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Deutsche Genealogie: Paraguay

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Verzeichnis:


Allgemeine Information

Beschreibung:

Gemäß dem "Ethnologen (Ethnologue)", hat Paraguay 4.893.000 (1995) Einwohner, von denen 166.000 deutsch sprechen, darunter auch 19.000 plattdeutsch. Es gibt rund 10.000 Mennoniten in Paraguay; die älteste deutsche Kolonie ist Fernheim.Der Staat Paraguay leitet seinen Namen vom Fluß Paraguay (Papageienfluß) ab, einem Nebenfluß des Parana. Fast im Zentrum Südamerikas gelegen ist es ein Binnenstaat und umfaßt 406.752 qkm. Im Süden grenzt es an Argentinien, im Norden und Nordosten an Brasilien, und im Westen und Nordwesten an Bolivien. Die Hauptstadt Asuncion hat 1,3 Millionen Einwohner. Die Landschaft ist ziemlich eben (höchste Erhebung in den Kordilleren von Caaguazu 850 m), weitgehend fruchtbar, sowie wald- und weidereich. Das Klima ist subtropisch.

Geschichte:

Von den Anfängen bis zur Einverleibung in das Vizekönigtum Rio de la Plata

Als Erste erforschten 1525 Diego Garcia und Sebastiano Caboto Paraguay und 1536 wurde durch Juan de Ayolas Asuncion gegründet. Dieses wurde Ausgangspunkt der weiteren Kolonisation des Landes. Um 1604 erschienen die ersten Jesuiten, die rasch das Vertrauen der eingeborenen Guarani- und Guaycuru-Indianer erwarben, aber bald in Konflikt mit der spanischen Regierung gerieten. Schließlich begründeten sie unter spanischer Oberhoheit ein eigenes theokratisch-patriarchlisches Reich, das sie in Missionsbezirke (doctrinae) einteilten. Damals war Paraguay wesentlich größer und umfaßte auch Argentinien, Chile, Uruguay und Süd-Brasilien. Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zu Grenzstreitigkeiten mit den Portugiesen aus Sao Paolo (Paulistas). 1731-1733 entflammte ein regelrechter Bürgerkrieg mit jesuitenfeindlichen Spaniern. Schließlich wurden die Jesuiten, nachdem sie auch in Spanien verfolgt wurden, 1768 in Paraguay des Landes verwiesen. Ihre Besitzungen wurden zwischen Spanien und Portugal aufgeteilt.1776 kam Paraguay zum spanischen Vizekönigreich Rio de la Plata mit der Hauptstadt Buones Aires, das neben Paraguay auch Argentinien, Bolivien und Uruguay umfasste.

Von der Unabhängigkeit zur Katastrophe

1811 erklärte Paraguay seine Unabhängigkeit und wurde von Diktator Francia regiert; der eine strenge Isolationspolitik betrieb. 1844 übernahm sein Neffe Lopez die Regierung. Er förderte Handel und Wirtschaft; in dieser Zeit wurde die erste Eisenbahnlinie gebaut, auch wuchs die Bevölkerung auf über 1 Million an. 1862 folgte ihm sein Sohn in der Regierung nach, der jedoch nach einem 1865-70 geführten Angriffskrieg gegen die alliierten Brasilianer, Argentinier und Uruguayer weite Gebiete verlor; mehr als die Hälfte der Bevölkerung kam um. Das Land blieb bis 1876 von brasilianischen Truppen besetzt.

Wiederaufbau und Stabilisierung

Nach dem Krieg war die Geschichte des Landes durch Bemühungen geprägt, das zerstörte Land wiederaufzubauen. Es wurden insbesondere die Landwirtschaft und die Einwanderung gefördert.

Einwanderung Deutscher

1881 erschienen die ersten Deutschen in Paraguay: es waren fünf Familien aus Berlin, die sich in San Bernardino niederließen. 1889 kam der Schwager Friedrich Nietzsches Bernhard Förster ins Land und gründete Nueva Germania; Streitigkeiten verhinderten, daß die Siedlung vorankam. Mit der Gründung von Hohenau (45 km oberhalb von Encarnacion) begann 1899 die für die weitere Entwicklung so wichtige deutsche Kolonisation am Oberen Parana. Der Zuzug von Deutschen aus Brasilien brachte den Neuankömmlingen aus dem Deutschen Reich nötige Lehrmeister für die subtropische Landwirtschaft. Zwischen 1900-1914 entstanden am Westufer des oberen Parana zahlreiche überwiegend deutsche Siedlungen: Pueblo San Migel, Curuzu, Cambyreta, Villa Alborada, Obligado, Colonia Bella Vista, Capitan Meza und Colonia San Lorenzo. Hinzu kamen weiter im Landesinneren neben den älteren Kolonien San Bernardino, Nueva Germania, Nueva Australia, Yegros und Nueva Italia die sogenannten Regierungskolonien Antequerra und Rosario Lomas sowie 1919 Independencia und General Delgado.Bis Mitte der 1920er Jahre war der Chaco ein unbekanntes und zu Unrecht als wertlos verschrienes Gebiet. 1926 erschienen hier die ersten Deutschen. In den Folgejahren waren es überwiegend deutschstämmige Mennoniten aus Kanada, Rußland und Polen, die sich in der Gegend von Puerto Casado niederließen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer erneuten Zuwanderung Deutscher sowohl aus Deutschland als auch aus den Vertreibungsgebieten (z.B. Donauschwaben).

Historische Werke

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Genealogische und historische Gesellschaften

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Genealogische und historische Urkunden

Die Quelle mit der Signatur R 57 "Deutsches Ausland-Institut", Band 4: Karteien, enthält unter anderem unter der Rubrik 23-29 eine Kartei der Auswanderung von Rußlanddeutschen nach Argentinien, Brasilien, Kanada, Paraguay und Uruguay

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Ortslexika und Karten

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Bibliographie

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Archive und Bibliotheken

Archive

Bibliotheken

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Verschiedenes

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Andere Internet-Quellen

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Vorgängerstaaten, historische und geographische Landschaften

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Letzte Überarbeitung: 5-Sep-99 (rmh)
Beiträge von Helmut Flacker (Übersetzung, Geschichte etc.)
Erstellt von Rick Heli.
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