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Orte des AK-Kyffhäuserkreis
AMF-Arbeitskreis Kyffhäuserkreis

Voigtstedt

Übersicht:


Politische Zugehörigkeit

  1. Staat:
  2. Land:
  3. Kreis:
  4. Verwaltungsgemeinschaft:

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Kirchliche Zugehörigkeit

  1. Evangelische Kirche:
    1. Kirchenprovinz: Sachsen (KPS)
    2. Kirchenkreis: Sömmerda
    3. Anschrift des zuständigen Pfarrers:
      Gemeindepädagoge Matthias Kopp
      Kirchstrasse 7
      06556 Voigtstedt
      03466-302801
      mumkopp@online.de

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Kirchenbücher

  1. Evangelische Kirche
    1. Taufregister
      von ... bis ..., z. Zt. verwahrt durch ... in ...
      Kopien/Mikrofilm vorhanden bei ...
    2. Heiratsregister
      von ... bis ..., z. Zt. verwahrt durch ... in ...
      Kopien/Mikrofilm vorhanden bei ...
    3. Sterberegister
      von ... bis ..., z. Zt. verwahrt durch ... in ...
      Kopien/Mikrofilm vorhanden bei ...

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Literatur

  1. Über den Ort
    Unger, Günther: Aus der Chronik von Voigtstedt - gesammelte Artikel.
    Informationen: post@guenther-unger.de
  2. Über Einwohner des Ortes

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Kurzbeschreibung des Ortes

Chronik

Das Dorf Voigtstedt wird im Hersfelder Zehntverzeichnis um 780 als "Vocstat" erwähnt, war früher Sitz eines Verwaltungsbezirkes und damit einst bedeutender als die Stadt Artern.
Ursprünglich zum Burgwartsbezirk Ritteburg gehörig, wurde es später Sitz eines herrschaftlichen Amtes, zu dem die Dörfer Voigtstedt, Nikolausrieth, Katharinenrieth und Schönfeld gehörten.
Obwohl in Voigtstedt sich zeitweise bis zu 6 Rittergüter befanden, u.a. das Amtsgut, das Schloßgut, der Hinterturm, der Wechsunger Hof und Kresses Hof, hat der Ortsname nichts mit dem Worte "Voigt" zu tun, sondern bedeutet die Stätte eines Mannes namens Voce.
Da die Voigtstedter Dorfflur fast ausschließlich den Gütern gehörte, gab es im Dorfe keine Bauern, sondern nur Tagelöhner und Drescher.
Im Ort befand sich die Stätte eines alten Gaugerichts. Auf die Ansiedlung von Wenden deutet die 1511 erwähnte "Wendegasse" hin.
Die Dorfkirche läßt noch die alte Wehrkirche erkennen, zeigt spätgotische Stilformen. Eine Besonderheit ist der auf die Nordseite versetzte Wehrturm aus dem Mittelalter. Die Dorfkirche steht heute unter Denkmalschutz.
Im Jahre 1789 entdeckte man in Voigtstedt eisenhaltiges, heilendes Quellwasser. Daraufhin versuchte man, Voigtstedt zu einem Weltbad zu entwickeln. In den folgenden Jahrzehnten wurden deshalb Vergnügungen für die in der Umgebung ansässigen Familien mit Rang und Adel ausgerichtet.
Ein Ende nahmen diese mit dem Abbau von Braunkohle. Bergrat Johann Gottfried Borlach errichtete 1726 die neue Arterner Saline. Bei Edersleben und Voigtstedt wurden ausgedehnte Braunkohleflöze gefunden. Mit dem Abbau dieser Flöze bekamen viele Männer einen Verdienst.
Mit der Einschränkung der Arterner Saline ging auch der Abbau bei Voigtstedt zurück.
Nach 1825 bildete Voigtstedt zwei selbständige Gemeinden. Das waren das Schloß mit 32 Häusern und das Amt mit 66 Häusern.
Andere Arbeitsmöglichkeiten ergaben sich erst durch die Gründung des Louisenwerkes im Jahre 1900 in Voigtstedt und durch die Entstehung der Kyffhäuserhütte, der Zuckerfabrik, der Brauerei und der Saline in Artern.
Ende 1900 entstand eine Ziegelei in Form einer Aktiengesellschaft zum Zwecke der Tongewinnung und Verarbeitung. Im ersten Vierteljahrhundert des Bestehens wurden schon über 991 Mio. Stück Steine und Ziegel hergestellt. Durch die Bodenreform 1945 erhielten zahlreiche Alteinwohner und umgesiedelte Bürger eine neue Existenzgrundlage.
Im Jahr 1952 wurde die 1. LPG gegründet, die in den folgenden Jahren erweitert wurde und bis zu Wende 1990 bestand. 1980 beging die Gemeinde Voigtstedt die 1200 Jahrfeier mit einem historischen Festumzug und vielen Feierlichkeiten.
Seit Jahrzehnten nisten Störche auf dem Grundstück der Mühle in Voigtstedt.
In den letzten 5 Jahren wurden fast alle Straßen des Ortes erneuert und das Dorf im allgemeinen verschönert.
Das Landschaftsbild wird vor allem durch weite Ackerflächen und die Helmeniederung geprägt.
Zwischen der B 86 und der Ortslage liegen "Die Kuhlöcher", ein malerisches Fleckchen mit dem Vereinsgewässer des "Aratora Anglervereins" und zahlreichem Baumbestand.
(aus: "Verwaltungsgemeinschaft Mittelzentrum Artern"
Herausgeber und Redaktion: VG "Mittelzentrum Artern")

Voigtstedt als wichtiger Fundort für Fossilien aus dem Pleistozän

Im Norden von Voigtstedt gab es über viele Jahrzehnte eine Ziegelei, die aus einer nahegelegenen Tongrube den Ton für die Ziegel gewann. Diese Tongrube wurde berühmt für ihre Funde aus dem Pleistozän. Inzwischen ist der Ton abgebaut und die Ziegelei still gelegt.

Im Senckenberg-Institut in Weimar existiert heute die Voigtstedt-Sammlung mit 2.500 Funden, die auf Professor Kahlke zurückgeht. Er hat dazu ein Buch "Das Pleistozän in Voigtstedt" herausgegeben.
Von der Deutschen Gesellschaft für Geologische Wissenschaften ist im Akademie-Verlag Berlin 1965 das Buch "Paläonthologische Abhandlungen, Abteilung 4, - Paläozoologie - Band II, Heft 2/3 "Das Pleistozän von Voigtstedt" erschienen (692 Seiten und viele Tafeln zu den Fundstücken sowie Fundorttafeln). Auch hier war Prof. Dr. H.-D. Kahlke Mitarbeiter.

"Voigtstedt-Warmzeit" heißt ein Zeitalter der Erdgeschichte vor etwa 460.000 Jahren. Nicht nur in der Fachwelt, auch in populärwissenschaftlichen Darstellungen der Eiszeit stößt man auf diese "Voigtstedt-Warmzeit". Bis in diesen Teil hinter dem Harz sind die Eismassen der Gletscher jemals vorangekommen. An seinem Rand haben Winde den Löß und Ton der Goldenen Aue aufgehäuft, Fossilien konserviert von Bison, Biber, Hyäne, Süd-Elefant und viele andere.

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Andere Internet Seiten

Gemeinde Voigtstedt

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Letzte Änderung: 12.02.06 (UG)
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