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Orte des AK-Nordhausen
AMF-Arbeitskreis Nordhausen

Bielen

Übersicht:

Geographische Angaben

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Allgemeine Angaben

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Politische Zugehörigkeit

  1. Staat:
  2. Land:
  3. Kreis:
  4. Verwaltungsgemeinschaft:
  5. Anschrift der zuständigen Gemeindeverwaltung/Verwaltungsgemeinschaft (7/96):
    Stadtverwaltung Nordhausen
    Barbara Rinke
    Markt 1
    99734 Nordhausen
    Telefon: 03631-696-400

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Kirchliche Zugehörigkeit

  1. Evangelische Kirche:
    Bielen hatte bis 1717 die Kirche zu Leimbach als Filiale.
    1. Kirchenprovinz:
    2. Kirchenkreis:
    3. Anschrift des zuständigen Pfarrers (01/98):
      Pfarrer Peter Gerstenberger
      Kirchplatz 12
      99735 Sundhausen
      Telefon: 03631-600924

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Kirchenbücher

  1. Evangelische Kirche
    1. Taufregister
      von ... bis ..., z. Zt. verwahrt durch ... in ...
      Kopien/Mikrofilm vorhanden bei ...
    2. Heiratsregister
      von ... bis ..., z. Zt. verwahrt durch ... in ...
      Kopien/Mikrofilm vorhanden bei ...
    3. Sterberegister
      von ... bis ..., z. Zt. verwahrt durch ... in ...
      Kopien/Mikrofilm vorhanden bei ...

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Literatur

  1. Über den Ort
  2. Über Einwohner des Ortes

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Kurzbeschreibung des Ortes

Bielen ist der Bauweise nach ein Wendendorf und war Bestandteil des Helmegaus. Es wurde 1158 (als "Belan") erstmals in einer Urkunde von Kaiser Friedrich I. erwähnt. Eng ist die Geschichte des Ortes mit dem Adelsgeschlecht derer von Bila verbunden. Das Dorf gehörte bis 1312 zum Stammhaus der Hohnsteiner, damals zur Nördlichen Linie und seit 1372 zur Jüngeren Linie (Hohnstein-Heringen, Kelbra).

Bei den wohlhabenden Geschlechtern der Stadt Nordhausen gab es immer starke Bestrebungen, sich den Ort einzuverleiben. So wurde Bielen im Zuge einer Auseinandersetzung zwischen den Hohnsteiner Grafen und der Reichsstadt Nordhausen zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Nordhausen für 6 Jahre vereinnahmt. 1414 verkaufte Graf Heinrich von Hohnstein-Kelbra seinen Anteil an Stadt und Amt Heringen mit dem Ort Bielen an die Grafen Heinrich von Schwarzburg und Botho von Stolberg für 2.000 Rheinische Gulden. Deren Herrschaft über Bielen dauerte bis 1819. In diesem Jahr gingen die Gemeinschaftsämter Heringen und Kelbra an die Preußische Krone über.

Bis zum Bau der Bahnstrecke Halle-Kassel im Jahre 1866 war Bielen ein ausgesprochenes Agrardorf. Erst seit dieser Zeit, als sich in Nordhausen die Industrie entwickelte, wandelte sich die wirtschaftliche Struktur.

Im Ort befindet sich eine bemerkenswerte Dorfkirche mit frühgotischem Chor mit Kreuzgewölbe und spätgotischem Flügelaltar (um 1500). Die älteste Nachricht über die Kirche ist in einer Walkenrieder Urkunde vom 11. November 1231 enthalten.

Die Bewohner von Bielen sind von altersher als die "Spackschnitzer" bekannt. Wie sie zu diesem Namen kamen, läßt sich nur vermuten. Wahrscheinlich ist folgender Ursprung: Bielen war eine Wendensiedlung. Die Wenden verstanden es, sumpfiges Land bewohnbar zu machen. Ihre Siedlung lag am Rande des einstigen Auesumpfes und hatte nur über die nördlich vorbeiführende alte Heerstraße Verbindung mit Nordhausen und den umliegenden Dörfern. Die direkten Verbindungswege zu den Nachbarsiedlungen können nur Fußstege gewesen sein. Das nach Osten führende Gefälle der Goldenen Aue ist nur gering, und der größte Teil des Untergrundes besteht aus Kiesmassen, was einen relativ hohen Grundwasserstand bewirkt. Brachten nun Helme und Zorge im Frühjahr das Schmelzwasser des Harzes, so trat der Grundwasserspiegel an die Oberfläche und schuf sumpfartige Erscheinungen. Wollten nun die Einwohner von Bielen diese Sumpfgebiete bezwingen, so mußten sie Wege in diese natürlichen Hindernisse hineintreiben, d.h., sie mußten ihre Wege so befestigen, daß sie auch noch bei hohem Wasserstand passierbar waren. Knüppeldämme wurden gebaut. Diese Wege nannte man Bohl-, Spack- oder Speckwege. Und jene Leute, die mit dem Schneiden der Knüppel oder Reisigbündel beschäftigt waren, nannte man Spack- oder Speckschnitzer.

(Quelle: Jahrbuch des Landkreises Nordhausen 1994, S. 62)

Bielen ist (wie Windehausen) eine im 10. Jh. auf dem Grund und Boden des Königshofs Nordhausen gegründete Wendenkolonie. Der Name des Ortes ist wendisch (bjel- weiß oder gut) und bedeutet entweder "Ort am weiß glänzenden Wasser" oder "Ort auf gutem, fruchtbaren Boden".

Bedeutenden Besitz in Bila muß das 962 gestiftete Kreuzkloster zu Nordhausen als Ausstattung vom Kaiser Otto I. erhalten haben. 1158 vertauschte es an Kaiser Friedrich I. die Jahres-Einkünfte von diesem Besitz zu Bila. 1169 gab Kaiser Friedrich I. dem Stifte Goslar Hufen in Bilan, welche bisher zum Königshofe Nordhausen gehört hatten. Vom Goslaer Stifte erwarb diese Besitzungen Stiftsdechant Friedrich von Bila um 1320 und schenkte dieselben seinem Domstifte Nordhausen. Von diesen 30 Hufen lagen 17 1/4 Hufen im Felde zu Bila. Außerdem hatte das Nordhäuser Domstift noch anderen ansehnlichen Besitz in Bila, so daß anzunehmen ist, daß vor 1158 das ganze Dorf und seine Flur dem Kreuzkloster Nordhausen gehört hat.

1231 Conradus plebanus in Belan.
Die Pfarrkirche ist dem St. Marinus geweiht; sie war eine Patronatspfarrkirche des Nordhäuser Domstifts und hatte die Kapelle des 1294 verwüsteten Dorfes Rossungen (Himmelgarten) und bis 1717 die dem Täufer Johannes geweihte Kirche zu Leimbach als Filiale.

Die Einwohner von Rossungen scheinen sich an der Südseite von Bielen angesiedelt und das Nebendorf "Osthöfen" angelegt zu haben. 1306 in villa Bela in illa parte, vocattur in Nosthowen. "1365 in villa Biela in Osthoven". Die Einwohner dieses Dorfteils bildeten wohl die 1461 urkundlich genannte "mindere (kleine) Gemeinde Biela".

In Bielen existierte ein dem Domstifte zu Nordhausen gehörendes Gut, ferner ein dem Nordhäuser Frauenbergkloster gehörendes Gut (Ratsgut) und das Rittergut derer von Rüxleben. Das Domgut hatten lange die von Altendorf inne.

1481 am 2. Februar bekunden die Grafen von Stolberg und von Schwarzburg, daß, da es die Notdurft erfordere, das Dorf Bielen zu befestigen und den Kirchhof zu umgraben (mit Graben zu versehen), wozu es des Ritterhofes ihres Lehnsmannes und Geheimrates Heinrich von Rüxleben bedürfe, sie diesem als Entschädigung einen bisher der Vicarie S. Trucis im Glockenturme der St. Michaeliskirche zu Heringen gehörigen Hof geben wollen, welcher zwischen den Höfen Heinrichs von Rüxleben und der Kinder von Ebra gelegen und von ihrer Muhme, der Gräfin von Waldeck, jener Vicarie als freies Rittergut geschenkt worden ist. Jene Vicarie erhält von den Grafen einen anderen freien Hof in Bielen, neben dem Hofe derer von Ebra gelegen. Diese Befestigung des Dorfes ist noch als "Feuergraben" nebst Wall und Zaun vorhanden, ebenso das an der Südseite des Dorfes gelegene "Mühltor", während das "Schmiedetor" an der Nordostecke des Dorfes abgerissen ist.

1495 und 1506 ist Bila ein Pfarrkirchdorf und hat außer einem Pfarrer noch einen Vicar (Ludwig Osterroth) am Nebenaltare S. Valentini.

1525 hatte Bielen 60 Hauswirte.

Nach dem Orte nennt sich ein noch blühendes Adelsgeschlecht, welches als redendes Wappen zwei Beile im Schilde führt. Die Familie von Biela hatte den Adelstitel für besondere Tapferkeit eines ihrer Angehörigen in einer Schlacht erhalten. Nur mit einem Beil hatte er seinen Herrn geschützt. Daraufhin wurde er zum Ritter geschlagen und durfte das Beil im Wappen führen. Die Familie von Biela hatte in vielen Dörfern der Goldenen Aue Stammsitze, so auch in Auleben.

(Quelle: Heimatblatt "Vom Südharzrand zur Goldenen Aue" Oktober 1994, S. 7)

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Letzte Änderung: 08-Dez-1998 (UG)
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