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[ Sudetenland-Genealogie] [Bezirke] [Bezirk St. Joachimsthal]

Beschreibung der Stadt Gottesgab (Boží Dar) und der Gemeinde Seifen

West Böhmen, Bezirk St. Joachimsthal (Jáchymov)
ab 1960: okres Karlovy Vary (Bezirk Karlsbad) im Západočesk kraj (Westböhm. Kreis))

FOKO-Kennziffer: w62245, Koordinaten: Breite= 50.4167, DMS: 50o 25 0N, Länge: 12.900, DMS: 12o 54 0E, Höhe: 981m
Stadtwappen

Verzeichnis:
Allgemeines, Geschichte, Kriegerdenkmal, Steuerrolle 1654 Gottesgab und Seifen
Familiennamen, Bürgermeister, Anzahl Einwohner, Berühmte Persönlichkeiten
Eingemeindete Ortschaften und Ortsbestandteile
Literatur
Verschiedenes (Kirche, Stadtwappen, Kriegerdenkmal, Steuerrolle 1654 Gottesgab und Seifen)
Seifen
Andere Internet Seiten mit Bezug zu Gottesgab/Erzgebirge, Gemeindeamt

Allgemeines, Geschichte, Kriegerdenkmal, Steuerrolle 1654

Gottesgab (č. Boží Dar), in einer Höhe von 1028 m ü.M. höchstgelegene Stadt Mitteleuropas, breitet sich auf einer Hochfläche des Erzgebirges aus. Es ist ein Wintersportplatz am Fuße der beidem höchsten Gipfel des Erzgebirges, des Keil- und Fichtelberges.

Im Jahr 1517 gegründet, als hier reiche Zinn- und Silbervorkommen gefunden wurden, hieß es zuerst Wintersgrün. Es erhielt seinen späteren Namen Gottesgab (Gotsgab, Gotsgaben) bei der Erhebung zur Bergstadt im Jahre 1546 durch den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich I. Ursprünglich gehörte Gottesgab (und die Bergstadt Platten) zur kurfürstlich-sächsischen Herrschaft Schwarzenberg. Als Folge des Schmalkandischen Krieges kam das Bergrevier Gottesgab zusammen mit dem Bergrevier Platten im Jahre 1546 an die Krone Böhmens. Beide Bergreviere gehörten fortan zum königlichen Montan- und Wald-Dominium St. Joachimsthal.
Mitte des 16. Jh. entstanden in nordwestlicher Richtung von Gottesgab zwei neue Zinnbergwerke: bei Goldenhöhe entstand ein Zinnbergwerk namens Kaff (die einstige Dorfstelle ist heute bewaldet und nur der Flurname zeugt von der einstigen Siedlung) und bei Halbmeil entwickelte sich das Zinnbergwerk namens Mückenberg, das aber rasch verfiel (an der Stelle des einstigen Bergwerks stehen Wald, Wiesen und eine Mühle).
1580 wurde Gottesgab von König Rudolf II. zur königlichen Bergstadt erhoben. 1808 vernichtete ein Stadtbrand viele Häuser.

Seit 1654 bis 1848 gehörte Gottesgab zum damaligen Kreis Elbogen; 1848/49 zum neugegründeten Kreis Eger. Bereits 1855 wurde der Egerer Kreis in den Egerer und Saazer Kreis aufgeteilt, Gottesgab gehörte zum neuen Egerer Kreis. 1862 wurden die Kreise abgeschafft und die politischen Bezirke errichtet. Seit 1862 bis zum Kriegsende 1945 gehörte Gottesgab nun zum politischen Bezirk St. Joachimsthal.

Schon im Jahr 1572 bestanden im Gottesgaber Bergrevier auch Blaufarbenwerke in Hengstererben und in Zwittermühl. Im Buch "Versuch über die natürliche und politische Geschichte der böhmischen und mährischen Bergwerke" von Prof. Dr. Thaddäus von Peithner steht: ...daß außer dem Silber noch einige tausend Zentner Kupfer, Blei, Vitriol und Alaun erzeuget und ein erstaunlicher Ertrag an blauer Farbe und arsenikalischen Kobolden zu Gute gemacht worden sind." Noch im 16. Jh. sank die Bedeutung des Bergbaus; dieser litt weiter unter dem 30jährigen Krieg und die Abwanderung der protestantischen Bergleute. Bis zum Jahr 1834 waren das Gottesgaber und das Plattener k.k. Bergrevier vereinigt, bevor beide Ämter ganz aufgelassen wurden. Die Agenden übernahm das Bergoberamt St. Joachimsthal.

Nach dem Niedergang des Bergbaus wurde Gottesgab zu einer armen Erzgebirgssiedlung. Die Bewohner mußten sich nach anderen Erwerbsmöglichkeiten umsehen; Spitzenklöppelei, Waldarbeit, Holzverarbeitung und Musizieren, Handschuh- und Strumpf-Erzeugung, Tourismus.

Nach Aufhebung der Uran-Sperrzone um 1955 wurde das Gebiet zur Erholung genutzt. Seit einigen Jahren ist auch die Grenze zu Sachsen wieder geöffnet.

Das Kriegerdenkmal in Gottesgab

Steuerrolle 1654 Gottesgab und Seifen

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Familiennamen:

Albrecht, Chromy, Czech, von Endt (Vonend), Fassmann (Faßmann), Fickl, Günl, Günther, Hein, Hell, Kinnl, Korb, Kraus, Kuhn, Lößl, Maier, Horbach, Müller, Neubert, Oppl, Peschka, Richter, Riedl, Schlebeck, Schönfelder, Siegl, Stütz, Süss (Süß), Theimer, Wähner, Wolf, Zencker, Zettl.

Die Bürgermeister der Freien Bergstadt Gottesgab:

1765: Johann Ferdinand Mader; 1768: Johann Ignatz Grimm; 1771: Ignaz Johann Geyer; 1784: Johann Christoph Heimb; 1785: Franz Fischer; 1786: Karl Dietrich; 1789: Christian Protz; 1795: Franz Josef Neuberth; 1799: David Franz; 1823: Karl Hoffmann; 1826: Ferdinand Lindner; 1828: Traugott Fickl; 1829: Ignatz Heyd; 1830: Anton Korb; 1835: Johann Süss; 1837-1845: Johann Köhler; 1846-1864: Josef Köhler; 1865-1903: Franz Rothberger; 1903-1911: Karl Günther; 1911-1919: Alois Müller; 1919-1922: Rudolf Krehan; 1922-1923: Dr. Julius Reinwarth; 1923-1927: Josef Oppl; 1927-1932: Josef Theimer; 1932-1934: Rudolf Hell; 1935-1938: Ludwig Richter; seit 1938: Bruno Oppl, Gastwirt.
Quelle: Zeitschrift "Mei' Erzgebirg'", Juni 1991, von Irmgard Major, geb. Günther.

Anzahl Einwohner:

1847: 1456 Ew.
1890: 162 Häuser mit 1344 Einwohnern, davon 1339 katholisch, 5 evang., 1325 mit deutscher Umgangssprache; 8.42 qkm.
1910: 164 Häuser mit 1386 Einwohnern, davon 1310 mit deutscher Umgangssprache.
1920: 1076 Ew., Nationalitätscharakter der Gemeinde: deutsch (13 Tschechen).
1930: 1076 Einwohner, Nationalitätscharakter der Gemeinde: deutsch; andere Quellen geben 1048 Ew. an (19 Tschechen). Nach Ortslexikon Pfohl: mit Försterhäuser und Spitzberg 1062 Ew. (davon 1028 deutsche).
1938: 938 Ew.
1947: 189 Ew. (nach dem 2. Weltkrieg sank die Einwohnerzahl zunächst auf 118). 1991: 111 Ew.

Berühmte Persönlichkeiten:

1542 soll sich Martin Luther auf der Durchreise nach St. Joachimsthal in einem Gasthaus Gottesgabs aufgehalten haben.

Johann Thaddeus Peithner, Gelehrter, geboren in Gottesgab, Autor eines Werks über die Geschichte des Bergbaus in Böhmen und Mähren, 1780.

Der bekannteste Gottesgaber war der Volksdichter und Erzgebirgssänger Anton Günther (1876-1937). Näheres zu Anton Günther:
http://www.anton-guenther.de
http://www.tira.de/tira/infos/erzgebirge/antong.htm
http://www.erzgebirge-total.de/guent.htm.

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Eingemeindete Ortschaften und Ortsbestandteile

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Literatur

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Verschiedenes (Kirche, Stadtwappen)

Die Kirchenbücher der Pfarrei Gottesgab befinden sich im Staatlichen Bezirksarchiv Pilsen, siehe Kirchenbuchverzeichnis des Pfarrsprengels Gottesgab (ab 1737).
Die Kirche Hl. Anna, ursprünglich ein Holzbau, wurde im Jahr 1593 durch einen gemauerten Bau ersetzt und in Jahren 1605-1607 mir einem Turm versehen. Die heutige Kirche wurde nach einem Brand im Jahr 1771 neu errichtet.

Das Stadtwappen:

Stadtwappen Beschreibung des Wappens:
Das Wappen zeigt Gott Vater in all seiner Würde und Macht auf einer Wolke schwebend. Symbolisch hält er in der linken Hand die Weltkugel, während die rechte Hand den Menschen mahnend ein Gotteszeichen gibt. Er, von dem alles ausgeht, schenkt den Menschen der Gegend jenen Reichtum an Silbererzen, der ihnen als seine Gabe Arbeit und Brot bringt. Die gekreuzten Hämmer auf dem rot-gelb gehaltenen Wappengrund legen Zeugnis ab von dieser Tat Gottes.

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Beschreibung der Gemeinde Seifen (č. Sejfy, jetzt Ržovna)

FOKO-Kennziffer: w62245, Koordinaten: Breite= 51.400, DMS: 50o 23 60N, Länge: 12.8333, DMS: 12o 49 60E, Höhe: 993m
Der Bergbauort Seifen, der zwischen Gottesgab und Platten liegt und dessen Name schon zu Beziehung zum Zinnbergbau weist, ist um 1530 entstanden. Ursprünglich hieß der Ort "am großen Hengst". Die Häuser lagen weit zerstreut voneinander. Heute ist Seifen ein verlassener Ort, der seit 1955 zur Gemeinde Gottesgab gehört.
Als der Bergbau nachgelassen hatte, verdienten sich die Seifner, wie überall im oberen Erzgebirge, mit Heimarbeit (Spitzenklöppelei) ihren Lebensunterhalt. Auch in Seifen bildeten sich Musikkapellen, die in die Welt herauszögen (bekannte Musikkapellmeister waren: Josef Kraus, Hans Gregor, Albert Hahn, Wenzel Richter, Kosmas Kreißl, Josef Schnepp, Josef Lindner u.a.). Die Seifner "Fatzer" waren Musiker, die ihre Ausbildung tüchtigen Seifner Musiklehrern verdanken, wie nennen hier nur die Musiklehrer und Kapellmeister Hans Richter, Josef Reinwarth und Albin Hahn (Konzertmeister des Karlsbader Kurorchesters und späterer Hofkapellmeister in Bukarest. Der Musikdirektor Jovita Richter (geboren 19.3.1871 in Seifen) studierte am Prager Konservatorium, ab 1914 war er Musikdirektor an der Musikschule in Preßnitz. Der Komponist Ernst Kraus (geboren 26.2.1875 in Seifen) war Organist in Prag.

Ortsbestandteile von Seifen waren:

In Seifen bestand eine Pfarei seit 1786. Die Kirchenbücher befinden sich im Staatlichen Bezirksarchiv Pilsen, siehe Kirchenbuchverzeichnis des Pfarrsprengels Seifen, mit Pfarrorten Seifen und Steinhöhe.

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