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[ (D)] [Bezirke] [Bezirk St. Joachimsthal]

Beschreibung der Stadt Böhmisch Wiesenthal.

(West Böhmen, Bezirk St. Joachimsthal
jetzt Bezirk Komotau / okres Chomutov)

FOKO-Kennziffer: w62245, Koordinaten: Breite: 50.4167, DMS: 50o 25 0N, Länge: 12.9500, DMS: 12o 56 60E, Höhe: 935m

Verzeichnis:
Einführung
Geschichte
Ende 19.Jh. bis 1945
Familiennamen
Anzahl Einwohner und Ortsteile
Lauxmühle (Ortsteil von Böhm. Hammer, Bez. Preßnitz)
Literatur
Verschiedenes (Ortsbetreuer, Kirche, Wappen, ...)
Andere Internet Seiten mit Bezug zu Böhmisch Wiesenthal, Erzgebirge,...

Einführung

Das Bergstädtchen Böhmisch Wiesenthal (č. Česk Wiesenthal, jetzt: Loučná), liegt im Erzgebirge am Fuße des Keilbergs in einer Höhe von ca. 963m ü.M. Die einzelnen Häuser ziehen sich am Rande eines vom Keilberg beginnenden Bergrückens rund drei Kilometer talabwärts. Der Pöhlbach, auch Grenzbach genannt, trennt das sächsische Oberwiesenthal (Kurort Oberwiesenthal) vom böhmischen Böhmisch Wiesenthal. Der Pöhlbach ist somit damals wie heute Staatsgrenze. Bekannt war Böhmisch Wiesenthal als idealer Wintersportplatz. Der Ort hatte die Anlage eines Waldhufendorfes. Dies bedeutet, die Felder und Wiesen lagen hinter den Häusern, streifenförmig nebeneinander. Die Bauern betrieben neben dem Bergbau noch eine kleine Viehzucht.

Böhmisch Wiesenthal wurde in dem ersten Viertel des XVI. Jh. durch die Grundherren von Schönberg gegründet, wahrscheinlich durch sächsische Bergleute. 1525 kam es durch Grenzscheidung zur königlichen Herrschaft Preßnitz. Schon 1527 wurde es durch den Kaiser Ferdinand I. zur Stadt, und am 4.2.1601 durch Kaiser Rudolf II. zu einem "Königlich freien Bergstädtchen" erhoben. Diese Privilegien wurden erneuert: von Kaiser Mathias am 12.2.1612, von Kaiser Leopold am 14.2.1663, von Kaiser Josef II am 4.2.1783.
In Böhmisch Wiesenthal wurde, so wie im sächsischen Unterwiesenthal, Bergbau betrieben. Nach der Erschöpfung der einst reichen Bergschätze betrieb man Eisen- und Hausindustrie, auch Handschuherzeugung.

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Geschichte

(aus der Chronik bzw. dem Heimatbuch "Verlorene Heimat", siehe Literaturangaben)

28.10.1431: Erste urkundliche Erwähnung Wiesenthals (als Wilhelm von Schönburg, der Erbauer der Neu-Schönburg bei Klösterle, am Feste Simon und Juda (28.10.) im Jahre 1431 die Hälfte des Pirsensteiner Lehens erhielt, befand sich darunter auch Wyzenthal, das heutige Böhmisch-Wiesenthal.
Der Ursprung des names Wiesenthal ist strittig, denn der altdeutsche Name Wyzentahl bedeutet soviel wie "weißes Tal", da das Wort "wyz" damals "weiß" bedeutete. Diese Bezeichnung ist wohl darauf zurückzufuehren, daß in diesem hochgelegenen Gebirgsthale bis weit in den Frühling hinein hoch Schnee lag, was die Leute aus tieferen Lagen (Egertal) als auffallend empfanden. Auch der Sachsen und Böhmen trennende Bach hieß Belbach heute Pöhlbach) was ebenfalls Weißbach bedeutet. Wegen des Gleichklangs des Wortes las man statt "wyzen" bald "Wiesen". Die erste Wortbedeutung wurde verhältnismäßig bald vergessen, denn bei der Wappenverleihung an das Städtchen Wiesenthal durch Kaiser Rudolf II im Jahre 1601 heisst es: "...zwei Bergknappen...zu Füßen grüner Boden...", was also Wiese bedeutet.
1449 wird Böhmisch Wiesenthal als "wüstes Dorf" (Wüstung) bezeichnet.
Im Jahre 1943 kurz vor Ende des 2. Weltkriegs werden im Rathaus von Böhmisch Wiesenthal alte Schriften gefunden. Zufolge dieser Schrift wurden vom einstigen Grundherrn Vitzthum (dieser Name ist deutlich zu lesen) dem Orte Wiesenthal im Jahre 1527 erstmalig die Stadtrechte verliehen.
Das erste Kontraktenbuch (Verträge beinhaltend) von Wiesenthal auf böhmischer Seite stammt aus dem Jahre 1536. Es ist ein zusätzlicher Beweis dafür, daß der Ort schon damals Stadtrechte hatte.
Im Jahre 1530 wird Böhmisch Wiesenthal ein Gerichtssiegel verliehen (während der Regierungszeit Ferdinand I). Eine Urkunde im Rathaus gab darüber Auskunft. Nach dieser Urkunde zeigt das Wappen von Böhmisch Wiesenthal ein rotes Schild, mit Schlägel und Bergeisen. Über dem Schild halten zwei Bergmänner eine brennende Lampe, während sie in der anderen Hand Gezähstücke (Anmerkung: Gezähe sind Werkzeuge der Bergleute) tragen. Das Siegel mit drei Zentimeter Durchmesser zeigt dieses Wappen und die Umschrift: Gem. Sig. zv (zu) Bömisch Berch Fleckl Wiesenthal. Und nochmal: am 3.10.1616 erhielt Böhmisch Wiesenthal auf Bitte des Richters und der Geschworenen der Stadt von Kaiser Mathias das Führen eines Wappens zugestanden. Das Wappen zeigt zwei Bergknappen auf einer Wiese und im Schild Schlägel und Eisen.

Durch den allgemeinen Rückgang im obererzgeb. Bergbau erlahmte wie in den anderen Bergstädten auch in Böhmisch Wiesenthal in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Wirtschaftlichkeit und auch die Bergstadt Böhmisch Wiesenthal verarmte. Die Bergwerke verfielen und der Ausbruch des 30jährigen Krieges führte zum gänzlichen Erliegen des Bergbaues.

Im Verzeichnis der "Bauersleute und Untertanen" der Dörfer, die um 1550 zum Amte Preßnitz gehörten, findet sich "auch Wiesenthal". Die Stadt war wohl wieder zum Dorfe herabgesetzt worden!!! Nach diesem "Verzeichnis der Bauersleute und Untertanen" auf den Dörfern des Amts Preßnitz werden im Jahre 1553 32 Angesessene in Böhmisch Wiesenthal genannt. Das sind Haushaltsvorstände die Zinsen an den Grundherrn zahlen. Danach gab damals in Böhmisch Wiesenthal wohl 32, in Weipert 42, in Schmiedeberg 17 und Gottesgab 24 Häuser. (Anmerkung : Rund 160 bis 200 Personen dürften demnach um das Jahr 1550 in Böhmisch Wiesenthal gelebt haben).

Im Jahre 1621 setzte in Böhmen unter Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) die Gegenreformation ein. In Böhmisch Wiesenthal gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kirche. Im Jahre 1623 wurden u.a. die Kirchen in Weipert und Preßnitz gesperrt. Wer nicht katholisch wurde erhielt kein Bürgerrecht und durfte kein Gewerbe ausüben, nicht heiraten und wurde nicht ordentlich beerdigt.
Aber die Rekatholisation ging in den Bergstädten langsam voran. Die Einheimischen wehrten sich. Noch im Jahre 1656 berichteten die Landesbeamten dem Kaiser von der Widersetzlichkeit der Bergstädte gegen die Annahme der katholischen Religion. Viele Einwohner gingen hinüber nach Sachsen, baten dort um Aufnahme. Im Jahre 1656 waren es alleine 335 Einwohner aus Böhmisch Wiesenthal und Stolzenhain. Erst 1680 war die Gegenreformation beendet!!!
Die böhmischen Ortschaften hatten sich entvölkert, die sächsischen blühten auf. So kann man Böhmisch Wiesenthal zum zweiten Mal seines Bestehens als "verödet" bezeichnen. Nur allmählich erholte sich das Bergstädtchen wieder.

Im Jahre 1749 hatte Kaiserin Maria Theresia die Justiz (Rechtspflege) von der Verwaltung getrennt und die Einteilung Böhmens in 16 Kreise angeordnet. Böhmisch Wiesenthal das bisher zum Kreise Eger gehörte, kam fortan zum Kreise Elbogen. In Bergwerksangelegenheiten verblieb Böhmisch Wiesenthal beim Oberamte St. Joachimsthal. Im Jahre 1765 entzog die Kaiserin Maria Theresia den Städten die eigene Kriminalgerichtsbarkeit. Hierbei kam Böhmisch Wiesenthal zum Gerichte Elbogen. Die Stadt behielt aber ihren Stadtrichter.

Ab 1.1.1770 wurde jedes Haus in Böhmisch Wiesenthal mit einer "Conskriptionsnummer" versehen. (Anmerkung: Hausnr.112 = C.N. 112)

Im Jahre 1780 Einführung der Regelschule (1 Lehrer und 1 Schulgehilfe)

Im Jahre 1839 und 1840 herrschte im Erzgebirge eine große Hungersnot. Die schlechte Wetterlage hatte dazu geführt. Die Folge: Mißernte und hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit. Im Jahre 1843 wieder Not und Elend im Erzgebirge.
Im Jahre 1848/49 Revolutionsjahre.
Im Jahre 1855 erfolgte eine erneute Einteilung Böhmens in 13 Kreise. Hierbei kam Weipert zum Kreis Saaz, St. Joachimsthal und Böhmisch Wiesenthal zum wiedererichtenden Kreis Elbogen.

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Ende 19.Jh. bis zur Gegenwart

1897 gab es in der kleinen Bergstadt Böhmisch Wiesenthal die Pfarrkirche und eine Pfarrei, eine dreiklassige Volksschule, das Rathaus aus dem 17.Jh., ein Malzhaus, erbaut 1769, und das Bräuhaus, das 1890 neu errichtet wurde. Es gab sieben Gasthäuser in der Stadt und seit 1842 einen Weinschank. Im Rathaus war das städtische Museum untergebracht. Ferner wurde 1892 ein Post und Telegraphenamt errichtet. Die Postverbindung von Weipert nach St. Joachimsthal ging über Böhmisch Wiesenthal, eine andere verband den Ort mit dem Bahnhof Schmiedeberg. Ausserdem befand sich in Böhmisch Wiesenthal ein Nebenzollamt 2. Klasse und eine k.k. Finanzwachabteilung. Das Jahr 1906 brachte die Wasserleitung (Hochquellenleitung / Gebirgswasser) für den Ort. 1908 Eröffnung der Stadtsparkasse.
Am Ort befand sich eine grosse Handschuhfabrik. Die Maschinen dieser Fabrik wurden mit Dampfkraft betrieben. Die Beleuchtung war elektrisch. Desweiteren war eine Eisengiesserei vor Ort und ein Fabrikant erzeugte Seife und Seifenpulver. Im Jahre 1904 Eröffnung einer Druckerei, die sich aber nicht lange hielte. 1909 Eröffnung eines weiteren Betriebes mit Handschuhstrickmaschinen (200 Maschinen wurden aufgestellt), zusätzlich Errichtung einer Posamentenfabrik - darin wurden Spitzenmaschinen, Band- und Webstühle aufgestellt - ca. 60 Leute fanden Arbeit.
An Vereinen gab es die Feuerwehr, den Kirchenmusikerverein, Gesangverein, einen landwirtschaftlichen Spar- und Vorschußverein, sowie den Militärveteranenverein. Vereine Stand 1906: Freiwillige Feuerwehr, Frauenverein, Gesangverein, Landwirtschaftlicher Verein, Militärveteranenverein, Ortgruppe des Bundes der Deutschen in Böhmen, Stenographenverein, Schulkreuzerverein, Christlicher sozialer Verein, Wintersport- u. Verschönerungsverein.
28.Juni 1904: es fielen 8 Häuser in Böhmisch Wiesenthal einem großen Brand zum Opfer.
16.März 1913: das am Zieroldberg gelegene Kuhnsche Wohnhaus brannte nieder.
19.Juni 1914: das aus altem Fachwerk bestehende und mit Schindeln gedeckte Haus des Musikers Schmiedel brannte nieder.
23.Mai 1915: der bekannte Gasthof "Schlüßl" in Böhmisch Hammer an der Straße nach Weipert-Schmiedeberg wurde ein Raub der Flammen.

Die letzten Bürgermeister von Böhmisch Wiesenthal, soweit bekannt, hießen: um 1900 Johann Gahler, anschl. Josef Roller, Ludwig Fiedler, Emil Schmidt, Rudolf Fiedler, danach 1922-1928 Anton Loos sen.; 1928-1936 Anton Loos jun., 1936-1939 Cölestin Pschorn, ab 1939 Adolf Kuhn, Johann Slany, Josef Körner, Josef Mayer.

Erste Ausweisungen der deutschen Bevölkerung nach dem Krieg: ab Mitte Mai/Juni 1945, Massenausweisungen anschließend bis April 1946.

Im Jahre 1949 kam Loučná (Böhmisch Wiesenthal) zum neugegründeten Bezirk Karlovy Vary (Karlsbad) und im Jahr 1960 zum Bezirk Chomutov (Komotau), Teil des großen "Severočesk kraj" (Nordböhmischer Kreis).
1986-1991 war es ein Teil der Gemeinde Vejprty (Weipert), erst 1992 erlang Loučná zusammen mit Háj (Stolzenhain) wieder Selbständigkeit.

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Familiennamen in Böhmisch Wiesenthal aus dem Jahre 1939:

Armann, Baier, Bartl, Behr, Blum, Boch, Bruckner, Fiedler, Fischer, Flach, Franek, Gahler, Glaser, Grosmann, Gruner, Günther, Hammer, Heidler, Heinrich, Hering, Hermann, Hofmann, Högn, Höll, Jung, Kolitsch, Körner, Kowarschik, Kratochwill, Kreißl, Kuhn, Langer, Lenhart (Lenhardt), Lenk, Liebald, Loos, Morbach, Müller, Neubert, Öhmt, Päckert, Pöschl, Rabenstein, Reim, Roller, Schimm, Schmidt, Schneider, Seltmann, Siegl, Slany, Sobitschka v. Wiesenhag, Sommer, Steiner, Stütz, Taschner, Wehnl, Weiß (Weiss), Wirth, Wohlrab, Wolf, Zapf, Zierold.
Namen zusätzlich um 1908: Bergner, Fohmann, Gabler, Gaier, Gerold, Grimm, Hammerschmidt, Hieke, Klier, Kreisl, Peinelt, Prockl, Rollinger, Schmidl, Schöniger.

Verzeichnis der Hausbesitzer von Böhmisch Wiesenthal 1908 und 1939

Hausnr.   1908   1939
101Roller JosefRoller Rudolf, Gußmeister
102Baier Daniel, WaldarbeiterLiebald Karl, Zimmermann
103Gahler Johann, WeinhandelWeiß Johann, Gastwirt, Stadtsekretär
104Günther Daniel, ArbeiterGünther Daniel
105Rabenstein Johann, KalkhändlerRabenstein Hermann, Kalkhändler
106Günther JohannHöll Johann
107Kreisl Johann, ArbeiterStütz Franz, Stricker
108Pöschl Johann, MaurerPöschl Kajetan, Maurer
109Zapf JosefZapf Josef
110Schimm Anton, WaldarbeiterSchimm Anton, Waldarbeiter
111Lenhart MathildeBruckner Josef, Malermeister
112Schimm Johann, WaldarbeiterSchimm Johann, Waldarbeiter
113Pöschl Franz, HandschuhePöschl Franz, Handschuhfabrikation
114Loos Magdalena, HausfrauLoos Karl, Straßenwärter
115Schmidl JohannSchmidl Johann
116Högn Johann, ArbeiterHögn Anton, Strickmeister
117Großmann, TheresiaGroßmann Albin, Landwirt
118Loos Anton, PferdehändlerPöschl Josef, Fleischerei
119Zapf Ignaz, LandwirtZapf Anton, Maler, Schulhausmeister
120Gruner Wilhelm, GießereiGruner Max, Gießerei
121Behr JosefBehr Johann
122Schmidt JohannSchmidt Franz
123Loos Josef, HandschuhmacherLoos Adelheid, Hausfrau
124Wirth Josef, Wagner, HandelWirth Josef, Wagnerei
125Lenhardt Franz, SchnittwarenPöschl Ottokar, Handschuherzeugung
126Lenhadt Ignaz, MaurerLenhart Marie, Hausfrau
127Franek Josef, KaufmannFranek Karl, Kaufmann, Weinhandlung
128Simon Adolf, BriefträgerKuhn Werner, Gastwirt
129Loos Berta, HausgeräteLoos Hans, Kaufmann, Haus- u. Küchengeräte
130Bruckner VinzenzBruckner Rudolf
131Stütz JohannArmann Johann
132Klier Daniel, HändlerArmann Karl, Handschuhmacher
133Zierold Ferdinand, SchuhmacherZierold Ferdinand, Schuhmacher
134Liebald Anton, SpenglerLiebald Josef, Spenglerei
135Prockl AdolfHofmann Richard, Weber b. Kannaberge
136Schmidt Emil, GastwirtSchmidt Helene, Gastwirtin
137Höll FranzHöll Johann, Gießerei
138Loos Paul, HandschuhmacherLoos Paul, Handschuhmacher
139Kreißl Franz, HändlerHeinrich Rudolf, Handschuherzeugung
140Höll Johann, MalerBaier Julie, Hausfrau
141Grossmann TheresiaSeltmann Hans, Handschuhmacher
142Höll LeonhardPöschl Alfred

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Anzahl Einwohner und Ortsteile

  1. 1763: 291 Ew., 60 Häuser
  2. 1802: 489 Ew, 82 Häuser
  3. 1843: 790 Ew. (alle deutsch), 95 Häuser
  4. 1890: 938 Ew. (alle deutsch), 105 Häuser
  5. 1895: 1035 Ew, 115 Häuser
  6. 1921: 1126 Ew. (1107 deutsch, 15 tschechisch), 131 Häuser (davon Stadt: 68, Grund: 38, Häuselberg: 8, Zieroldberg: 17)
  7. 1930: 1355 Ew. (19 Tschechen, als Beamte dorthin versetzt); nach Ortslexikon Pfohl ca. 1930: 1126 (davon 1107 Deutsche)
  8. 1938: Bevölkerung im Jahre am 17.5.1939 (Volkszählung): 1230 Ew., katholisch, 180 Häuser bzw. Haus-Nr.
  9. 1947: 147 Ew. (nach der Vertreibung der deutschen Einwohner)
  10. 1991: 14 Ew., 8 Häuser, davon nur 6 ständig bewohnt, dazu 67 Weekend-Häuschen.
Man sieht an Hand der Zahlen, dass sich Böhmisch Wiesenthal nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nie mehr erholt hat und nun nur noch als Erholungsgebiet dient.

Ortsteile (nach Dr. Heribert Sturm, 1931):
Grund, Winkel, eine Gruppe von 42 Häusern. - Häuselberg, eine Gruppe von 13 Häusern. - Höfermühle, ein Weiler von 4 Häusern. - Pöschelhäuser, Einschicht von 2 Häusern. - Stiefmütterlberg, Einschicht von 4 Häusern. - Zieroldberg, eine Gruppe von 19 Häusern. - Lauxmühle (ehemalige Brett- und Mahlmühle; Fleischbank, Bierschank, Bäckerei), Häusergruppe.

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Lauxmühle

Lauxmühle: (außerhalb von Böhmisch Wiesenthal gelegen) gehörte zu Böhmisch Hammer, damit zum politischen Bezirk Preßnitz und zum Gerichtsbezirk Preßnitz.
Im Jahre 1612 wird innerhalb der Verleihung der Stadtrechte an Böhmisch Wiesenthal auch ein alter Hammer an der Brücke des Grenzbaches (Pöhlbach) erwähnt. Wahrscheinlich handelte es sich um die Lauxmühle. Sie wurde im Verlauf der Zeit wüst. Das Amt Preßnitz brachte die herrenlose Mühle an sich und überliess sie einem Preßnitzer, nicht einem Wiesenthaler Unterthan. Dieser Preßnitzer verblieb aber im Preßnitzer Untertanenverband, womit man die Lauxmühle der Wiesentahler Zuständigkeit entzog. Es entstand fortan ein Streit. Die Wiesenthaler sahen dieses Gebiet (es handelte sich um eine Mühle mit wenigen Häusern) weiter in ihrem Gemarkungsbereich, das Amt Preßnitz sah dies anders. Es folgte ein Prozess der 70 Jahre dauerte. Resultat: Die Wiesenthaler erhielten eine finanzielle Entschädigung, das Gebiet blieb beim Amte Preßnitz.
Als dann politische Gemeinden (Gesetz von 17.3.1849) gebildet wurden, kam die Lauxmühle unter dem Namen der Lauxmühle zur Gemeinde Schmiedeberg (Nachbarort) und wurde dort eingegliedert. In dieser Gemeinde verblieb sie bis zum 31.12.1925. Danach bildete der Ortsteil Lauxmühle mit dem einstigen Weiperter Ortsteil Böhm. Hammer die selbständige Gemeinde Böhm.-Hammer. (Böhmisch Hammer = České Hamry).
Böhmisch Hammer mit Lauxmühle waren nach Böhmisch Wiesenthal eingepfarrt.

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Literatur:

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Verschiedenes (Ortsbetreuer, Kirche, Wappen, ...)

Heimat-Ortsbetreuer:
Herr Hans Stengl, Markt 10, D-09484 Kurort Oberwiesenthal, Tel. 037348-8387.
Heimattreffen:
Das Heimattreffen findet vom 5.6.-7.6.2009 in Oberwiesenthal statt. Näheres beim Heimat-Ortsbetreuer, Herrn Stengl.

Kirche:
Verzeichnis der Kirchenbücher des röm. kath. Pfarrbezirks Böhmisch Wiesenthal, Matriken ab 1707, vorher in Gottesgab.
Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung: aus dem Jahr 1551, verfiel im laufe der Zeit und wurde 1731-1737 neu erbaut. Die Kirche wurde am 12.6.1981 gesprengt. Das Pfarrhaus wurde 1784 erbaut.
Vikariat: St. Joachimsthal. Letzter Pfarrer: Emil Jung, geb. 10. Mai 1899 in Ritschka.
1938 umfaßte die Pfarrei folgende Orte:
- im Bezirk Radiumbad St. Joachimsthal: Böhmisch Wiesenthal, Stolzenhain.
- im Bezirk Preßnitz, Gerichtsbezirk Weipert: Böhmisch Hammer.
1930 zählte sie 2703 Katholiken.
Böhmisch Wiesenthal und Stolzenhain hatten einen gemeinsamen Friedhof. Noch heute findet man ihn auf der Wiesenthaler Anhöhe, außerhalb der Gemeinde Stolzenhain.
Wappen der ehemals königlich freien Bergstadt Böhmisch-Wiesenthal:
Stadtwappen Ein Wappen soll Böhmisch-Wiesenthal schon 1536 anläßlich seiner Erhebung zur Stadt bekommen haben: in Rot gekreuzte (später schwarze) goldbestielte Schlegel und Bergeisen. Als Schildhalter zwei Bergknappen mit einem Schlegel über der Schulter, die gemeinsam über dem Schilde eine brennende Grubenlampe halten.

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Erstellt von Herrn Günter Slany, unter Mithilfe von D. Selig, VSFF-Forschungsgruppe St. Joachimsthal.
Letzte Änderung: 10.Dezember 2011 (ds)
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