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Lippe (-Detmold)

Einteilung der Gerichtsbezirke in Lippe 
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In Lippe gab es bis 1879 verschiedene örtliche und überörtliche Gerichte mit unterschiedlichen Zuständigkeiten.

Justizkanzlei
Die Justizkanzlei ist das älteste lippische Gericht, das für Zivilsachen zuständig war und gleichzeitig Appelationsinstanz für die niederen Gerichte auf dem Lande und in den Städten darstellte. Nachdem 1593 das Hofgericht eingerichtet wurde, bestand zwischen beiden Gerichten eine gewisse Konkurrenz. Durch das Gerichtsverfassungsgesetz wurden beide Gerichte 1879 aufgelöst.

Hofgericht
Das Hofgericht wurde 1593 als Obergericht eingerichtet und sollte Ersatz für die Justizkanzlei sein. Beide Gerichte bestanden jedoch bis 1879 nebeneinander.

Geistliches Gericht
Nachdem 1556 ein Konsistorium als kollegiale Zentralbehörde für Kirchen- und Schulangelegenheiten aufgrund der lippischen Kirchenordnungen von 1538/1571 gebildet worden war, wurde 1600 das Geistliche Gericht eingerichtet. Es war zuständig für alle sich aus den Kirchenvisitationen ergebenden Mängel und Streitigkeiten und für Ehesachen, mit Ausnahme der Stadt Lemgo, die ein eigenes lutherisches Konsistorium besaß. Das Gericht wurde 1879 aufgelöst.

Kriminalgericht
1650 wird ein Peinliches Halsgericht eingerichtet, das für das gesamte Land mit Ausnahme Lemgos zuständig war. Später wurde es in Kriminalgericht umbenannt. Das Gericht wurde 1879 aufgelöst.

Militärgericht
Das Militärgericht wurde 1806 eingerichtet und 1867 nach Abschluß der Militärkonvention mit Preußen aufgelöst.

Freigerichte
Belehnung der lippischen Freigrafen auf Antrag des Landesherrn durch den Kaiser, seit 1422 durch den Erzbischof von Köln. Freigerichte gab es in Biest bei Lemgo, in Schötmar, zum Falkenberg, in Wilbasen bei Blomberg, in Oesterholz bei Cappel und unter dem Stoppelberg bei Steinheim. Die Freigerichte verloren mehr und mehr an Bedeutung und waren gegen Ende des 17. Jahrhunderts bedeutungslos.

Gogerichte:
Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert wurden die Gogerichte planmäßig durch den Landesherrn erworben. Sie waren zuständig für die niedere Gerichtsbarkeit in Strafsachen, den Vorsitz hatten die vom Landesherrn bestellten Gografen. Seit dem 19. Jahrhundert bedeutungslos.

Stadtgerichte
In Lemgo übten die landesherrlichen Stadtrichter neben dem Rat die niedere Gerichtsbarkeit aus. In allen anderen Städten stand die niedere Gerichtsbarkeit dem Rat zu. Die Vollstreckung der Urteile oblag dem landesherrlichen Richter. 1791 wurde in Lage ein Fleckengericht mit ähnlichen Rechten eingerichtet. 1843 wurde in den Städten Justiz und Verwaltung getrennt und die organisatorisch vom Magistrat getrennten Stadtgerichte eingerichtet. In Lemgo wurde ein Justizmagistrat eingerichtet. Die Stadtgerichte wurden 1879 aufgelöst.

Landgerichte
1879 mit Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes wurde in Detmold für das Fürstentum Lippe ein Landgericht eingerichtet, das dem Oberlandesgericht Celle unterstand. Seit 1947 ist das Gericht dem Oberlandesgericht Hamm zugeordnet.

Amtsgerichte
Im Fürstentum Lippe wurden 1879 Amtsgerichte eingerichtet, die die bis dahin von den Amtsverwaltungen wahrgenommenen Justizfunktionen übernahmen. Im Landgerichtsbezirk Detmold gab bzw. gibt es folgende Amtsgerichte:

Amtsgericht Alverdissen
    Das Gericht wurde 1969 aufgelöst. Zuständig wurden die Amtsgerichte Blomberg und Lemgo.

Amtsgericht Bad Salzuflen
    Das Gericht wurde 1977 aufgelöst. Zuständig wurde das Amtsgericht Lemgo.

Amtsgericht Blomberg

Amtsgericht Detmold

Amtsgericht Lemgo

Amtsgericht Hohenhausen
    Das Gericht wurde 1969 aufgelöst. Zuständig wurde das Amtsgericht Lemgo.

Amtsgericht Horn
    Das Gericht wurde 1970 aufgelöst. Zuständig wurde das Amtsgericht Detmold.

Amtsgericht Lage
    Das Gericht wurde 1979 aufgelöst. Zuständig wurde das Amtsgericht Detmold.

Amtsgericht Oerlinghausen
    Das Gericht wurde 1979 aufgelöst. Zuständig wurde das Amtsgericht Detmold.

Quelle:
Kurzübersicht über die Bestände des Nordrhein-Westfälischen Staatsarchives Detmold und des Personenstandsarchivs Westfalen-Lippe, Detmold 1994

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Letzte Aenderung: 29_05_1999 (ab) - Alle Rechte vorbehalten -



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