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Thüringen
AMF-Arbeitskreis Nordhausen

Landkreis Nordhausen

Geschichte
Auszug aus R. Reichardt, Die Grafschaft Hohenstein im 16. u. 17. Jahrhundert, Nordhausen 1899
Orte des Landkreises
Karte vom Landkreis
Andere Internet Quellen

Geschichte

Der heutige Landkreis Nordhausen kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Er entwickelte sich aus der ehemaligen freien Reichsstadt Nordhausen, der vormaligen Grafschaft Hohenstein, die aus den Herrschaften Lohra und Klettenberg bestand, und dem ehemaligen Kreis Ilfeld.

Zur Zeit der altdeutschen Gauverfassung gehörte das jetzige Kreisgebiet größtenteils dem Helmegau an. Als die territorialen Herrschaften aufkamen, wurden hier mehrere Grafengeschlechter ansässig. Ein Graf Elger (Ilger) von Ilfeld erbte die Herrschaft Hohenstein mit der gleichnamigen Burg. Er und seine Nachfolger nannten sich Grafen von Hohenstein. Der Name ist nicht mit Sicherheit zu erklären. Die Stammburg Hohenstein bei Neustadt am Südharz ist seit 1627 eine Ruine, da sie durch Brandlegung zerstört wurde. Die Grafen von Hohenstein erwarben die Herrschaften der ehemaligen Grafen von Lohra und Klettenberg (Burg Lohra war seit 1700 eine preußische Staatsdomäne; um diese Zeit wurde die Burg Klettenberg abgetragen). Andere Gebiete wie Heringen-Kelbra, Lauterberg, Grubenhagen und die Abtei Walkenried (mit dem gleichnamigen Hohnsteiner Stammkloster) gingen im Laufe der Zeit verloren.

Die Stammgrafschaft Hohenstein gelangte 1419 mit dem Klostergebiet IIfeld an die Grafen von Stolberg, die aus den Hohnsteinern hervorgegangen waren. Sie kam später an das Herzogtum Braunschweig und verblieb bis zum Jahre 1866 beim Kurfürstentum, bzw. Königreich Hannover als das Hannoversche Amt Hohenstein, das 1884 mit dem von ihm getrennt liegenden Amt Elbingerode zum preußischen Kreis Ilfeld im Regierungsbezirk Hildesheim zusammengefasst wurde.

Die ehemaligen Lohraischen und Clettenbergischen Herrschaften wurden mit Einschluss des Amtes Benneckenstein die "Grafschaft Hohenstein" genannt. Nach dem Aussterben der Grafen von Hohnstein (später von Hohenstein geschrieben) im Jahr 1593 fiel das Gebiet an den Herzog von Braunschweig und kam im Westfälischen Frieden an das Kurfürstentum Brandenburg, das indes erst 1699 zu dem unbestrittenen Besitz kam, da es ein halbes Jahrhundert an die Grafen von Sayn-Wittgenstein verlehnt war. So war der alte Kreis Grafschaft Hohenstein der älteste Bezirk Preußens in der Thüringer Landschaft.

Im 2. Schlesischen Krieg sind die ersten Hohnsteiner als Soldaten im Preußischen Heer feststellbar. Die "Grafschaft" unterstand der Kriegs- und Domänekammer zu Halberstadt, die in den Jahren 1770 bis 1787 die erste Preußische Kreisverwaltung unter dem Namen "Deputation Hohenstein der Kriegs- und Domänekammer Halberstadt" in Ellrich unterhielt. Von den Franzosen 1806 okkupiert, gehörte die Grafschaft Hohenstein bis 1813 dem Königreich Westfalen an. Mit der Errichtung der Provinz Sachsen (1815) wurde das alte Lohraer-Clettenberger-Gebiet mit der 1802 preußisch gewordenen einstigen freien Reichsstadt Nordhausen zu dem Landkreis Nordhausen zusammengeschlossen. Der alte Gebietsname schwindet somit auf sieben Jahrzehnte. Als die Stadt Nordhausen 1882/83 aus dem Kreisverband ausschied, nahm der verbliebene Landkreis Nordhausen 1888 mit königlicher Erlaubnis seinen historischen Namen wieder an. Das alte Hohnsteiner Grafenwappen wurde als Kreiswappen und im Dienstsiegel geführt. Gebietsveränderungen waren seit 1648 nur in geringfügigem Maße erfolgt:

1741 der Ankauf des halben, damals noch schwarzburg-rudolstädtischen Amtes Benneckenstein,
1816 der Erwerb des Dorfes Wolkramshausen und des Vorwerkes Utterode (vormals Sitz des Ritterordens der Tempelherren).

Am 1. Oktober 1932 wurde der Landkreis Ilfeld aufgelöst und dessen Südteil, das Amt Hohenstein, also die alte Stamm- oder Urgrafschaft, mit dem Landkreis Grafschaft Hohenstein vereinigt. Zugleich kehrte die ehemalige Hohnsteinsche Landgemeinde Epschenrode in unseren Kreisverband zurück. Sowohl der Kreis Grafschaft Hohenstein als auch der Stadtkreis Nordhausen gehörten bis 1945 dem Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen an. Entscheidend für die weitere Entwicklung unseres Landkreises waren die im Ergebnis des 2. Weltkrieges vorgenommenen administrativen Veränderungen. Der Kreis wurde zunächst von April bis Juni 1945 von amerikanischen, später sowjetischen Besatzungstruppen besetzt. Die Kommunen Bad Sachsa und Tettenborn wurden der englischen Besatzungszone angegliedert. Auf Verordnung des Präsidenten des Landes Thüringen wurde der Kreis Grafschaft Hohenstein mit Wirkung vom 19. Oktober 1945 in den Landkreis Nordhausen umbenannt. Die Entwicklung unseres Landkreises wurde in der Folgezeit vor allem durch seine Lage unmittelbar an der Grenze zwischen beiden deutschen Staaten geprägt. Im Jahre 1946 erhielt er Zuwachs von 21 Gemeinden aus dem damaligen Kreis Eichsfeld.

Die ökonomische Entwicklung machte 1950/51 Veränderungen der Kreis- und Gemeindegrenzen notwendig. So kamen aus dem Kreis Nordhausen die Gemeinden Groß- und Kleinberndten zum Kreis Sondershausen und Hüpstedt und Zaunröden zum Kreis Mühlhausen. Durch die Zusammenlegung einer Vielzahl von Kommunen ging deren Selbständigkeit verloren. Durch die Verwaltungsreform 1952 wurden die Länder aufgehoben und Bezirke gebildet. Der Landkreis Nordhausen, der bis dahin zum Land Thüringen gehörte, wurde zum Bezirk Erfurt gegliedert. Für den Kreis Nordhausen ergaben sich umfangreiche territoriale Veränderungen. So wurden 22 Gemeinden an den neugebildeten Kreis Worbis, die Orte Benneckenstein und Sorge an den Kreis Wernigerode, die Gemeinde Friedrichsrode an den Kreis Sondershausen und die Gemeinde Bösenrode an den Kreis Sangerhausen abgegeben. Aus dem Kreis Sangerhausen wurden in den Kreis Nordhausen übernommen: Stadt Heringen und die Gemeinden Auleben, Bielen, Görsbach, Hain, Hamma, Hermannsacker, Rodishain, Steinbrücken, Stempeda, Sundhausen, Uthleben und Windehausen. Damit erhielt der Kreis Nordhausen das territoriale Aussehen, das er, abgesehen von einigen Gemeindegrenzveränderungen, noch heute besitzt.

(Quelle: "Jahrbuch des Landkreises Nordhausen 1990-1993", Viola Herzog)

Karte des Landkreises

Landkreis Nordhausen Map Karte vom Landkreis Nordhausen (72 KB JPG file)

Andere Internet Quellen

Landkreis Nordhausen - Kultur (www.dhh-3.de/kultur/nordhausen1.html)
Landkreis Nordhausen im Internet (www.stadtmagazin-nordhausen.de)
Neue Nordhäuser Zeitung (www.nnz-online.de)
Das Wappen des Landkreises Nordhausen u. a. (www.thueringen.de/LZT/wappen/Nordhausen.htm)

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Letzte Änderung: 23.04.02 (UG)
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