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Nachruf zum Tode des Joachimsthaler Stadtdechants Msgr. Gregor Lindner.

aus: Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen
56. Jahrgang, 1./2. Heft 1917, Seite 73


Dechant Lindner +

von Heinrich Ankert

Lindner
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Im hohen Alter von 86 Jahren verschied am 9. April 1917 in Joachimsthal der Stadtdechant und Ehrenbürger Msgr. Gregor Lindner, wohl einer der besten Kenner der im Jahre 1516 gegründeten Bergstadt.

Dechant Lindner kam am 29. September 1831 in Eger zur Welt, besuchte das dortige Gymnasium und später die Prager Hochschule. Kurz nach seiner Ausweihe im Jahre 1854 kam er als Kaplan nach Joachimsthal, in welcher Stadt er nun bis zu seinem Ende segensreich auf allen Gebieten wirkte. 1866 wurde er Stadtdechant, 1882 fürsterzbischöflicher Bezirkssekretär, 1885 Vikariatsverweser und 1886 fürsterzbischöflicher Bezirksvikar.

Der Gemeindevertretung von Joachimsthal gehörte er durch volle 50 Jahre an; seine Verdienste, die er sich als Stadtvertreter erwarb, wurden durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Josefsordens, sowie durch die Ernennung zum Ehrenbürger von Joachimsthal und durch die Ernennung zum Ehrenmitgliede zahlreicher Vereine gewürdigt.

In seinen Mußestunden beschäftigte sich der nunmehr Verstorbene mit Vorliebe mit der Geschichte Joachimsthals, das ihm zur zweiten Heimat geworden. Die Liebe zur Stadt gab ihm Luft zu langjährigen Forschungen über die Geschichte der Stadt, deren gründlicher Kenner, deren lebende Chronik er selbst geworden. Ein vierbändiges Werk im Manuskript über Joachimsthal, das in den Besitz der Stadtgemeinde überging, ist die Frucht seines Bienenfleißes. In Druck gab er von 1903 angefangen bis zu Beginn des Weltkrieges in den pfarrämtlichen Mitteilungen für das Kirchspiel St. Joachimsthal "Kurze Mitteilungen aus der Geschichte Joachimsthals in zeitfolgender Ordnung vom Jahre 1515 an bis in die Gegenwart aus dem Gedenkbuche der Dechantei" heraus. Im 24. Bande der "Erzgebirgszeitung" von Jahre 1903 veröffentlichte er in mehreren Fortsetzungen "Gedenkblätter aus der Geschichte des bürgerlichen Scharfschützenkorps in der Bergstadt Joachimsthal". Eine Anzahl von Aufsätzen hat Lindner, dem sein treffliches Gedächtnis bis ins hohe Alter blieb, auch in unseren Mitteilungen veröffentlicht, so im 51. Jahrgänge die "Gesellenordnung des Schuhmacherhandwerkes vom Jahre 1546", dann "Die Ordnung und Artikel der Büchsenschützen der freien Bergstadt Joachimsthal von Jahre 1543", endlich im 53. Jahrgänge, 1914: "Aus Joachimsthal, Aktenstücke: I. Hochzeitsordnung, 1538".


(Veröffentlichung des Portraits von Gregor Lindner mit freundlicher Genehmigung des Direktors des Kreisarchivs in Karlsbad)
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