Amtsvorsteher: Gärtnerbesitzer Fritz Muthwill, Leubusch, jetzt Weiersbach, Kreis Schlüchtern
Das heutige Leubusch ist durch die Zusammenlegung von Groß und Klein Leubusch entstanden. Der alte Ortsname lautet Lubisch oder Lubsch. Aus der Zusammenlegung erklärt sich auch die unregelmäßige Siedlungsform des Dorfes. Im westlichen Teil steht die evangelische Kirche. Das katholische Gotteshaus ist als josefinische Kuratie erst 1717 errichtet worden. Im Jahre 1264 verlieh der Herzog der Stadt den Wald. 1284 trennte der Ritter Sandcoh von Lubsch zwei Haufen von Döbern ab und schlug sie zu seinem Gute Lubsch. 1333 kaufte die Stadt Brieg Groß Leubusch und 1368 Klein Leubusch. Mit Erlaubnis des Herzoges verband die Stadt dann beide Dorfteile miteinander. 1783 hatte Groß Leubusch 11 und Klein Leubusch 13 Bauern. Das Dorf Neu Leubusch ist erst unter Friedrich dem Großen gegründet worden.
Leubusch war die größte Dorfgemeinschaft des Kreises Brieg. Wenn die Gemeinde auch einen überwiegend landwirtschaftlichen Charakter trug, so war doch ein Großteil der Bevölkerung in der 7,5 km entfernten Kreisstadt als Handwerker tätig. Durch die großen Wälder des Hinterlandes verdiente sich ein nicht unbedeutender Teil den Lebensunterhaltes als Waldarbeiter. Hierzu zählten auch sehr viele Frauen, die für Kulturarbeiten im Walde eingesetzt waren. An den nahegelegenen Brieger Stadtwald grenzte die Staatsforst an.
Von den gewerblichen Betrieben seien die Sägewerke Max Hoffmann, Ilmenau/Thüringen, Karl-Zink-Str. 4, und Tschemer erwähnt. Letzterer ist in Kiel gestorben. Die Großgärtnerei Muthwill hat in Weiersbach bei Schlüchtern wieder einen Jungpflanzenversand eröffnet. Von anderen Gewerbebetrieben wären die Gastwirtschaften Pogarell, Riegel, Gorka, Brand und Kunze zu erwähnen und die Bäckerein Prenzel, Kabitz, Schmidt und Wabnik. Die Fleischereien waren im Besitz der Familien Kränzel, Jarsch, Glaser und Wilde. Die Postagentur wurde von Herbert Malize geführt. Auch eine Spar- und Darlehenskasse war in Leubusch vorhanden. Eine für damalige Zeit sehr moderne Badeanstalt hatte der Kreis Brieg im Ort errichtet, desgleichen eine Anstalt für Seidenraupenzucht. Im Ort waren drei Gendarmeriebeamte stationiert.
In Piastenthal wurde im überwiegenden Umfang Ackerbau betrieben. Eine Einwohnerliste ist vorhanden.
Am 19. Januar 1945 ist bei großer ein großer Teil des Dorfes mit 26 Wagen über Leubusch nach Brieg, Strehlen, Schweidnitz bis Hindorf bei Hirschberg evakuiert worden. In Hindorf war dieser Treck 10 Tage im Quartier, mußte aber auch von dort in Richtung Hirschberg weiter. In Hirschberg wurde dann ein großer Teil der Männer zum Volkssturm eingezogen. Bis Hindorf war der Treck auf 8 Wagen zusammengeschmolzen, da die anderen eine andere Fluchtrichtung genommen hatten. Diese 8 sind dann von Hindorf aus über Friedland, Aussig, Franzenbad, Weiden, Regensburg nach Pfaffenberg weitergezogen unter Führung von Hermann Adolph. Bürgermeister Paul Springer mußte wegen Krankheit im Sudetenland zurückgelassen werden. Dort ist er auch nach einigen Tagen gestorben.
Mitte Mai sind dann eine ganze Reihe Piastenthaler Besitzer wieder in ihren alten Heimatort zurückgefahren. Sie wurden aber mit denen, die nicht auf die Flucht gegangen waren, im Jahre 1946 nach der Sowjetzone ausgewiesen. In der Heimat verblieben sind Johann Grabowsky mit Frau Tochter. Sie wohnen jetzt in Brieg, Mühlenstr. 11
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zuletzt aktualisiert: 25.04.2001