SIEBENBÜRGER SACHSEN / TRANSYLVANIA SAXONS1876 bestand Siebenbürgen aus Kreise 49 bis 63 (mit Wappen) ; diese 159kb Landkarte zeigt die Kreise im Jahr 1920.
Heutige Siedlungsgebiete:
Infolge der Neugliederung von 1974 besteht Siebenbürgen nun
aus 9 Kreisen (judete): Alba, Brasov, Bistrita-Nasaud, Cluj, Covasna,
Harghita, Hunedoara, Mures, und Sibiu, sowie der halbe Kreis Salaj und
der Bezirk Laposch im Kreis Marmarosch. Es gibt 68 Städte, 548 Gemeinden
und 3048 Dörfer. In 1979 hatte Siebenbürgen an die 4 Millionen
Einwohner.
Siedlungszentren (rumänisch/ungarisch; Einwohnerzahl in 1992 ) sind Hermannstadt (Sibiu/Nagyszeben; 169,700) und Kronstadt (Brasov/Brassó; 323,825), sowie Bistritz (Bistrita/Beszterce; 87,783), Karlsburg (auch bekannt als Weißenburg; Alba Julia/Gyulafehérvár; 71,254), Klausenburg (Cluj/Kolozsvár; 328,000), Mediasch (Medias/Medgyes; 64,488), Mühlbach (Sebes/Szaszsebes; 29,713), und Schäßburg (Sighisoara/Segesvár; 35,940).
Die Transylvania Saxon Village list enthält weitere Infos zu den siebenbürgisch-sächsischen Orte.
Rumänien hat seit dem 1. Mai 2003 neue Postleitzahlen .
Einen röm.-kath. Sitz gab es in Karlsburg und einen griech.-orthodoxen Patriarchen in Hermannstadt, sowie einen Erzbischof in Klausenburg und Bischöfe in Arad und Caransebes.
- Von den römischen zu den magyarischen Eroberern -
Nach drei dakischen Kriegen wurde neben Muntenien, dem Banat und Oltenien
Siebenbürgen unter Kaiser Trajan im Jahre 107 n. Chr. von den Römern
unterworfen und als Dacia Trajana dem Römischen Reich einverleibt. Später
nach einer Umstrukturierung gehörte Siebenbürgen teils zur Provincia
Porolissensis (Nordteil) und teils zur Provincia Dacia Apulensis (übriges
Siebenbürgen). Bereits nach etwa 150 Jahren räumten die Römer im Jahre
274 n. Chr. das Land, das nacheinander von den Ostgoten, Hunnen, Gepiden,
Petschenegen, Awaren und Slawen beeinflußt oder eingenommen wurde. Im
9. Jahrhundert lag Siebenbürgen im Zentrum des Großbulgarischen Reiches.
Kurz vor Ende des 9. Jahrhunderts tauchten die Magyaren in der Region
auf, über die sie nach dem Sieg Stephans I. des Heiligen über Fürst Gyula
im Jahr 1003 endgültig die Kontrolle erlangten.
- Deutsche Besiedelung Siebenbürgens vom 12. bis 14. Jh. -
Die deutsche
Ostkolonisation
der Karolingerzeit wurde im Südosten durch die Magyareneinfälle unterbrochen
und just in Ungarn, zu dem nun auch Siebenbürgen gehörte, bald wieder
fortgesetzt. Der ungarische König Geisa II. (1. Ansiedlungswelle) rief
Mitte des 12. Jahrhunderts Deutsche aus Flandern und Luxemburg, sowie
vom Mittel- (Moselfranken) (siehe auch
Lothringen
) und
Niederrhein
(Niedersachsen) zur Ansiedlung in die menschenleeren südlichen Landesteile
Siebenbürgens. 1211 verlieh König Andreas II. (2. Ansiedlungswelle)
dem Deutschen Ritterorden das ebenfalls menschenleere Burzenland, das
mit Deutschen besiedelt wurde. Den Kolonisten waren Selbstverwaltung,
ihr eigenes deutsches Recht und freies Grundeigentum zugesagt. Die Rechtspflege
des Hermannstädter Gaues umfaßte außer Hermannstadt sieben weitere
Gerichtsstätten, von denen der Name
Siebenbürgen
abgeleitet ist. Der Name Transylvanien stammt aus dem Lateinischen
und bezeichnet "das Land jenseits des ausgedehnten Waldgebietes" (von
Pannonien aus gesehen). 1206 wurden in einer Urkunde die deutschen Siedler
erstmals als "Saxones" bezeichnet. Der Begriff setzte sich in der ungarischen
Kanzleisprache in der Folge durch; er ist synonym mit einem Rechtsstatus
und nicht unbedingt ein Herkunftsname. Nach den Mongoleneinfällen unter
Khan Kadan von 1241 und 1242 zog der ungarische König Bela IV. erneut
(3. Ansiedlungswelle) Deutsche ins Land, um die verwüsteten Landesteile
wiederzubevölkern. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist die Ansiedlung
westlicher Siedlergruppen in Siebenbürgen weitgehend abgeschlossen,
wiewohl auch danach bis weit ins 14. Jahrhundert hinein ungarische Adelige
und sächsische Grafen Siedler auf ihre Besitzungen riefen (Binnenwanderung,
4. Ansiedlungswelle).
- Politische und religiöse Einheit der Siebenbürger Sachsen -
Früh schon formierte sich ein politischer Zusammenschluß der einzelnen
"sächsischen" Siedlungsinseln Siebenbürgens. Der Hermannstädter Provinz
gliederte sich das Burzenland an, weiterhin das Land in der Mitte um
Schäßburg und das Nösnerland mit Bistritz. Schließlich bestätigte König
Matthias im Jahre 1486 den Freibrief des Königs Andreas II. aus dem Jahre
1224. 1542/43 fand die Lehre Luthers zuerst in Kronstadt und dann in
anderen Städten nach und nach Eingang und bereits 1572 gehörten alle
?Sachsen" der Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses an.
- Zwischen Osmanen und Habsburgern -
Anfang des 15. Jahrhunderts machten die Türken ihre ersten Einfälle
in Siebenbürgen. Als nach dem Tode Ludwigs II. in der Schlacht bei Mohacs
1526 die ungarische Königskrone auf den Habsburger Ferdinand I. überging,
rief Johann Zapolya den Beistand des türkischen Sultans Soliman (Erster
Türkenkrieg) an und eroberte 1530 Siebenbürgen. Für rund 150 Jahre wurde
es damit faktisch unabhängig, aber den Türken tributpflichtig. Seine
Fürsten, z. B. die Bathorys (1570-1630), István Bocskay (1605-1606),
Gábor Bethlen (1613-1629) und György Rákóczi I. (1630-1648), lavierten
geschickt zwischen den Osmanen und den Habsburgern.
In Siebenbürgen bestanden Gymnasien (Unterrichtssprache deutsch, bzw. lateinisch) schon seit Ende des Mittelalters: in Bistritz, Kronstadt (das Honterus Gymnasium, 1540), Mediasch (Stefan Ludwig Roth Gymnasium, 1912), Hermannstadt (Brukenthal; eine Schule gab es in 1380) und in Schäßburg (Bischof Teutsch Gymnasium; die "Bergschule" existiert seit mindestens 1522). Laut einer Volkszählung der Jesuiten in 1658 hatte Siebenbürgen (das Banat und ein Teil der ungarischen Tiefebene ausgeschlossen) ungefähr 860.000 Einwohner wovon ca. 80.000 deutsch sprachen.
- Zwischen Ungarn und Rumänien -
Herzog Karl V. von Lothringen besetzte 1687 im Vierten Türkenkrieg
Siebenbürgen, verzichtete aber auf die Herrschaft. Kaiser Leopold I. erkannte
1696 die von den Türken eingesetzten Apalfys als Fürsten an. Im Frieden
von Karlowitz 1699 traten die Türken Siebenbürgen offiziell an Habsburg
ab, das nun Ungarn angegliedert wurde. Als östlichster Teil der Verteidigungslinie
gegen die Türken wurde im Süden und im Osten die sogenannte Siebenbürger
Militärgrenze errichtet, die bis 1851 bestand. 1765 wurde Siebenbürgen
durch Kaiserin Maria Theresia zum Großfürstentum erhoben und unter Kaiser
Josef II. 1790 mit Ungarn vereinigt. 1849 wurde es eigenes
Kronland Österreichs
, aber bereits 1867 Ungarn eingegliedert. Nach dem Ersten Weltkrieg
kam es gemäß dem Vertrag von Trianon zu Rumänien. Im Zweiten Weltkrieg
wurde es von Ungarn besetzt und danach wieder an Rumänien zurückgegeben.
Am 7/8. September 1944 wurde wegen der schnell sich nähernden sowjetischen Armee die Evakuierung von 52 siebenbürgischen Gemeinschaften, zuerst die um Schäßburg, dann die um Sächsisch Regen, angeordnet und von General Artur Phleps durchgeführt. Bis zum 20. September 1944 hatten sich auch die Sachsen von Klausenburg und die Gemeinschaften des Nösnerlands dem 8-10 Wochen dauernden, über 1000 Kilometer langen Weg nach Westen durch Ungarn in die Tschechoslowakei, Österreich und Deutschland angeschlossen. Von den ungefähr 35.000 Sachsen aus dem Bereich Bistritz-Sächsisch Regen sind 22.000 zu Fuß, 10.000 mit dem Zug und der Rest in LKWs gereist. Von denen die sich am Ende des Krieges in russisch-besetzten Zonen in Deutschland oder in Österreich befanden und gezwungen wurden nach Siebenbürgen zurückzukehren, sind ca. 8.000 diesem Befehl gefolgt.
Währenddessen wurden im Januar 1945 ungefähr 26.000 Sachsen (von insgesamt 70.000 bis 100.000 rumänien-deutschen Frauen im Alter von 18 bis 30, und Männer im Alter von 17 und 45) in russische Arbeitslager verschleppt (hauptsächlich ins Donez Becken um Stalino und Woroschilowgrad, 800 Kilometer südlich von Moskau), wo 15% starben. Die letzten Überlebenden kehrten erst 1951 nach Siebenbürgen zurück.
Kurze Chronik ist eine Zeittafel der Geschichte Siebenbürgens. Eine längere Beschreibung (118kb) wurde von Konrad Gündisch geschrieben.
In Sage und Märchen ist Siebenbürgen bekannt als das Land Dracula's (von Dieter Schlesak) und des Rattenfängers von Hameln .
Hungary,
Erdely - taxation ; Romania, Transilvania - taxation
; oder Austria, Siebenbuergen - taxation. Wegen des
häufigen Vorkommens desselben Namens für zwei verschiedene Orte sollte
der ungarische Name und das Komitat bekannt sein. Die
Transylvania Saxon Village list
enthält genaue Daten, bzw. Mikrofilm-Nummern aber nur zu den siebenbürgisch-
sächsischen Orte. Weiteres unter:
Description and genealogy resources of the Austro-Hungarian Empire
(vorerst nur in englisch)