Amtsvorsteher: Forstmeister Otto Scholz, Stoberau, jetzt Goslar, Reußenstraße 16
Stoberau trägt den Namen Stobrava nach dem Fluß, an welchem es liegt. Dieser hat seinen Lauf allerdings mehrfach geändert. Die Ortsform des Dorfes zeigt eine Überformung des alten Kerns infolge Zusiedlung von Gärtnern und Häuslern zur Zeit Friedrich des Großen.
Ob die Kirche alt ist, ist nicht mehr sicher. Sie besaß die Widmut (Weiderecht. Mit Schwanowitz zusammen hatte es meistens den gleichen Grundherren, so die Borutha 1377, dann die Waldau, die Beeß. Später kam es an den Herzog und gehörte zum Amt Karlsmarkt. 1783 gab es zwei Anteile; der eine mit der Kirche hatte 19 Bauern, der andere war ein kleiner Rittersitz, wahrscheinlich die sogenannte "Ablage". Diese rittermäßige Scholtisei ist später an die "kleinen Leute" ausgeteilt worden. Außerdem gab es noch eine Freischoltisei. 1833 wurde ein eigenes Pfarrhaus erbaut.
Irgendwelche Industrie war in der Gemeinde nicht vorhanden. Sie trug einen rein landwirtschaftlichen Charakter. Von dem Heimatortsvertrauensmann sind eine ausführliche Einwohnerliste und ein Dorfplan mit den einzelnen Hofstellen und Stellenbesitzern aufgestellt worden. Beides befindet sich bei der Betreuungsstelle Brieg.
Am 20. Januar 1945 mußte die Bevölkerung vor der herannahenden Front flüchten. Zurückgelassen wurden nur Kranke und alte Leute. Der Fluchtweg führte über Strehlen, Waldenburg, Landeshut nach Tetschen und Bodenbach. Nach der Ausweisung aus diesen Orten kehrte der größte Teil der früheren Bewohner in die alte Heimat zurück. Aber Ende 1945 und im Jahre 1946 erfolgte dann die Ausweisung. Der größte Teil kam in die Gegend von Halle und Wehrsdorf, Kreis Bautzen.
In der Heimat verblieben sind Christian Sobirey, Anton Gandyra, Gustav Prietzel und Friedrich Franzke. Von letzterem liegt die Anschrift bei der Betreuungsstelle Brieg vor.
Das Dorf Riebnig liegt auf der rechten Oderseite im Osten des Kreises Brieg. Nach dem Rezeß von 1802 zählte die Gemeinde 39 Gärtnerstellenbesitzer und Häusler. Im Jahre 1854 verursachte ein außergewöhnliches Hochwasser durch den Bruch des Oderdammes schwere Schäden in Dorf und Flur und brachte der Bevölkerung große Not. Am 12. Juli 1903 brach der Damm erneut nach starken Regenfällen, und das Wasser überflutete wieder Feld, Wald und einen großen Teil des Dorfes.
Im Jahre 1945 waren 74 Stellenbesitzer vorhanden. Die Besitzgrößen staffelten sich von 1/4 ha (Hausgrundstück) bis zu 15 ha. Die gesamte Fläche der Gemeinde war 781 ha groß.
Die Erwerbsmöglichkeiten beschränkten sich, soweit keine eigene Ackernahrung vorhanden war, auf Guts- und Waldarbeit. Industrie war nicht vorhanden, wohl aber drei kleine Kaufläden, eine Bäckerei und zwei Gasthäuser. Durch die nahegelegenen Bahnhöfe in Karlsmarkt und Poppelau bestanden günstige Bahnverbindungen nach Breslau und Oberschlesien.
Auch hier mußte am 20. Januar 1945 die Bevölkerung auf die Flucht gehen. Bei strengem Frost ging die Fahrt über Brieg, Strehlen, Schweidnitz, Hirschberg in den Kreis Teppel im Sudetenland, und zwar in die Gemeinden Neumarkt und Hangendorf. Im Laufe des Sommers 1946 erfolgte die Aussiedlung nach der Provinz Sachsen-Anhalt. An Toten und Vermißten hat die Gemeinde 43 Einwohner zu beklagen.
Eine ausführliche Einwohnerliste vom Heimatortsvertrauensmann liegt ebenfalls bei der Betreuungsstelle Brieg vor.
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zuletzt aktualisiert: 27.04.2001