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Übersicht:
- Diözesaneinteilung der evangelischen Kirche ab 1773
- Diözesaneinteilung der evangelischen Kirche ab 1816
- Diözesaneinteilung der evangelischen Kirche bis 1918
- Bistums- und Dekanatseinteilung der katholischen Kirche um 1772
- Bistums- und Dekanatseinteilung der katholischen Kirche ab 1821
- Weiterführende Literatur
Diözesaneinteilung der evangelischen Kirche ab 1773
Die Aufsicht über das protestantische Kirchenwesen wurde unmittelbar nach der Bildung der Provinz Westpreußen der Westpreußischen Regierung in Marienwerder übertragen, die insoweit als Konsistorialbehörde fungierte. Der Kreis Marienwerder (die Kircheninspektionen Marienwerder und Marienburg) blieb zunächst noch dem Ostpreußischen Konsistorium in Königsberg unterstellt. Die Angelegenheiten der wenigen reformierten Kirchengemeinden wurden gleichzeitig der Reformierten Kirchendirektion in Berlin übertragen. Zugleich wurden durch Ministerialerlaß vom 17. Mai 1773 Inspektionsbezirke eingerichtet, deren Aufsicht einem Geistlichen mit dem Titel Inspektor übertragen war. Die Bezirkseinteilung stellte sich wie folgt dar:
- Elbing und Territorium mit 15 lutherischen und 2 Filialkirchen;
- Marienburg und die Kirchspiele des Kleinen Marienburger Werders;
- das Große Marienburger Werder und die Gebiete Tiegenhof und Barenhof;
- die pommerellischen Kirchspiele Schöneck, Mewe, Rauden, Dirschau, Stargard, Neu Paleschken, Schönberg, Rheinfeld, Klein Katz, Bohlschau und Krockow (war reformiert und wurde ab 15. Juli 1818 Simultankirche);
- die pommerellischen Kirchspiele Konitz, Baldenburg, Hammerstein, Breitenfelde, Schönau, Elsenau, Preußisch Friedland, Peterkau und Dorsen, Bärwalde, Neuenburg (wurde bald darauf zur Schöneckschen Inspektion gelegt) und Schwetz;
- das Kirchspiel Schloppe nebst einigen in der Provinz Posen belegenen Kirchen;
- die Kirchspiele Neu Goltz, Märkisch Friedland, Brotzen, Kesburg, Lüben, Latzig, Gruno und einige in der Provinz Posen belegene Kirchen;
- die Kirchen in Graudenz, Kulm und Strasburg;
- im altpreußischen Teil der Provinz bestanden die Inspektionsbezirke Marienwerder und Riesenburg, die - soweit die Kirchen in den Ämtern Marienwerder und Riesenburg lagen - bis 1781, bzw. - soweit die Kirchen in den Erbämtern Schönberg und Deutsch Eylau lagen - bis 1804, den ostpreußischen Kirchenbehörden unterstanden.
Nach der Angliederung von Danzig an Preußen (1793) wurde zusätzlich die Inspektion Stolzenau eingerichtet und 1801 geteilt in die Inspektionen von Danzig, Danziger Höhe, Danziger Nehrung und Danziger Werder.
Die Angliederung von Thorn an Preußen (1793) veranlaßte die Vereinigung der dortigen Kirchen mit der Inspektion von Bromberg. Bis zur Neubildung der Provinz Westpreußen im Jahre 1815 haben die Benennungen der Inspektionskreise und die Zugehörigkeit der Kirchen in mehreren Fällen gewechselt.
Diözesaneinteilung der evangelischen Kirche ab 1816Nach der Einrichtung eines Konsistoriums in Danzig im Jahre 1816 wurde der Umfang der Kirchenkreise mit ihrer Zugehörigkeit zu den Regierungsbezirken in Übereinstimmung gebracht. Danach bestanden in der Provinz ab 1816 zunächst 15 Diözesen, denen die nachstehend genannten Kirchengemeinden zugeordnet waren.
Regierungsbezirk Danzig
- Diözese Danzig-Stadt mit den elf städtischen Kirchen und den Kirchen von Weichselmünde und Hela;
- Diözese Danziger Höhe mit Gischkau, Löblau, Müggenhal, Ohra, Praust und Wonneberg;
- Diözese Danziger Nehrung mit Bohnsack, Kobbelgrube, Pröbernau und Schönbaum;
- Diözese Danziger Werder mit Gottswalde, Groß Zünder, Güttland, Käsemark, Letzkau, Nassenhuben, Osterwick, Reichenberg, Stüblau, Trutenau, Wossitz und Wotzlaff;
- Diözese Dirschau mit Berent, Bohlschau, Dirschau, Klein Katz, Neu Paleschken, Putzig, Rambeltsch, Rheinfeld, Schönberg, Schöneck, Sobbowitz und Stargard;
- Diözese Elbing mit den fünf städtischen Kirchen und denen zu Fürstenau, Groß Mausdorf, Jungfer, Lenzen, Neuheide, Pomehrendorf, Preußisch Mark, Trunz und Zeyer;
- Diözese Marienburg mit Altfelde, Fischau, Katznase, Lichtfelde und Loosendorf (beide an sich zum Regierungsbezirk Marienwerder gehörig), Marienburg, Stalle und Thiensdorf;
- Diözese Neuteich mit Altmünsterberg, Barenhof, Barendt, Fürstenwerder, Groß Lesewitz, Groß Lichtenau, Kunzendorf, Ladekop, Marienau, Neukirch, Neuteich, Schadwalde, Schöneberg, Tannsee, Tiegenhof, Tiegenort und Wernersdorf.
Regierungsbezirk Marienwerder
- Diözese Bischofswerder mit Bellschwitz, Bischofswerder (und Groß Peterwitz), Deutsch Eylau, Freystadt, Gollub, Groß Leistenau (und Groß Ksionsken <Hohenkirch>), Groß Plauth, Groß Tromnau (und Neudörfchen), Klein Tromnau, Langenau (und Goldau), Lautenburg (und Löbau), Raudnitz (und Frödenau), Sommerau (und Groß Herzogswalde), sowie Strasburg;
- Diözese Konitz mit Bärenwalde (nebst Stolzenfelde und Klausfelde), Baldenburg, Breitenfelde (nebst Krummensee, Wusters, Gotzkau, Groß Peterkau und Darsen), Elsenau (nebst Ruthenberg, Rittersberg und Pagdanzig), Hammerstein (nebst Wehnershof), Jaschienitz, Konitz, Landeck, Preußisch Friedland, Schönau (nebst Demmin), Schwetz (nebst Bukowitz) und Tuchel;
- Diözese Deutsch Krone mit Brotzen (nebst Marchlin, Prochnow, Petznik und Zacharin), Deutsch Krone, Jastrow, Latzig (nebst Langhof und Hansfelde), Lüben (nebst Hohenstein und Appelwerder), Märkisch Friedland (nebst Henkendorf, Wordel, Lobitz und Zadow), Neugolz (nebst Kesburg, Hoffstädt, Damlang, Klausdorf und Daber), sowie Schloppe (nebst Eichfier, Buchholz, Drahnow, Zützer, Gollin und Tütz;
- Diözese Kulm mit Graudenz, Kulm, Kulmsee, Mewe, Neuenburg, Rauden und Rehden, sowie der dieser Diözese 1820 zugeordneten Kirchen in Jaschienitz und Schwetz;
- Diözese Flatow mit Flatow, Grunau (nebst Batrow und Marienfelde), Krojanke, Tarnowke (nebst Ossowke und Petzewo), Vandsburg (nebst Pempersin) und Zempelburg;
- Diözese Marienwerder mit Christburg, Finkenstein (nebst Groß Albrechtau), Garnsee (nebst Niederzehren), Groß Krebs, Groß Nebrau, Groß Rohdau, Marienwerder, Riesenburg (nebst Dakau), Riesenkirch (nebst Riesenwalde), Rosenberg und Stuhm (nebst Kletzewko);
- Diözese Thorn mit Gremboczin (nebst Rogowo und Leibitsch), Gurske und den städtischen Kirchen in Thorn.
Diözesaneinteilung der evangelischen Kirche bis 1918
Infolge der starken Zunahme der Kirchengemeinden und der Neueinrichtung von Pfarrbezirken hat noch im 19. Jahrhundert eine Neueinteilung der Diözesen stattgefunden. Neben einer reformierten Kircheninspektion für die reformierten Kirchengemeinden in Danzig (Peter-Paul), Elbing und Thorn, bestand für das 17. Armeekorps auch eine Militärkircheninspektion für die Divisonspfarrer in Danzig, Deutsch Eylau, Graudenz und Thorn, sowie die mit der Militärseelsorge beauftragten Zivilgeistlichen in Hammerstein, Kulm, Marienburg, Marienwerder, Osterode/Ostpreußen, Preußisch Stargard, Riesenburg, Rosenberg, Soldau/Ostpreußen, Stolp/Pommern und Strasburg. Unter Beibehaltung der Gliederung nach Regierungsbezirken bestanden bis Ende 1918 die nachstehend genannten 20 Diözesen mit den einzelnen evangelischen Pfarr- und Kirchengemeinden:
Regierungsbezirk Danzig
- Diözese Danzig-Stadt: St. Barbara (2), St. Bartholomäi, St. Johann (2), St. Katharinen (2), Hl. Leichnam, St. Marien (3), St. Salvator, St. Trinitatis (2), Diakonissenhauskirche (2), Heubude, Lutherkirche Langfuhr (2), Christuskirche Langfuhr, Neufahrwasser, Schidlitz, Weichselmünde;
- Diözese Danziger Höhe: Dirschau, Gischkau, Kladau, Löblau, Meisterswalde, Müggenhahl, Ohra, Praust, Rambeltsch, Sobbowitz, Wonneberg, Groß Turse, Swaroschin;
- Diözese Danziger Nehrung: Bahrenhof (mit Fürstenwerder), Bohnsack, Neukrug, Pröbbernau, Schönbaum, Schöneberg, Steegen, Tiegenhof, Tiegenort;
- Diözese Danziger Werder: Gottswalde, Güttland, Käsemark, Letzkau, Osterwick, Reichenberg, Stüblau, Trutenau, Wossitz, Wotzlaff, Groß Zünder;
- Diözese Elbing: Hl. Dreikönige (2), Hl. Leichnam (2), St. Annen (2), St. Marien (3), St. Paulus, Fürstenau, Jungfer, Lenzen mit Dörbeck, Groß Mausdorf, Neuheide, Pomehrendorf, Preußisch Mark, Trunz, Zeyer;
- Diözese Karthaus: Hoppendorf, Karthaus, Mariensee, Mirchau, Rheinfeld, Schönberg, Sierakowitz, Stendsitz, Sullenschin;
- Diözese Marienburg: Altfelde, Barendt, Fischau, Gnojau, Katznase, Kunzendorf, Ladekopp, Groß Lesewitz, Groß Lichtenau, Marienau, Marienburg, Neukirch, Neuteich,Prangenau, Schadwalde, Stalle, Tannsee, Thiensdorf, Wernersdorf;
- Diözese Neustadt: Bohlschau, Friedenau, Hela, Klein Katz, Krockow, Lessnau, Neustadt, Oliva, Putzig, Rahmel, Smasin, Zoppot;
- Diözese Stargard-Berent: Berent, Bordzichow, Grüntal, Hütte, Krangen, Lippusch, Neubarkoschin, Neu Paleschken, Neufietz, Pogutken, Poldersee, Preußisch Stargard, Schöneck, Skurz.
Regierungsbezirk Marienwerder
- Diözese Briesen: Briesen, Gollub, Goßlershausen, Hohenkirch, Osterbitz, Rheinsberg, Schönsee, Villisass, Wittenburg;
- Diözese Deutsch Krone: Brotzen (mit Machlin), Deutsch Krone, Eichfier (mit Buchholz und Jagolitz), Groß Wittenberg (mit Kappe und Rose), Groß Zacharin (mit Doderlage, Flacksee und Klein Zacharin), Jastrow (mit Plietnitz und Straßfort), Latzig (mit Hansfelde und Damlang), Lebehnke, Lüben (mit Appelwerder Hohenstein, Petznik und Prochnow), Märkisch Friedland (mit Henkendorf, Wordel und Zadow), Neugolz (mit Klausdorf, Hoffstädt und Keßburg), Rosenfelde (mit Schrotz), Schloppe (mit Drahnow, Gollin, Trebbin), Tütz (mit Preußendorf), Zippnow (mit Rederitz und Neu Zippnow), Zützer;
- Diözese Flatow: Flatow mit Kleschin (2), Groß Loßburg, Grunau (mit Battrow und Marienfelde), Kamin, Königsdorf, Krojanke, Obendorf-Sossnow, Sypniewo, Tarnowke (mit Ossowke, Sakollnow und Petzewo), Vandsburg (mit Pempersin und Sittnow), Zempelburg;
- Diözese Konitz: Bagnitz, Czersk, Friedrichsbruch, Groß Schliewitz, Iwitz,Kensau, Konitz (2), Mockrau, Rittel, Tuchel;
- Diözese Kulm: Graudenz (3), Groß Leistenau, Groß Lunau, Kokotzko, Kulm (2), Lessen, Lissewo, Mockrau, Piasken-Rudnick, Plutowo-Trebis, Rehden;
- Diözese Marienwerder: Christburg (2), Garnsee, Groß Krebs, Groß Nebrau, Groß Tromnau (mit Neudörfchen), Lichtfelde, Losendorf, Marienwerder (3), Mewe (mit Münsterwalde), Niederzehren, Rehhof, Sedlinen, Rauden, Stuhm;
- Dözese Rosenberg: Belschwitz (mit Klein Tromnau), Bischofswerder (mit Groß Peterwitz), Deutsch Eylau (2), Finckenstein (mit Groß Albrechtau), Freystadt (mit Groß Plauth und Guhringen), Groß Rohdau (mit Dakau), Langenau (mit Goldau), Raudnitz (mit Frödenau), Riesenburg (2), Riesenkirch (mit Riesenwalde), Rosenberg, Sommerau (mit Groß Herzogswalde);
- Diözese Schlochau: Baldenburg, Barkenfelde, Elsenau (mit Bärenwalde und Ruthenberg), Flötenstein, Groß Peterkau (mit Heidemühl), Hammerstein (mit Wehnershof), Landeck (mit Prützenwalde, Krummenfließ, Breitenfelde und Krummensee), Prechlau, Preußisch Friedland (2), Sampohl, Schlochau, Schönau (mit Demmin und Dolgen), Stegers (mit Gotzkau und Rittersberg);
- Diözese Schwetz: Bukowitz, Bülowsheide, Gruppe, Grutschno, Jeschewo, Lianno, Lubiewo, Neuenburg, Osche, Schirotzken, Schmentau, Schwetz (2), Waldau, Warlubien;
- Diözese Strasburg: Forsthausen, Gorzno, Griewenhof, Grischlin, Hermannsruhe, Konojad, Lautenburg (mit Langendorf und Kolonie Brinsk), Löbau, Lonkorsz, Neumark, Strasburg (2);
- Diözese Thorn: Groß Bösendorf, Gostgau, Grabowitz, Gramtschen (mit Groß Rogau und Leibitsch), Gurske, Kulmsee, Lulkau, Ostrometzko, Ottlotschin, Podgorz, Rentschkau, Rudak-Stewken, Seglein, Thorn-Altstadt (2), Thorn-Neustadt, Thorn-St. Georg.
Bistums- und Dekanatseinteilung um 1772
Zur Zeit der Angliederung Westpreußens an Preußen unterstanden die katholischen Kirchengemeinden sechs bischöflichen Sprengeln, die ihren Sitz teilweise außerhalb Westpreußens hatten, namentlich die Sprengel der Bischöfe von Posen, Plock und Kujawien, sowie der des Erzbischofs von Gnesen. Bei den inländischen Bischöfen handelte es sich um diejenigen von Ermland und Kulm. Die Dekanatseinteilung zur Zeit der Angliederung an Preußen stellte sich im Jahre 1772 wie folgt dar:
Bistum Posen
Zum Bistum Posen gehörten seinerzeit die Dekanate Deutsch Krone und Czarnikau.
Das Dekanat Deutsch Krone umfasste vom späteren Westpreußen die Pfarreien Deutsch Krone, Jastrow, Klein Nakel, Lebehnke, Marzdorf, Schrotz, Tütz, Zippnow, sowie die zum Teil westpreußische Pfarrei Schneidemühl. Zum Dekanat Czarnikau gehörte die westpreußische Pfarrei Schloppe.Bistum Plock
Dem Bistum Plock unterstand das Dekanat Gorzno mit den westpreußischen Pfarreien Gorczenica (Groß Gorschen), Gorzno, Grazawy (Grondzaw), Jastrzembie, Polnisch Brzozie und Szczuka.Erzbistum Gnesen
Aus dem Erzbistum Gnesen gehörten acht Pfarreien des Dekanates Lobsens zu Westpreußen, nämlich Flatow, Glubczyn, Groß Butzig, Krojanke, Radawnitz, Slawianowo, Sypniewo und Zakrzewo. Zu Westpreußen gehörte weiterhin das Dekanat Schlochau mit den Pfarreien Baldenburg, Borzyszkowo, Flötenstein, Förstenau, Hammerstein, Heinrichswalde, Groß Konarzyn, Konitz, Prechlau, Preußisch Friedland und Schlochau, das Dekanat Tuchel mit den Pfarreien Gersdorf, Jehlenz, Lichnau, Liebenau (Gostoczyn), Neukirch, Osterwick, Reetz und Tuchel, sowie das Dekanat Vandsburg mit den Pfarreien Kamin, Pruszcz, Vandsburg, Waldau und Zempelburg.Bistum Ermland
Dem Bistum Ermland unterstanden aus Westpreußen nur die Pfarreien Elbing, Neukirch und Tolkemit.Bistum Kujawien (auch Leslau bzw. Wloclawek)
Ein sehr großer Teil der westpreußischen Pfarreien gehörte dem Bistum Kujawien an, das nach dem Sitz des Bischofs auch Bistum Leslau oder Bistum Wloclawek genannt wurde. Die kujawischen Anteile schieden sich in einen östlichen und einen westlichen Anteil.
Ostteil
Den östlichen Anteil bildeten die Dekanate Kruschwitz, Inowrazlaw (Hohensalza), und Gniewkowo (Argenau). Von diesem Anteil gehörten zu Westpreußen nur die beiden zum Dekanat Gniewkowo gehörigen Pfarreien Neugrabia und Podgorsz, die allerdings durch Patent vom 15. Mai 1815 als das sogenannte "Neue Gebiet" mit Westpreußen vereinigt wurden.
Westteil (Archidiakonat Pommerellen)
Den Hauptanteil vom Bistum Kujawien bildete das Archidiakonat Pommerellen, es bestand aus neun Dekanaten:
- Dekanat Danzig mit den Danziger Kirchen, namentlich der Königlichen Kapelle, Altschottland, St. Brigitten, die Dominikanerkirche, die Karmeliterkirche und die Kirche zu Stolzenberg, die untereinander keinen abgegrenzten Pfarrsprengel und keine eingepfarrten Dörfer hatten, ferner die Pfarreien St. Albrecht, Kladau, Kölln, Langenau, Mariensee,Mattern, Oliva, Prangenau, Quaschin und Zuckau;
- Dekanat Dirschau mit den Pfarreien Dirschau, Gardschau, Gartschin, Gemlitz, Mühlbanz, Niedamowo, Schöneck, Subkau, Groß Trampken und Wischin;
- Dekanat Lauenburg mit der Pfarrei Bruß, alle übrigen Pfarreien dieses Dekanats liegen in Pommern;
- Dekanat Mewe mit den Pfarreien Dzierondzno, Groß Falkenau, Groß Gartz, Adlig Liebenau, Mewe, Neukirch, Pehsken, Pelplin, Ponschau und Raikau;
- Dekanat Mirchau mit den Pfarreien Alt Grabau, Berent, Chmielno, Gorrenschin, Lippusch, Lusin, Sierakowitz, Stendsitz und Strepsch;
- Dekanat Neuenburg mit den Pfarreien Barloschno, Kirchenjahn, Groß Kommorsk, Lalkau, Lubin, Neuenburg, Pienonskowo, Groß Plochotschin und Skurz;
- Dekanat Putzig mit den Pfarreien Mechau, Neustadt, Oxhöft, Putzig, Putzig-Heisternest, Rahmel, Schwarzau, Tillau und Zarnowitz;
- Dekanat Schwetz mit den Pfarreien Groß Bislaw, Dritschmin, Grutschno, Jeschewo, Lubiewo, Niewiescin (Rasmushausen), Osche, Groß Lonk, Przysiersk (Heinrichsdorf), Groß Schliewitz, Schwekatowo, Schwetz, Schirotzken und Topolno;
- Dekanat Stargard mit den Pfarreien Alt Kischau, Bobau, Czersk, Klonowken, Kokoschken, Pogutken, Pinschin, Stargard und Zblew (Hochstüblau).
Bistum Kulm
Der verbleibende Teil Westpreußens wurde vom Bistum Kulm - benannt nach dem "Kulmerland", nicht nach der Stadt Kulm (!) - erfasst. Die Bischöfe von Kulm verwalteten auch die katholisch gebliebenen Bereiche des erloschenen früheren Bistums Pomesanien. Zum Zuständigkeitsbereich gehörten demgemäß 12 Dekanate der Kulmischen und 5 Dekanate der Pomesanischen Diözese.
Diözese Kulm
- Dekanat Briesen mit den Pfarreien Briesen, Chelmonie (Colmansfeld), Dembowalonka (Wittenburg), Kowalewo (Schönsee), Neudorf, Niedzwiedz (Bahrendorf), Orzechowo (Groß Orsichau), Plusnitz (Pfeilsdorf) und Rynsk (Rheinsberg);
- Dekanat Gollub mit den Pfarreien Gollub, Pluskowenz, Groß Radowosk und Wrotzk;
- Dekanat Graudenz mit den Pfarreien Blendowo (Blandau), Graudenz und Mockrau;
- Dekanat Kulm mit den Pfarreien Althausen, Groß Czyste, Kijewo, Kulm, Lissewo, Schöneich, Sarnowo (Sarnau) und Wabcz;
- Dekanat Kulmsee mit den Pfarreien Biskupice (Biskupitz), Dzwierzno (Schwirsen), Gronowo, Grzybno (Griebenau), Grzywna, Kielbasin, Kulmsee, Nawra, Papowo (Papau), Unislaw und Wielkalonka;
- Dekanat Lautenburg mit den Pfarreien Boleszyn (Bolleschin), Lautenburg, Mroczno, Radosk und Wlewsk;
- Dekanat Lessen mit den Pfarreien Lessen, Roggenhausen, Schönbrück, Groß Schönwalde und Schwenten;
- Dekanat Löbau mit den Pfarreien Grabau, Grodziczno, Kazanitz, Löbau, Pratnica (Pronikau), Rosenthal, Rumian, Samplawa und Zwiniarz;
- Dekanat Neumark mit den Pfarreien Deutsch Brzozie, Kauernik, Lippinken, Neumark, Radomno, Schwarzenau, Skarlin und Tillitz;
- Dekanat Rehden mit den Pfarreien Burstinowo (Fürstenau), Grutta, Jablonowo (Goßlershausen), Linowo, Okonin, Ostrowitt, Plowenz (Groß Plowenz) und Rehden;
- Dekanat Strasburg mit den Pfarreien Bobrowo (Bobrau), Groß Kruschin, Lemberg, Mszano, Niezywienc, Pokrzdowo und Strasburg;
- Dekanat Thorn mit den Pfarreien Czarnowo (Scharnau), Czarze (Scharnese), Lazyn (Lonzyn), Ostrometzko, Swierczynki, Thorn-St. Johann, Thorn-Vorstadt und Thornisch-Papau.
Diözese Pomesanien
- Dekanat Christburg mit den Pfarreien Altmark, Christburg, Fischau, Königsdorf, Lichtfeld, Notzendorf, Posilge, Schönwiese und Thiergart;
- Dekanat Fürstenwerder mit den Pfarreien Fürstenwerder, Ladekop, Marienau, Schöneberg, Tannsee und Tiegenhagen;
- Dekanat Marienburg mit den Pfarreien Gnojau, Marienburg, Milenz, Groß Montau und Wernersdorf;
- Dekanat Neuteich mit den Pfarreien Barent, Kunzendorf, Groß Lesewitz, Groß Lichtenau, Neukirch und Neuteich;
- Dekanat Stuhm mit den Pfarreien Deutsch Damerau, Kalwe, Pestlin, Stuhm und Tiefenau.
Bistums- und Dekanatseinteilung ab 1821
Die vorstehend dargestellte Gliederung der katholischen Kirche in Westpreußen hat bis zum Erlaß der päpstlichen Bulle "De salute animarum" vom 16. Juli 1821, bzw. deren Inkrafttreten am 23. August 1821, mit nur unwesentlichen Modifikationen Bestand gehabt. Die Bulle schuf unter neuer Grenzziehung die Diözesen Trier, Köln, Paderborn und Münster als erzbischöfliche Provinz Köln, die Diözesen Gnesen-Posen und Kulm als erzbischöfliche Provinz Gnesen und die exemten Bistümer Breslau und Ermland. Das Gebiet Westpreußens war seither zum überwiegenden Teil dem Bistum Kulm und zu kleineren Teilen dem Bistum Ermland und dem neu errichteten Erzbistum Posen-Gnesen zugewiesen. Danach ergab sich - bis zum Ende des ersten Weltkrieges nahezu unverändert - folgende Zugehörigkeit westpreußischer Gemeinden:
Erzbistum Posen-Gnesen
- Dekanat Czarnikau
mit Schneidemühl/Posen (mit einigen eingepfarrten westpreußischen Ortschaften an der Südgrenze des Landkreises Deutsch Krone), Krummfließ;- Dekanat Deutsch Krone
mit den Pfarreien Deutsch Krone, Jastrow, Lebehnke, Marzdorf, Mellentin, Klein Nakel, Rose, Schloppe, Schrotz, Tütz und Zippnow;- Dekanat Argenau (Gniewkowo)
mit den Pfarreien Podgorz und Neugrabia.Bistum Ermland
- Dekanat Elbing
mit den Pfarreien Elbing, Neukirch-Höhe und Tolkemit;- Dekanat Marienburg
mit den Pfarreien Fischau, Gnojau, Königsdorf, Königsdorf, Kunzendorf, und Liessau, Groß Lesewitz, Marienburg, Mielenz und Alt Münsterberg, Groß Montau, Notzendorf, Thiergart und Wernersdorf;- Dekanat Neuteich
mit den Pfarreien Barendt, Fürstenwerder und Bärwalde, Ladekopp und Orloff, Groß Lichtenau, Marienau und Tiege, Neukirch, Neuteich, Schönberg und Schönsee, Tannsee, Tiegenhagen und Tiegenhof;- Dekanat Stuhm
mit den Pfarreien Altmark mit Neumark, Boenhof, Christburg mit Baumgarth, Deutsch Damerau, Kalwe mit Schroop, Lichtfelde, Marienwerder, Pestlin mit Peterswalde, Posilge, Riesenburg, Schönwiese, Stuhm mit Stuhmsdorf, Tiefenau mit Straszewo.
Bistum Kulm
Das Bistum Kulm ging durch den Einschluß der pommerellischen Dekanate Lauenburg und Fordon, sowie den 1861 bewirkten Anschluß eines aus Pfarreien der ostpreußischen Kreise Neidenburg, Osterode und Mohrungen gebildeten Dekanates, der den Namen Pomesanien erhielt und dem auch die Pfarrei Bialutten im Kreise Neidenburg zugewiesen wurde, über die politische Provinzgrenze Westpreußens hinaus. Es bestanden die nachfolgend genannten 25 Dekanate mit folgenden Pfarreien:
- Dekanat Briesen
mit den Pfarreien Bahrendorf (Niedzwiedz), Blandau (Blendowo), Braunsfelde (Lopatken), Briesen (Wabrzezno, Fredecum), Königlich Neudorf, Orsichau (Orzechowo), Pfeilsdorf (Pluznica), Rheinsberg (Rynsk) und Wittenburg (Dembowalonka);- Dekanat Danzig I
mit den Pfarreien Alt Schottland, Danzig-St.-Albrecht, Danzig-St.- Brigitten, Danzig-St.-Joseph, Danzig-Königliche-Kapelle, Danzig-St.-Nicolai, Danzig-Neufahrwasser, Langenau und Wotzlaff;- Dekanat Danzig II
mit den Pfarreien Groß Katz, Kölln, Matern, Meisterswalde, Nieder Prangenau, Oliva, Quaschin (Chwaszczyno), Schönwalde, Seefeld (Przodkowo) und Zuckau;- Dekanat Dirschau
mit den Pfarreien Dirschu (Tczew), Gardschau (Godziszewo), Gartschin (Garczyn), Gemlitz, Kladau, Liebschau (Lubiszewo), Mühlbanz, Niedamowo (Jadamy), Schöneck, Subkau, Groß Trampken und Wischin;- Dekanat Gollub
mit den Pfarreien Colmansfeld (Chelmonie), Gollub, Lobedau (Lobdowo), Pluskowenz, Groß Radowisk, Schönsee (Kowalewo) und Wrotzk;- Dekanat Gorzno
Gorzno, Grondzaw, Jastrzembie, Polnisch Brzozie und Szczuka;- Dekanat Kamin
mit den Pfarreien Groß Butzig, Damerau, Flatow, Glubczyn, Kamin, Krojanke, Lutau, Radawnitz, Slawianowo, Sypniewo, Vandsburg, Zakrzewo und Zempelburg (Sepolno);- Dekanat Kulm
mit den Pfarreien Althausen (Starogrod), Groß Czyste, Kijewo, Kulm (Chelmno), Lissewo, Sarnau (Sarnowo), Schöneich und Wabcz;- Dekanat Kulmsee
mit den Pfarreien Biskupitz Griebenau (Grzybno), Gronowo, Grzywna, Kielbasin, Kulmsee (Chelmza), Nawra, Bischöflich Papau, Schwirsen (Dzwierzno), Unislaw und Wielkalonka;- Dekanat Lauenburg
mit den Pfarreien Bernsdorf und Roslasin;- Dekanat Lautenburg
mit den Pfarreien Bolleschin, Lautenburg (Lidzbark), Mroczno und Radosk;- Dekanat Lessen
mit den Pfarreien Graudenz, Lessen, Mockrau, Roggenhausen, Groß Schönbrück, Groß Schönwalde und Schwenten;- Dekanat Löbau
mit den Pfarreien Deutsch Eylau, Grabau, Grodziczno, Kazanitz, Löbau, Pronikau (Pratnica), Rosenberg, Rosenthal, Rumian, Samplawa und Zwiniarz;- Dekanat Mewe
mit den Pfarreien Dzierondzno (Dzierzazno), Groß Falkenau, Groß Gartz, Johannisdorf, Adlig Liebenau, Mewe (Gniew), Neukirch, Pehsken (Piaseczno), Pelplin, Ponschau, Raikau und Schwarzwald (Czarnylas);- Dekanat Mirchau
mit den Pfarreien Alt Grabau (Grabowo), Berent, Chmielno, Gorrenschin, Gowidlino, Karthaus, Lippusch, Lusin, Parchau, Sianowo, Sierakowitz, Stendsitz, Strepsch und Sullenschin;- Dekanat Neuenburg
mit den Pfarreien Barloschno, Kirchenjahn (Jania), Groß Komorsk, Lalkau, Groß Lubin, Neuenburg (Nowe), Osiek, Pienonskowo, Groß Plochotschin, Groß Sibsau (Bzowo) und Skurz;- Dekanat Neumark
mit den Pfarreien Bischofswerder, Deutsch Brzozie, Kauernik (Kurzctnik), Lippinken, Neumark (Nowe miasto); Radomno, Schwarzenau, Skarlin und Tillitz (Tylice);- Dekanat Preußisch Stargard
mit den Pfarreien Alt Kischau, Bobau, Hochstüblau (Zblewo), Klonowken, Kokoschken, Lubichow, Pinschin, Pogutken und Preußisch Stargard;- Dekanat Putzig
mit den Pfarreien Putziger-Heisternest, Mechau, Neustadt, Oxhöft (Oksywia), Putzig, Rahmel (Rumia), Rheda, Schwarzau, Groß Starsin, Strellin (Strzelno), Tillau und Zarnowitz;- Dekanat Rehden
Grutta, Jablonowo (Goßlershausen), Linowo, Okonin, Ostrowitt, Groß Plowenz, Rehden (Radzyn) und Rehwalde;- Dekanat Schlochau
mit den Pfarreien Borzyskowo, Christfelde, Eickfier, Flötenstein, Förstenau, Hammerstein, Heinrichswalde, Konarzyn, Konitz, Prechlau, Preußisch Friedland und Schlochau;- Dekanat Schwetz
mit den Pfarreien Groß Bislaw, Dritschmin (Drzycim), Grutschno, Heinrichsdorf (Przysiersk), Jeschewo, Groß Lonk, Lubiewo, Osche, Polnisch Cekzin, Rasmushausen (Niewiescin), Schirotzken, Groß Schliewitz, Schwekatowo, Schwetz und Topolno;- Dekanat Strasburg
mit den Pfarreien Bobrau, Groß Kruschin, Lemberg, Mszano, Niezywienc, Pokrzydowo und Strasburg (Brodnica);- Dekanat Thorn
mit den Pfarreien Kaszczorek, Lonczyn, Ostrometzko, Thornisch-Papau, Scharnau (Czarnowo), Scharnese (Czarze), Swierzynko, Thorn-St.-Johann, Thorn-St.-Jakob und Thorn-St.-Marien;- Dekanat Tuchel
mit den Pfarreien Bruss, Czersk, Gersdorf, Jehlenz, Lesno, Lichnau, Liebenau (Gostoczyn), Long, Königlich Neukirch, Osterwick, Prust, Reetz (Raciaz), Tuchel, Waldau und Wielle.Katholische Militärpfarrämter - zum Teil durch Übertragung an Zivilgeistliche - befanden sich in Danzig, Deutsch Eylau, Graudenz, Kulm, Marienburg, Marienwerder, Preußisch Stargard, Riesenburg, Rosenberg, Strasburg und Thorn.
Weiterführende Literatur zur kirchlichen Gliederung der Provinz Westpreußen:
Max Bär, Die Behördenverfassung in Westpreußen seit der Ordenszeit, Danzig 1912 (Reprint als Sonderschrift Nr. 62 des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., Hamburg 1989);
Heinz Neumeyer, Kirchengeschichte von Danzig und Westpreußen in evangelischer Sicht, 2 Bände,
Band I, Von den Anfängen der christlichen Mission bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, Leer 1971,
Band II, Die evangelische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert, Leer 1977;Iselin Gundermann/Walter Hubatsch, Die evangelischen General-Kirchen- und Schulvisitationen in Ost- und Westpreußen 1853 - 1944, Göttingen 1970;
Walter Hubatsch, Die evangelischen General-Kirchenvisitationen in den von Ost- und Westpreußen sowie Posen abgetretenen Kirchenkreisen, Göttingen 1971.