Amtsvorsteher: Oberinspektor Kokott, Neu-Briesen, näheres nicht bekannt
Briesen wird schon 1227 urkundlich als Bresin erwähnt, stammt also aus vordeutscher Zeit. Der Ortsname bedeutet Birkenhof. Bei der Aussetzung zu deutschem Recht wurde es ein deutsches Bauerndorf mit nicht ganz 40 Hufen. Die Kirche besaß eine Widmut von 3 Hufen. Es war mit Linden größtenteils zusammen in der Hand von adeligen Grundherren. 1551 kauft es Herzog Georg II. 1783 gab es 16 Bauern, 1845 neben der Freischoltisei noch ein Freigut. Hierzu gehörten Rothaus, seit neuerer Zeit auch Neu-Briesen.
Die Gemeinde hatte einen rein landwirtschaftlichen Charakter. Der Weidenzüchter Strauß aus Brieg unterhielt auf einem ehemaligen Bauerngut eine Weidenschäle. Die Schule war dreiklassig und hatte zum Zeitpunkt der Vertreibung 156 Schüler und Schülerinnen. Das Staatsgut in Größe von 460 ha wurde von dem Oberinspektor Konstantin Kokott bewirtschaftet. Daneben waren noch 9 weitere Betriebe mit Flächengrößen zwischen 23 und 31 ha vorhanden.
Der alte Name Lyndenau zeigt, daß es eine deutsche Siedlung ist. Das Dorf umfaßte ca. 30 Hufen. Die Kirche besaß eine Widmut. Mit Briesen zusammen hatte es meistens den gleichen Grundherrn. So die Breslauer Patrizier von Krakau, die sich nach dem Dorf auch von Lindenau nannten. 1400 kam das Dorf vom Kreise Ohlau zum Kreise Brieg. Die evangelische Kirche hatte nach 1675 zeitweise einen katholischen Geistlichen. 1551 erwarb Herzog Georg II. das Dorf zusammen mit Briesen.
Linden ist auch ein reines Bauerndorf. Durch die Lage zur Oder bedingt, hatten sich in den letzten Jahren vor der Vertreibung mehrere Schiffseigner angesiedelt. Durch den in unmittelbarer Nähe gelegenen Personenbahnhof war eine Zugverbindung nach Breslau bzw. Brieg und Oberschlesien gegeben.
Ein gut besuchtes Ausflugsziel war das Gasthaus an der Lindener Fähre. Zu erwähnen wären ferner die Lindener Schleuse und das Stauwehr. Im Überschwemmungsgebiet der Oder wurden hier wie in anderen gleichgelegenen Stellen Weiden angebaut. Im Ort befand sich daher auch eine Weidenschäle der Firma Strauß Brieg.
Rathau ist älter als die Stadt Brieg. Es hieß ursprünglich Ratajka. Das Dorf war eine sogenannte Dienstsiedlung, in welcher die zum herzoglichen Wirtschaftshof gehörenden Ackerleute wohnten. Die Zehnten gehörten der in der Nähe gelegenen Brieger Marienkirche. Diese erhielt 1279 vom Herzog im Austausch das ganze Dorf mit Scholtisei. Mit Alt-Brieg zusammen umfaßte das Dorf 49 kleine (flämische) Hufen, die Hufe zu 16,8 preußischen Morgen. 1314 bestätigte der Herzog der Stadt Brieg deren Rechte auf Rathau. 1783 war es Vorstadt von Brieg und hatte 9 Bauern. Der landwirtschaftliche Besitz der Gemeinde war nicht sehr groß. Es waren 4 landwirtschaftliche Betriebe mit den Flächengrößen zwischen 24 und 53 ha vorhanden.
An wirtschaftlichen Betrieben der Gemeinde sind ein Sägewerk und ein Korbweidenbetrieb erwähnenswert. Eine ausführliche Einwohnerliste gibt Aufschluß über die Bevölkerung zum Zeitpunkt der Vertreibung.
Im Rathaus geboren wurde der Schriftsteller Ewald Seeliger. Berühmt geworden ist er durch seinen Roman "Peter Voss, der Millionendieb". Dieser Roman wurde zweimal verfilmt.
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zuletzt aktualisiert: 27.04.2001