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Deutsche Genealogie: Donauschwaben im Banat, einschließlich Arader Land

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Verzeichnis:


Geographie

Das Banat (ungarisch Bánát) gehört heute zu West-Rumänien, Nord-Jugoslawien (östlicher Teil der zu Serbien gehörenden Wojwodina) und Südost-Ungarn. Es umfasst 30.000 km mit folgenden Grenzen:

Grenzen:

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Geschichte

Wie Herodot, der Vater der Geschichte berichtete, lebten in der Gegend des heutigen Banat gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. die Agathyrsen, zu denen die Illyrer und die Thraker mit dem Unterstamm der Daker gehörten. Um 400 v. Chr. drangen die Kelten auch in das Banat vor, und bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. kamen die Römer. Diese machten nach 107 n. Chr. aus Dakien eine römische Provinz. So soll Temeschburg aus einem befestigten römischen Militärlager hervorgegangen sein, das Kaiser Trajan 106 n.Chr. erbauen ließ. Unter Marc Aurel (270-275) ging diese Gegend für Rom verloren, und Jazygen, Wandalen, Heruler, Gepiden und Ostgoten ergriffen nacheinander Besitz davon. Im ausgehenden 4. Jahrhundert wurde das Banat zum Schauplatz einer der schwersten Hunneninvasionen. Nach dem Untergang der Hunnen herrschten im Banat die germanischen Gepiden, die ihrerseits im 7. und 8. Jahrhundert durch die Awaren und deren slawische Hilfsvölker verdrängt wurden. Als Karl der Grosse das Awarenreich vernichtete, gelangten die Bulgaren im Banat an die Macht. Bereits Ende des 9. Jahrhunderts drangen die aus dem Osten kommenden Madjaren ins Banat ein und blieben bis zur Eroberung durch die Türken 1552 dessen Herren.

Im Mittelalter gab es kein Gebiet namens Banat. Nach Ansicht des Slawisten Schaffarik war der Titel Ban awarischen Ursprungs und zuerst bei den Kroaten üblich, von wo aus er zu den anderen Slawen überging. Die Bezeichnung Ban bedeutet soviel wie Fürst, Herzog oder Markgraf, wobei es bei den Ungarn viele Banate, d. h. Markgrafschaften gab. In der Türkenzeit regierten Verwalter in bestimmten Gebieten im Namen des Fürsten; der letzte von diesen, der noch 1642 lebte, hiess Paul Nagy, hatte seinen Sitz in Karansebes und trug den Titel Ban. Von hier soll sich der Name auf das ganze Gebiet bis zur Theiss und Marosch ausgedehnt haben. Nach der Vertreibung der Türken durch Prinz Eugen von Savoyen wurde das Gebiet 1716 zum kaiserlichen Kronland erklärt und bekam den amtlichen Namen Temescher Banat, später kurz Banat genannt; Sitz der Verwaltung und Zentrum wurde Temeschburg.

Während der Türkenherrschaft war das Gebiet in weiten Teilen entvölkert und bestand weitgehend aus Sumpfland. Claudius Florimund Graf Mercy wurde 1720 zum Gouverneur ernannt und nahm sich als erster der Kultivierung und wirtschaftlichen Eingliederung des Banats in die österreichische Monarchie an. Zwischen 1722 und 1787 kamen in mehreren Einwanderungswellen hauptsächlich im Rahmen der drei sogenannten Schwabenzüge unter Karl VI., Maria Theresia und Josef II. aus den habsburgischen Ländern und anderen süd- und südwestdeutschen Reichsteilen Siedler zur Wiederbevölkerung des neugewonnenen Gebiets. Obwohl nur wenige echte Schwaben darunter waren, wurde zunächst diese in den Urkunden und bei den Nachbarn gebräuchliche Bezeichnung für die Kolonisten übernommen (Banater Schwaben). Während die ersten beiden Schwabenzüge ausschließlich Katholiken ins Land brachten, führte das Toleranzedikt Josefs II. auch zur Ansiedlung von Protestanten.

Die Ansiedler erhielten zahlreiche Vergünstigungen, wobei Planmässigkeit und Ausführung erstaunlich sind. Nach der Werbung bekamen die Kolonisten Reisegeld und nach der Ankunft Lebensmittel, ein Haus, Land, Saatgut, Werkzeuge und Vieh. Die Dorfanlagen und Flurverteilung wurden gründlich vorbereitet. Die Kolonisten waren von der Leibeigenschaft und in den ersten Jahren von der Steuer befreit. Dies alles bildete Anreize zur Einwanderung in ein unwirtliches Grenzland, heimgesucht von Kriegen und Krankheiten. Nicht umsonst wurde der Spruch geprägt: Den Ersten der Tod, den Zweiten die Not, den Dritten das Brot! Um es in einen weltgeschichtlichen Rahmen einzuordnen, sei erwähnt, daß das Banat zur Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges Grenzland war. Im Türkenkrieg 1737-1739 mußten viele Kolonisten ihr Leben lassen oder gerieten in türkische Sklaverei.

Neben der Ansiedlung der Donauschwaben sicherte sich Österreich vor allem mit serbischen Zuwanderern durch die bis 1867 bestehende Militärgrenze gegen die Türken ab. Als indirekte Folge des Siebenjährigen Krieges kam das Banat 1779 zu Ungarn und wurde zwischen 1848 und 1860 zusammen mit der Batschka direkt der ungarischen Krone unterstellt. Zwischen 1860 und 1920 bildete das Banat formell einen Teil Ungarns.

Nach dem Vertrag von Trianon 1920 wurde das Banat und damit dieses relativ geschlossene deutsche Siedlungsgebiet in drei Teile zerrissen. Der größere östliche Teil kam zu Rumänien, der westliche zu Jugoslawien und ein sehr kleiner nördlicher zu Ungarn. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebten im Ostbanat 300.000 Deutsche, im Westbanat 130.000 und im Nordbanat 10.000. Nach der Kapitulation Jugoslawiens gehörte das Westbanat 1941-1944/45 zum Gebiet des Militärbefehlshabers Serbien und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in den neuen kommunistischen Staat Jugoslawien einverleibt. Genozid, Flucht und Vertreibung führten zu einem nahezu vollständigen Verschwinden der Donauschwaben aus dem Westbanat, während sich im Ost- und Nordbanat Bevölkerungsreste erhalten haben.

Tracking Romania's Heterogenous German Minority from its Origin to the Diaspora (Auf den Spuren der heterogenen deutschen Minderheit Rumäniens von ihren Anfängen bis zur Zerstreuung) von Jacob Steigerwald beinhaltet eine Übersicht über elf identifizierbare ethnischen Gruppen in Rumänien, von denen nur vier das Banat betreffen:

  1. Die sogenannten Schwaben, die aus den verschiedenen Gebieten des deutschen Reiches nach dessen Befreiung 1716 ins Banat strebten
  2. Nachkommen von Bauern- und Weberfamilien des Böhmerwaldes, die sich in der Gegend um den Berg Semenik niederließen
  3. Nachkommen steirischer Bergleute in der Gegend um Resita
  4. Nachkommen deutscher Verwaltungs- und Militärangehörigen in Temeschburg, die sich mit der (donau)schwäbischen Bevölkerung des Umlandes stark mischten.
Das Wiener Kriegsministerium hatte zwischen den Jahren 1866-1869 mit den planmässig angelegten Siedlungen in den "Grenzkolonien" des Deutsch-Banater Militärgrenzbezirks angefangen. (Siehe: Erik Roth Die planmässig angelegten Siedlungen im Deutsch-Banater Militärgrenzbezirk 1765-1821). Als Teil dieses Unternehmens wurden acht neue Sumpfsiedlungen angelegt; unter ihnen Giselahain, Elisenheim, Rudolfsgnad, Albrechtsflor, Marienfeld und Königsdorf. Im Oktober 1868 wurde Königsdorf mit 200 deutschen Familien aus Stefansfeld angesiedelt. Ein riesen Dyke wurde erbaut, um Überschwemmungen vorzubeugen. Im Jahr 1869 arbeiteten neben den einheimischen Bewohnern über 2000 Arbeiter aus Ungarn und Bayern daran. Trotz all den Bemühungen, wurden die umliegenden Ortschaften wiederholt überschwemmt. Nach einer katastrophischen Überschwemmung wurde Königsdorf an der Temes in 1880 aufgegeben und die Siedler kehrten zu ihrem Ursprungsdorf Stefansfeld wieder zurück. (Diejenigen, die Stefansfelders folgen und Lücken in den Data finden, sollten daran denken, daß die Personen die sie suchen, in Königsdorf zu jener Zeit gewesen sein könnten. Andere Sumpfsiedlungen wurden den besser gedeihenden Ortschaften angegliedert. Wenn man solche Emigrationsbewegungen beachtet, ist es viel leichter, den Banater zu folgen.)

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Genealogische und Historische Gesellschaften

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Ortslexika und Karten

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Bibliographie

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Archive und Bibliotheken

Archive

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Liste der Mikrofilme

Eine große Zahl von Kirchenbüchern und anderen Originalquellen banater Orte wurden mikroverfilmt und von der Familiengeschichtlichen Bibliothek der Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) erworben. Für mehr Informationen darüber siehe: Donauschwaben Village List

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Andere Internet-Ressourcen

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