe der Familienforscher zu ihrer 1. Sitzung zusammen und konstituierte sich als Sektion (Kbl.1975. S. 77). Über die Anfänge der genealogischen Tätigkeit wird dann später im Band Wege landeskundlicher Forschung, 1988 (= Siebenbürgisches Archiv Band 21, S. 144f.) berichtet. Es entfaltete sich innerhalb der Sektion Genealogie eine erfreuliche Arbeit, wobei die Gruppe zunächst während den jährlich stattfindenden Tagungen des Gesamtarbeitskreises ihre eigenen Sitzungen abhielt. Folgende Aktivitäten sind zu verzeichnen:

1975: Es berichtete Paul Gauss in der Genealogie-Sitzung im Rahmen der 13. Jahrestagung in Bonn-Bad Godesberg vom 10. bis 12.Oktober 1975 über die Tätigkeit der Sektion (Kbl. 1976. S. 106f). Balduin Herter referierte über Wanderungsforschung als genealogische Quelle (Forschungen für Volks- und Landeskunde 1977,2, S. 96ff.). Zu dieser Zeit hat sich Michael Fleischer für die Genealogie besonders eingesetzt. Ebenso befruchteten Erich Buchinger, Erich R. Berger- Damiani, Margarethe Joachim, um nur einige Namen zu nennen, die Arbeit aus eigener reicher Erfahrung. Der Verfasser koordinierte von Gundelsheim aus die genealogische Entwicklung und hat sich unter anderem der Württemberger-Wanderung nach Siebenbürgen angenommen (Balduin Herter, Wiederfinden nach 120 Jahren. Familiäre Beziehungen zwischen Siebenbürgen und Württemberg, in: Der Gemeinsame Weg 11/1978, S. 7-9).

1976: Balduin Herter, Wanderungsforschung und Familienforschung: Aus Baden und Württemberg nach Siebenbürgen. Vortrag am 22.11.1975 in Lörrach/Baden (Herold 8, H. 5/1976, S. 32).

1977: Balduin Herter, Über die familiären Beziehungen zwischen Siebenbürgen und Württemberg, Vortrag am 25.2.1977 in Stuttgart.

1978: Am l. Juli 1978 trafen sich die Genealogen in Graz im Privathaus von Dr. Erich Buchinger zu einer Besprechung, die unter anderem der Landler-Forschung galt. Auf der 16. Jahrestagung des Landeskundevereins vom 22. bis 24. September 1978 in Heidelberg befaßte sich die Sektion mit dem Thema Wanderungsforschung, wobei folgende Referate zum Vortrag kamen: Werner Hacker, Die Auswanderung aus dem badischen Breisgau, aus der Ortenau und dem Hanauerland nach Siebenbürgen im 18. Jahrhundert, Otto Mittelstraß behandelte die landeskundliche Literatur, Balduin Herter referierte über Württemberger in Siebenbürgen, Erich Buchinger trug vor: Die Weiterwanderung Kärntner Wiedertäufer von Siebenbürgen über die Walachei und Rußland nach Amerika, während Carl Göllner das Thema hatte: Rumänische Migration zwischen Siebenbürgen, der Walachei und der Moldau und Olga Valeria Zobel berichtete über: Szekler (Csangonen) in der Moldau und in der Bukowina (Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde [fortan: ZfSL] 1978, S. 189).

1980: In der Sektionssitzung des Jahres 1980 auf der 18. Jahrestagung des AKSL in Trier vom 10. bis 12. Oktober 1980 wurde ein ausführlicher Gedankenaustausch - ohne spezielle Referatsvorträge gehalten, der unter anderem zu dem Beschluß führte, in gezielten Vorhaben eine festere, verbindlichere Zusammenarbeit einzuleiten. Geplant wurde für das folgende Frühjahr eine eigene Sektionssitzung.

1981: Die Sektion tagte vom 5. bis 7. Mai 1981 in Dachau. Fragen der Quellenbeschaffung, der Systematisierung und der Organisation wurden erörtert. Wolfgang Türk gab einen Erfahrungsbericht über seine Recherchen in Kronstadt, Bartholomae und Girelsau. Michael Fleischer, der sich vor allem mit Mühlbächer Familien beschäftigte, erklärte sich bereit, das Genealogische Archiv in Gundelsheim zu bearbeiten. Er hat damals das erste Verzeichnis der in der Siebenbürgischen Bibliothek vorhandenen genealogischen ungedruckten Bestände erarbeitet (Sammlung siebenbürgischer Familienakten, Stand 1.9.1982 mit Nennung von 288 Aktenstücken; ZfSL 1981, S. 112). Im Herbst des Jahres 1981 war die Sektion auf der 19. Jahrestagung des Landeskundevereins vom 2. bis 4. Oktober 1981 in Regensburg zusammengetreten. Unter der Leitung von Michael Fleischer referierte Werner Hacker über die politischen Verhältnisse in den Heimatgebieten der Durlacher und Hanauer, Michael Fleischer berichtete über den Stand der siebenbürgischen Familienforschung. Es wurde die Herausgabe eines Genealogie-Bandes in der Reihe 'Siebenbürgisches Archiv' angeregt, der jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht erschienen ist. Auch wollte man vorhandene Unterlagen von Hermannstadt auswerten, wofür jedoch dann leider nicht die Mitarbeiter gefunden werden konnten. Von Herter wurde vorgeschlagen, Ortsbeauftragte für die Familienforschung zu gewinnen, wie sie zum Teil bereits bei den Burzenländer Nachbarschaften tätig waren.

1982: Eine separate Sitzung der Genealogen wurde im Rahmen der 20. Jahrestagung des AKSL in Münster am 24. September 1982 abgehalten. Die Sektion gedachte ihres verstorbenen Leiters Michael Fleischer. Herter mußte wieder die Leitung übernehmen. Es referierte Ernst Wagner über Heinrich Siegmund und die 'volksbiologische' Forschung in der Zwischenkriegszeit und Balduin Herter, Zur Familienforschung unter den Siebenbürger Sachsen.

1983: In der Sektionssitzung auf der 21. Arbeitskreis-Jahrestagung in Tübingen, am 14. Oktober 1983, referierten Michael Kroner, Ortsmäßige Herkunft der in den Jahren 1846-1847 in Siebenbürgen eingewanderten Schwaben und ihre Verteilung in Siebenbürgen, sowie Balduin Herter, Die Familien der Stephan Ludwig Roth-Schwabenkolonisation. Eine Hilfe für den Familienforscher (SF 1/1984, l, S. 38f.). - In München wurde am 16./17. April 1983, gemeinsam mit dem Haus des Deutschen Ostens, ein Genealogieseminar durchgeführt mit dem Generalthema "Genealogische Erfassungen bei den Siebenbürger Sachsen". Neben einigen Referaten konnten nun auch mehrere Mitarbeiter für bestimmte Orte gewonnen werden. Es wird die Frage des Einsatzes der EDV gestellt. Hans-Martin Andree trägt zum Thema Organisation und Kooperation seine Vorstellungen vor. Es kommen die Ortssippenbücher zur Sprache. Auf der 2. Tagung der Vertreter siebenbürgischer Nachbarschaften und Heimatortsgemeinschaften (HOG) vom 4. bis 6. November 1983 in Gundelsheim/Neckar referierten Hans-Martin Andree zum Thema Familienforschung und Balduin Herter über berühmte Söhne und Töchter der Heimatgemeinde (HOG-Protokoll, S. 76 bzw. 77f.).

1984: Die Vorträge auf der Grazer Sektionssitzung vom 14. September 1984, auf der 22. Jahrestagung des Landeskundevereins, hatten folgende Themen: Hans-Martin Andree, Zur genealogischen Gemeindeforschung in der Zwischenkriegszeit, und Balduin Herter, Familienforschung im Rahmen der Heimatortsgemeinschaften. Auswertung von Ahnenpässen/Beispiel Zeiden und Brenndorf (ZfSL8/1985, l, S. 122f.; SF1/1984,2, S. 88ff.).

1985: In der Sektionssitzung vom 5. Oktober 1985 in Marburg/Lahn, auf der 23. Jahrestagung, sind keine Vortrage gehalten worden. Es wurden verschiedene Themen angesprochen, unter anderem Familienwappen. Alfred Coulin regte an, Adelswappen, die noch nicht publiziert wurden, aufzuspüren und bekanntzumachen. Adam T. Szabó empfahl, Kontakte mit ungarischen Adelsfamilien, die aus Siebenbürgen stammen, aufzunehmen. Hier gibt es einige familiäre Beziehungen, wie zum Beispiel bei den Brukenthals. Im Ungarischen Landesarchiv in Budapest sind noch reiche Schätze zu heben. Die Siebenbürgische Bibliothek konnte eine wertvolle Handschrift erwerben, die einst zu den Kostbarkeiten des Baron Brukenthalischen Hausarchivs in Hermannstadt zählte. Hierüber berichtet Gustav Gündisch, Das Schirmerische Familienbuch (vgl. ZfSL 8/1985,2, S. 151 ff.).

1986: In der Sektionsveranstaltung vom 5. September 1986 in Freiburg i. Br. (24. Jahrestagung des AKSL) wurden folgende Referate vorgetragen: Rolf Eilers, Die genealogische Arbeit im südbadischen Raum unter besonderer Berücksichtigung der Badischen Ortssippenbücher und der Auswanderung nach Siebenbürgen (Abdruck in: SF 3/1986,2, S. 49ff.) und Harald Roth, Einzelzuwanderungen nach Siebenbürgen (Abdruck in: SF 4/1987, l, S. 18ff.; ZfSL 10/1987, l, S. 110).

1987: In einer Vortragsreihe der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, Landesgruppe Baden- Württemberg, fand am 20. März 1987 im Stuttgarter Haus der Heimat ein Vortrag von Balduin Herter, Genealogie und Landeskunde, statt. Und am 23. Mai 1987 hielt derselbe ein Referat Landesgeschichte und Familiengeschichte auf der Arbeitstagung der Kulturreferenten der Landesgruppe Baden-Württemberg der Landsmannschaft in Gundelsheim.

1991: Auf der 6. Tagung der Vertreter siebenbürgischer Heimatortsgemeinschaften und Nachbarschaften (HOG), vom 18. bis 20. Oktober 1991 in Gundelsheim, sprach Helmut Kelp zum Thema Erstellung von Ortssippenbüchern in Siebenbürgen (Abdruck in: HOG-Protokoll 1991, S. 122f.).

1993: Bei einem HOG-Seminar vom 15. bis 16. Mai 1993 in Nürnberg: "Orts- und Familiengeschichte als Aufgaben der Heimatortsgemeinschaften" referierte Balduin Herter zum Thema: Formen der Familienforschung auf Ortsebene. Folgende Vorträge waren Teil der 7. Tagung der Vertreter siebenbürgisch- sächsischer Heimatortsgemeinschaften und Nachbarschaften (HOG) vom 29. bis 31. Oktober 1993 in Nürnberg: Balduin Herter, Zur Familienforschung im Rahmen der Heimatortsgemeinschaften, Christian Zaminer, Wege zu einer Siebenbürgischen Genealogie-Datenbank, Hans- Günther Kessler, Familienforschung in Schirkanyen, Michael Edling, Was können wir aus den Matrikeln und dem Familienbuch erfahren? Uwe Konst, Das Familienarchiv der Mormonen (Abdruck in: HOG-Protokoll 1984, S. 35-55).

1994: Das 2. Seminar "EDV- Erfassung Genealogie" vom 19./20. November 1994 in Gundelsheim brachte folgende Berichte: Christian Zaminer, Abschlußbericht über den Modellversuch der Projektgruppe EDV- Genealogie Siebenbürgen, Harald Lienert, Aus meiner familienkundlichen Arbeit von Hamruden und Katzendorf, Karl Bertleff, Der Katalog des Genealogie-Archivs (KGA), Volkmar Kraus, Erfahrungen der Projektgruppe Ahnenforschung der Zeidner Nachbarschaft mit dem Programm AHN-DATA, Werner Klemm, Grabdenkmal-Forschung am Beispiel von Hermannstadt, Kuno Kraus, Mailbox, was ist das? und andere (Abdruck im Protokollheft der Sektion Genealogie, 20 S.).

1995: Das Münchner Seminar "Erfassung genealogischer Quellen und deren Sicherung in Siebenbürgen", vom 5. bis 7. Mai 1995 gemeinsam mit dem Haus des Deutschen Ostens und den Siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften veranstaltet, befaßte sich mit folgenden Themen: Lore Poelchau, Zur Situation der Kirchenarchive in Siebenbürgen, Paul Salmen, Neueste Erfahrungen eines Familienforschers in siebenbürgischen Archiven, Josef Kraus, Entwurf für ein Ortsfamilienbuch Talmesch. Bericht eines HOG-Genealogen, Günther und Peter Handel, Die famüienkundliche Arbeit in der HOG Heitau, Christian Zaminer und Kuno Kraus, Einführung in einen genealogischen Workshop, Werner Klemm, Stadtadreßbücher von Hermannstadt und Schäßburg als genealogische Sekundärquelle. Eine vorläufige Mitteilung, Balduin Herter, Migration vor 150 Jahren. Zur Familiengeschichte der württembergischen Zuwanderer um 1845/46 nach Siebenbürgen (Abdruck im Protokoll der Sektion, 24 S.). - Im HOG-Protokollheft "Siebenbürgisch- Sächsische Heimatortsgemeinschaften aktuell" über die 8. Tagung der HOG vom 3. bis 5. März 1995 in Fürth-Sack ist nachträglich abgedruckt: Balduin Herter, Aufgaben der Heimatortsgemeinschaften für die siebenbürgische Familienforschung (S. 68f f.; Nachdruck aus: SF12/1995, l, S. 16ff.).

1996: Im Rahmen der 34. Jahrestagung des Landeskundevereins in Leipzig fand am 14. September 1996 eine Sektionssitzung mit folgenden Referaten statt: Volkmar Weiss, Die Bedeutung der Ortsfamilienbücher (OFB) für die Gemeinde- und Heimatforschung, Harald Lienert und Christian Zaminer, Computergestützte Erstellung eines Ortsfamilienbuches für Hamruden (18.-20. Jahrhundert), Paul Kreuzer, Erfoschung der Geschichte der siebenbürgisch-sächsischen Vorfahren jenseits des Atlantischen Ozeans, Kurzbericht Balduin Herter, Die "genealogische Brücke" der siebenbürgischen Württemberger (SF 13/1996,2, S. 91f.).

1997: Am 14./15. Juni 1997 hielten wir in München ein Genealogie-Seminar "Wo steht die siebenbürgische Familienforschung heute?" ab, das zusammen mit dem Haus des Deutschen Ostens und den Siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften organisiert wurde. Die Referate werden in diesem Heft abgedruckt.

Es muß noch nachgetragen werden, daß die Sektion Genealogie und ihr Leiter nicht nur für die Sektionsmitglieder tätig war und ist, sondern darüber hinaus ständig auch Nichtmitglieder, ob Einzelforscher oder HOG-Genealogen, berät.

Zeitschrift "Siebenbürgische Familienforschung" (SF)

Am 14.10.1983 wurde in Tübingen beschlossen, eine eigene Zeitschrift, die "Siebenbürgische Familienforschung", zu gründen. Heft 1 ist im Juni 1984 erschienen. Ihr erster Schriftleiter war Hans Martin Andree, danach hat Balduin Herter die Redaktion übernommen. Ab 1997, vom 14. Jahrgang an, leitet Werner Klemm das Blatt. Es erscheinen Aufsätze zu Fragen der Genealogie und Heraldik, methodische Beiträge, Darstellungen einzelner Familien und Geschlechter, Artikel über Zuwanderungen (Migrationen), Familiennamen, Fragen zur Ortsgenealogie, über diverse Projekte, EDV- Fragen, Datenbank, dann Rezensionen, eine laufende Bibliographie, Berichte, Nachrichten, Mitteilungen, Suchanzeigen usw. Pro Jahr erscheinen 2 Hefte mit jährlich 96 Druckseiten in Kommission im Böhlau Verlag Köln Weimar Wien. Was in den ersten 10 Jahrgängen hier publiziert wurde, hat Stefan Mazgareanu in einem Gesamtinhaltsverzeichnis 1984-1993 vorgelegt (AKSL, 1994).

Eine weitere Veröffentlichung ist der Band: Siebenbürgische Familien im sozialen Wandel, in Zusammenarbeit mit Maja Philippi und Ernst Wagner, hg. von Balduin Herter. 1993, 418 S. (= Siebenbürgisches Archiv Band 27). Der Koordinator der Projektgruppe EDV-Genealogie Siebenbürgen im AKSL, Christian Zaminer, hat von 1993 bis 1995 für die Mitglieder dieser Projektgruppe sechs Rundbriefe herausgegeben.

Elektronische Datenverarbeitung (EDV)

Mit Fragen des Einsatzes der EDV in der Genealogie haben wir uns in mehreren Veranstaltungen beschäftigt. Initiator und Koordinator der Projektgruppe 'EDV- Genealogie Siebenbürgen' ist, beziehungsweise war, Christian Zaminer. In sechs Rundbriefen hat er den Teilnehmern die Möglichkeiten der mit diesem modernen Medium erreichbaren Resultate erläutert. Das verwendete AHN-DATA- Programm wird gegenwärtig erweitert. Zaminer verdanken wir damit eine Pionierarbeit in der siebenbürgischen Genealogie. Zusammen mit Harald Lienert erstellt er zur Zeit das erste Stammbuch der siebenbürgischen Gemeinde Hamruden. Den Heimatortsgemeinschaften hat dieser EDV-Modellversuch eine wertvolle Handhabe gegeben, die weiterhin nutzbar gemacht werden sollte.

Einzelforscher

Es liegt auf der Hand, daß auf dem Gebiet der Genealogie vor allem viele Einzelforscher tätig sind, die die eigene Familie oder den Familienverband bearbeiten. Wir können verständlicherweise nur eine kleine Auswahl von Namen unserer Einzelforscher nennen, wobei die Liste vor allem der Familienforscher der letzten Jahre ergänzt werden müßte: Hans Acker, Simon Acker, Richard Ackner, Erich R. Berger, Paul Binder, H. Peter Böhm, Wilhelm Bruckner, Erich Buchinger, Hans Kurt Copony, Gerhard Dick, Guido Fabritius, Johann Folea-Stamp, Gerhard Fleischer, Michael Galtz, Georg H. Gehann, Ernst Graef, Gustav Gündisch, Andreas von Hannenheim, Peter Hedwig, Hugo Heitz, Michael Hihn, Günter von Hochmeister, Margarethe Joachim, Werner Keyl, Johann Klees, Albert Klingenspohr, Michael Konnerth, Uwe Konst, Kuno Kraus, Walter Lingner, Hans Meschendörfer, Fritz Mildt, Friedrich Müller, Klaus Niedermaier, Friedrich Orendi, Dietmar Penteker, Helmut Petri, Maja Philippi, Konrad Phleps, Meta Phleps, Harald Roth, Paul Salmen, Hermann Schmidts, A. W. Schuller, Gustav Servatius, Kurt Stephani, Friedrich Töpfer, Gerhard Truetsch, Wolfgang Türk, Richard Weißkircher, Wigant Weltzer, Josef Fr. Wiener, Gruppe Zeiden. Eine Vielzahl weiterer Genealogen werden in anderem Zusammenhang genannt.

Heimatortsgemeinschaften, HOG-Genealogen

Unter der Bezeichnung "HOG-Genealogie" haben wir eine verhältnismäßig umfangreiche Tätigkeit entfaltet. Der Verfasser hat die Gesichtspunkte in einem Aufsatz Familienforschung im Rahmen der Heimatortsgemeinschaften (in: Der Gemeinsam Weg 37/1985, S. 29f. sowie in: SF 1/1984, S. 88-91) zusammengefaßt. Zwei Gemeinden haben wir in dem Beitrag exemplarisch behandelt: Josef Fr. Wiener: Zeiden, und Hermann Schmidts: Brenndorf. Ergänzend dazu sind die Hofgeschichte von Reussen (Michael Hihn) und von Zeiden (Hugo Heitz), sodann die Digitalisierung der Kronstädter Matrikelkartei (Leitung Christian Zaminer) und das oben genannte Stammbuch von Hamruden (Christian Zaminer und Harald Lienert), weiterhin das Ortsbuch von Seiden (Friedrich Orendi), die Bearbeitung von Heitau (Peter Handel), die AHN-DATA-Erfassungen von Groß-Lasseln und Dunesdorf (Georg H. Gehann) und von Reps (Meta Phleps), um nur die zur Zeit umfangreicheren zu nennen. Denn auch diese Aufzählung kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

In einigen Heimatbüchern finden wir ebenfalls wertvolle Familiendaten verzeichnet. Zwei Beispiele von nordsiebenbürgischen Gemeinden sollen stellvertretend genannt sein: Stammbaum der Waltersdorfer Familien (Hg. Johann Böhm) und Verzeichnis der sächsischen Familien von Weißkirch und deren Nachkommen (Hg. Jost Linkner).

Mittlerweile haben sich rund siebzig HOG- Genealogen gemeldet, die für ihre Heimatortsgemeinden tätig sind. Wir wollen sie demnächst mit Adressenangaben veröffentlichen, damit eine leichtere Zusammenarbeit möglich wird.

Eine anders gelagerte Entwicklung hat sich im Rahmen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen angebahnt. Michael Konnerth hat in der Kreisgruppe Göppingen zu einer familiengeschichtlichen Arbeit aufgerufen.

Migrationen (Ein- und Auswanderungen)

Unsere Migrationsforschung wird sowohl in zeitlicher Dimension wie unter geographischem Aspekt bearbeitet. Wenn wir es in früherer Zeit in erster Linie mit Zuwanderungen zu tun hatten, so sind in den letzten Jahrzehnten vor allem die Abwanderungen aus Siebenbürgen hervorgetreten. Zu dieser Thematik liegen zwar einige Arbeiten vor, aber hier bedarf es natürlich noch großer Anstrengungen. Es werden neben Gruppenzuwanderungen (Landler, Durlacher, Hanauer, Zipser, Württemberger und dann Böhmen, Mährer, Preußen usw.) viele Einzelzuwanderer bearbeitet. In dem Band Siebenbürgische Familien im sozialen Wandel (Siebenbürgisches Archiv Band 27) geben Maja Philippi (für Schlesien) und Ernst Wagner (für Oberungarn/Slowakei) instruktive Beispiele hierfür.

Die Auswanderer nach Übersee hat unlängst Paul Kreuzer in USA in Bearbeitung genommen . Zusammen mit Carol Budaker Farmer gibt er seit Frühjahr 1997 die Vierteljahreszeitschrift Transylvania Saxon Tapestry in der von ihm gegründeten Transylvania Saxon Genealogy & Heritage Society, Inc. heraus. Ein Bericht über diese Tätigkeit ist in der SF 13/1996,2, S. 76ff. abgedruckt.

Eine monographische Darstellung der Auswanderung nach Westeuropa (vor allem nach Deutschland und Österreich) steht noch aus. Unter sozialgeographischem Aspekt hat Ernst Wagner darüber gearbeitet. Vgl. dazu auch: Doris Hihn und Winfried Schenk, Aussiedlungsmotive, Standortwahl und Integration von Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Untersucht an der ehemaligen Bewohnerschaft von Reussen (in: ZfSL 19/1996,2, S. 167ff.). Hier sind natürlich die Heimatortsgemeinschaften aufgerufen, mitzuarbeiten. Man kann sich vorstellen, daß auch auf Kreisgruppen-Ebene Ergebnisse zu erreichen wären. Eigene Bemühungen in Tuttlingen, wo unsererseits ein Versuch unternommen wurde, sind leider nicht in Gang gekommen.

Heraldik

Die Heraldik spielt in der siebenbürgisch-sächsischen Familienkunde nur eine marginale Rolle. Wappen sind für manche Familienforscher aber eine faszinierende Angelegenheit. Allerdings herrscht auf diesem Gebiet viel Unwissenheit und so erleben wir manchmal blamable Ergebnisse. Es muß zu mehr Seriosität gemahnt werden. Eine Beratung ist auf diesem Gebiet besonders sinnvoll und sehr notwendig. Wappen-Institute wie Siebmacher, Dochtermann, Adler, Deutsche Wappenrolle Herold usw. sind hilfreich.

In unserer Zeitschrift "Siebenbürgische Familienforschung" drucken wir historische und auch neue Familienwappen ab, um sie hier in einer Sammlung erfassen zu können. Leider sind etliche Wappen nicht blasoniert, das heißt es fehlen die Beschreibungen über die Farben und oft herrscht bezüglich der Wappenstiftung Unklarheit. Etwa 350 Familienwappen konnten wir bisher nachweisen (vgl. SF1988 und weitere Hefte).

Es sei nur am Rande erwähnt, daß auch hinsichtlich der Territorialwappen (Ortswappen) von Siebenbürgen große Unkenntnis besteht. Heimatortsgemeinschaften legen sich gerne ein Wappen zu, ohne die Ernsthaftigkeit der Sache zu bedenken und die heraldischen Regeln zu berücksichtigen. Es ist gelegentlich direkt beschämend, was unwissende und unbelehrbare "Wappenschöpfer" sich leisten. Besonders wichtig ist für sie oft, daß das Wappen die Farben Blau und Rot enthält! (Vgl. zum Beispiel Heldsdorf und andere).

Bibliothek und Archiv

Im Siebenbürgen-Institut in Gundelsheim werden in der Siebenbürgischen Bibliothek gedruckte Literatur zur Genealogie und Heraldik und im Genealogischen Archiv handschriftliche Belege gesammelt. Karl Bertleff berichtete über den Gundelsheimer "Katalog des Genealogischen Archivs" (KGA), dessen Inhalt den Familienforscher besonders interessiert. In diesem Genealogischen Archiv ist unter anderem auf folgende geschlossene Sammlungen hinzuweisen: E. Jekelius, Kronstädter Familien; H. Schmidts, Brenndörfer Familienarchiv; E. Alzner, Sammlung Reener Familien; J. Fr. Wiener, Blätter zur Familienforschung von Zeiden; B. Herter, Sammlung Württemberger in Siebenbürgen (AII/3). Es wurde bereits weiter oben auf diese Serien hingewiesen.

Darüberhinaus ist auf die Mikrofilm-Sammlung hinzuweisen, die von nordsiebenbürgischen Gemeinden aufliegt, aber auch auf die Bestände in der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig und die Bestände der Mormonen in Salt Lake City beziehungsweise in ihren vielen Filialen. Wir berichteten über beide Sammlungen wiederholt in der SF.

Bibliographie

Seit Jahren wird vom Verfasser eine Bibliographie Siebenbürgische Genealogie (BSG) bearbeitet. In bisher 27 Folgen sind schätzungsweise über 1200 Titel nachgewiesen. Im bibliographischen Katalog in Gundelsheim liegen diese Titel in Form des Kartenkatalogs auf. Eine Veröffentlichung in Heftform wird angestrebt. Die Gliederung könnte folgendes Ordnungsprinzip erhalten: Familien, Orte, Namenkunde, Wappen, Allgemeines, Verfasser. Einen Teil davon besitzen wir digitalisiert auf Diskette.

Zusammenarbeit, Mitgliedschaften

Eine Zusammenarbeit zum Teil in Form von Mitgliedschaften praktiziert die Sektion Genealogie unter anderem mit folgenden Einrichtungen: Deutsche Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e. V., Deutsche Zentralstelle für Genealogie Leipzig, Verein für Familien- und Wappenkunde in Württemberg und Baden e. V., Herold Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften Berlin, Adler Heraldisch-Genealogische Gesellschaft Wien, Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V., Transylvania Saxon Genealogy and Heritage Society, Youngstown, Ohio, USA, Arbeitskreis Donauschwäbischer Familienforscher Sindelfingen, Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher Regensburg.

Mit rumänischen und ungarischen genealogischen Vereinen und Institutionen in Jassy und Budapest pflegen wir ebenfalls Kontakte beziehungsweise Austausch.

Wir sind offen und zu kollegialer Zusammenarbeit mit allen konstruktiven Einrichtungen bereit. Allerdings sind der Pflege von gesellschaftlichen Kontakten oft aus personellen Gründen Grenzen gesetzt.

Familienforschung in Übersee (USA, Canada)

Die Familienforschung in Übersee (USA, Canada etc.), die auch durch das Erscheinen der neuen Zeitschrift "Transylvania Saxon Tapestry" eine neue Qualität erhalten hat, bedarf heute unserer besonderen Aufmerksamkeit. Zunächst sprechen wir Paul Kreuzer und seinen Kollegen unseren ganz herzlichen Glückwunsch aus zu diesem mutigen Anfang. Wir wollen sie nach besten Möglichkeiten und Kräften unterstützen. - Wir empfehlen den Bezug der genannten Zeitschrift.

Zum Schluß

Dem Siebenbürgen-Institut hat die Sektion Genealogie am 27. Februar 1997 folgende Gegenwarts- und Zukunfts-Projekte genannt, die in Bearbeitung stehen beziehungsweise geplant sind:

  1. Migrationsforschung,
  2. Pfarrer und Lehrer der Evangelischen Kirche A. B. in Siebenbürgen,
  3. Grabsteininschriften,
  4. Erschließung kirchenarchivalischer Quellen,
  5. Bibliographie der Siebenbürgischen Genealogie,
  6. Katalog des Genealogischen Archivs,
  7. Wappensammlung,
  8. Publikation "Siebenbürgische Familienforschung".

In einer internen Besprechung am 15. Februar 1997 in Gundelsheim zwischen Prof. Dr. Paul Roth (Graz), Dr. Werner Klemm (Detmold) und Balduin Herter (Mosbach) hat Letzterer seine Funktionen als Leiter der Sektion Genealogie und als verantwortlicher Redakteur der "Siebenbürgischen Familienforschung" aus Altersgründen niedergelegt. Die Leitung der Sektion hat Prof. Roth, Mitglied des Vorstands des AKSL, übernommen. Die Redaktion unserer Zeitschrift leitet ab der Nummer 1 des 14. Jahrgangs, 1997, Dr. Klemm. Beide Herren erklärten - das muß hinzugefügt werden -, daß sie die übernommenen Funktionen noch nicht voll ausfüllen können. Der Verfasser hat sich bereiterklärt, im Übergang und so lange es seine Kräfte erlauben, weiterhin mitzuarbeiten.

Die in diesem Bericht zusammengefaßten Aktivitäten bedürfen weiterer Ergänzungen und Präzisierungen. Zugleich markiert der Bericht eine Zäsur. Wir müssen gemeinsam bemüht bleiben, die genealogische Arbeit weiterzuentwickeln und stets auf dem neuesten Stand zu halten. Dieser Rückblick soll uns helfen, die vor uns liegenden neuen Aufgaben zu erkennen und Schritte für die Zukunft einzuleiten.

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