Ostsee-Zeitung vom 21.01.2005 von Jürgen Lenz


Familienforscher Karl-Heinz Schröder veröffentlicht die ersten Bücher über die Höfe und Büdnereien in Herrnburg und umliegenden Orten.

Herrnburg - Es sollte eine folgenreiche Suche werden. Vor 33 Jahren forschte Karl-Heinz Schröder nach seinen Wurzeln. Die Spur seiner Familie verlor sich bereits 1734. Also begann Schröder die Linien seiner Frau zu erkunden. Der Berufsfeuerwehrmann schlug in seiner Freizeit in unzähligen Kirchenbüchern nach und war erstaunt.

„Da viele Vorfahren aus verschiedenen Bauernlinien stammten, kam sehr schnell ein großer Personenkreis zusammen, der in vielen Nebenlinien bis 1525 zurückreicht“, erzählt Karl-Heinz Schröder. Der Urgroßvater seiner Frau stammte aus Lüdersdorf. Schröder forschte weiter. Seit 19 Jahren erfasst er auf seinem Computer Familien-Daten des ehemaligen Fürstentums Ratzeburg, dessen Hauptstadt lange Zeit Schönberg war. Nun erreichen die aufwändigen Forschungen ihren Höhepunkt. Karl-Heinz Schröder, mittlerweile 57 Jahre alt, gibt zwei Bücher mit insgesamt 500 Seiten heraus: Teil eins und Teil zwei des Werkes „Die Höfe und Büdnereien im Kirchspiel Herrnburg“. Zum Kirchspiel gehörten neben Herrnburg die Orte Duvennest, Lenschow, Lüdersdorf, Palingen, Wahrsow, Klein Mist und Groß Mist sowie westlich der Wakenitz Brandenbaum und Absalonshorst.

   „Es sind circa 20 000 Personen aus den Kirchbüchern erfasst“, sagt Karl-Heinz Schröder über seine Chronik. Er hat sie in seiner Freizeit erarbeitet.

   Die ehrenamtliche Arbeit an den Büchern war nicht einfach. „Zu DDR-Zeiten sind leider viele Unterlagen vernichtet worden“, bedauert Schröder. Er sei aber in allen Ämtern und in der Kirche großzügig unterstützt worden.

   Band eins über Herrnburg werde Mitte Februar erscheinen. „Der zweite Teil mit den übrigen Dörfern ist im Großen und Ganzen auch fertig“, sagt der Familienforscher. „Ich hoffe noch auf alte Fotos und Urkunden“, verrät er. Was ihm geliehen wird, gebe er zurück. Besonders würde er sich auf Hinweise und Unterlagen freuen, die die ehemalige Gärtnerei Buck in Herrnburg, heute Forstweg 46, betreffen.

   Der Familienforscher fand auch heraus, dass die Hauptstraße 43 in Herrnburg in früheren Zeiten eine Gendarmerie war. „Die Bewohner wussten nichts davon“. Zu jedem Haus habe er ein Foto. Zudem würden seine Bücher neben den Informationen zu den jeweiligen Bewohnern bis 1945 auch kurze Chroniken zu dem Ort und ein Namensregister enthalten.

   „Gerade die Älteren sagen: Toll, dass es jemand macht“, freut sich der Familienforscher. „Aber auch viele Jüngere sind sehr interessiert. Ich sehe es am Internet.“ Auf seine Seiten wurde viele tausend Male zugegriffen.

   Über seine Beweggründe sagt Schröder: „Ich versuche, Wissen über die Zeit zu retten. Sonst gerät vieles in Vergessenheit.“ Es gebe bis jetzt keine Chronik über das Kirchspiel Herrnburg.

   „Die Bücher will ich so günstig wie möglich machen“, sagt er. Viele Menschen sollten etwas von seinen Forschungen haben. Interessenten könnten sich schon jetzt per E-Mail an ihn wenden.