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Orte des AK-Kyffhäuserkreis
AMF-Arbeitskreis Kyffhäuserkreis

Heldrungen

Übersicht:


Politische Zugehörigkeit

  1. Staat:
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  3. Kreis:

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Kirchliche Zugehörigkeit

  1. Evangelische Kirche:
    1. Kirchenprovinz:
    2. Kirchenkreis:
    3. Anschrift des zuständigen Pfarrers:

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Kirchenbücher

  1. Evangelische Kirche
    1. Taufregister
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    2. Heiratsregister
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    3. Sterberegister
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Literatur

  1. Über den Ort
 
  1. Über Einwohner des Ortes
    Familie und Geschichte - Heft 3/2001 - Geschichte der "Fürstlichen Vestung und Guarnison Heldrungen" im 17. Jahrhundert

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Kurzbeschreibung des Ortes

Ein Beitrag zur Geschichte der "Fürstlichen Vestung und Guarnison" Heldrungen im 17. Jahrhundert

Von Erich Scherer

Die Wasserburg Heldrungen im Kyffhäuserkreis war seit etwa 1480 im Besitz der Mansfelder Grafen, die sie zwischen 1512 und 1519 zu einer fast uneinnehmbaren Veste umgestalteten, zumal die Bewaffnung der Landknechtsheere (Geschütze, Handfeuerwaffen) den festungsmäßigen Ausbau der Anlage erforderlich gemacht hatte. Mit dem Fortschreiten der Kriegstechnik mussten tiefgestaffelte Verteidigungsysteme die starken Mauern mittelalterlicher Befestigungen ersetzen. Nur wenige Jahre nach der Umgestaltung diente die Veste Heldrungen der Aufnahme der vor den Bauernhaufen Thomas Müntzers fliehenden Adligen, aber auch als Basis für die vereinigten Kräfte gegen den Bauernführer bei Frankenhausen.

Im Jahre 1623 übernahm Kursachsen die Festung. Die Geschichte der sächsischen Festungs- und Garnisonstruppen verläuft bis 1815, abgesehen von zwischenzeitlicher kaiserlicher und schwedisch-hessischer Besatzung. In der Zeit der Zugehörigkeit zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels-Querfurt wurde die Fortifikation von 1664 bis 1668 im Vaubanschen1)Stil instandgesetzt. Mit zunehmender artilleristischer Armierung der Heere verminderte sich auch Heldrungens militärischer Wert. In der Folgezeit wurde die Anlage nie wieder in kämpferische Handlungen verwickelt. Doch noch über Jahrzehnte stand eine Garnison in Festung und Stadt; sie diente mit Sicherheit auch als Waffen- und Lebensmitteldepot für die zahlreichen sächsisch-thüringischen Garnisonen am Kyffhäuser, an der Schmücke, an der Unstrut. Heldrungen wurde nicht mehr in das Register der aktiven, der relevanten Fortifikationen aufgenommen, wohl aber die Stadt Eisleben. Im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts wurden die Heldrunger Festungskompanien aufgelöst - eine Vielzahl der Mannschaftsdienstgrade verblieb nach der Demobilisierung in der Stadt - andere wiederum wurden an sächsische Einheiten abgegeben. Es kann davon ausgegangen werden, dass Mannschaftsdienstgrade der Garnisonstruppe sowohl in der Festung als auch in bürgerlichem Servis gelegen haben müssen, weil die Kosten der Garnisonierung stetig angestiegen waren und deshalb die städtische Bevölkerung beteiligt werden musste. Die Gastgeber waren verpflichtet, für Schlafstätte, Licht, Feuerung, Kochstellen und -gerate zu sorgen; für die Verpflegung wurden sie meist nicht herangezogen.

Genaue Zahlen liegen nicht vor, jedoch können die Kosten für die Verpflegung eines Soldaten einer norddeutschen Festung und Garnison p.a. in Höhe von etwa 42 Taler Gold auch auf sächsische (Heldrunger) Verhältnisse übertragen werden. Es lag sowieso im Sinne moderner Strategien, Kräfte bereits im Vorfeld der Fortifikation zu installieren, um Angriffshandlungen eines möglichen Gegners empfindlich zu stören.

Der Beitrag stützt sich im wesentlichen auf kirchliche Quellen, die es ermöglichen, eine fast lückenlose Struktur zu fixieren, insbesondere über Kommandantur, Festungsbau, artilleristische Kräfte, Offiziers- und Unteroffizierskorps sowie Mannschaften. Sie geben aber auch Hinweise über den Lebensstil der Familien der Festungskommandanten2), die im Umfeld der Festung Güter besaßen; jedenfalls lässt die große Zahl an Bediensteten auch in der Festung - die wohl kaum unterm Soldateneid standen - Rückschlüsse zu auf eine aufwendige Hofhaltung. Auch untere Chargen des Heldrunger Offizierskorps besaßen Güter.

Im Hinblick auf die artilleristische Armierung beanspruchte Heldrungen wahrscheinlich nur eine geringe Anzahl von Soldaten. Die Festungsartillerie wurde aus einem speziellen Offiziers- und Mannschaftsbestand gebildet, der wie die etwa 1729 gegründeten Invalidenkompanien körperlich nicht mehr zum Felddienst eingesetzt werden konnte. Im letzten Drittel des 17. und zu Beginn des nachfolgenden Jahrhunderts sind ein Stückleutnant und eine Anzahl Konstabler nachzuweisen; die Mannschaften wurden durch granatiere (Grenadiere, um 1699) ergänzt.
_______________________________
l Marschall de Vauban (Frankreich).
2 Fürstl. Sächs. Weißenfels. Obristen Leitzsch und Marschall von Biberstein.

Quelle: Familie und Geschichte – Heft 3/2001, S. 113 ff.

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sonstige Internet-Quellen

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Letzte Änderung: 22.03.02 (UG)
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