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Kanton Zürich (ZH)

FLAG
Geschichte

Inhaltsverzeichnis

Von den Stadtheiligen bis zur Reformation
Von den Kappeler- zu den Villmergerkriegen (1531-1712)
Das 18. Jahrhundert: kulturelle Blüte
Das 19. Jahrhundert: vom Zusammenbruch des alten Stadtstaates zum demokratischen Kanton
Das 20. Jahrhundert

Von den Stadtheiligen bis zur Reformation

Zürich zählte seit dem Frühmittelalter zu den fränkisch-königlichen Pfalzen. Die Gunst und die Vergabungen bedeutender Herrscher liessen im 8./9. Jh. ein Gemeinwesen entstehen. Auf etwa 820 geht die erste Güterbeschreibung des Grossmünsters zurück. Über andere Kantonsteile liegen noch ältere Dokumente vor. In einer St. Galler Urkunde von 744 ist erstmals die Rede vom Zürichgau als Teil des Thurgaus.

Zürich entwickelte sich zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert zu einem Zentrum Südschwabens, wo König und Kaiser Reichstag abhielten und wo deren Reichsvögte, die Lenzburger und die Zähringer Recht sprachen.

Mit dem Aussterben der Zäringer 1218 wurden die Stadt und deren Stifte reichsfrei. In der Folge gewannen Adel und reiche Kaufleute an Macht. Mit dem Umsturz von Rudolf Brun und der (bis 1798 währenden) Zunftordnung von 1336 gelangten die Handwerkerzünfte neben dem Patriziat an die Macht. 1351 Bund mit den Waldstätten. Damals (1450) verfügte die Stadt schon weitgehend über das nachmalig Kantonsgebiet, erworben unter anderem mittels Pfandübernahme vom Hause Habsburg. 1467 erwarb Zürich das ehemals reichsfreie Winterthur, das sein Tradition ebenfalls bis zur Römerzeit zurückführen kann. Führungsrolle in den oberitalienischen Kriegen und im Schwabenkrieg verschafften der Stadt (zus. mit Bern und Luzern) eine Vorortstellung in der Eidgenossenschaft. Es war die grosse Zeit eines Heinrich Waldmann, der zum reichsten Eidgenossen aufstieg und 1489 hingerichtet wurde. Das kleine ständisch ausgerichtete Staatswesen mit rund 30'000 Einwohnern wurde vom 24köpfigen Rat regiert, an dessen Spitze sich zwei Bürgermeister halbjährlich abwechselten.

Zwinglis eigenständige Reformation (1519-25) brachte einen entscheidenden Eingriff ins religiöse, gesellschaftliche und staatliche Leben: Zwingli setzte das Verbot fremder Kriegsdienste und Pensionen für Zürich ein.

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Von den Kappeler- zu den Villmergerkriegen (1531-1712)

Zwinglis Tod im 2. Kappelerkrieg setzte Zürichs Expansionsdrang ein Ende, die kirchliche Reformation aber überlebte, sie prägte auch Zürichs Geist in puritanischen Schriften, den Sittenmandaten. Zwinglis Nachfolger Heinrich Bullinger setzte das Reformationswerk weiter. Ein nach aussen offenes ZHürich gab Hunderten von reformierten Glaubensflüchtlingen Gastrecht (unter andern den Reformierten von Locarno). Die Hungerzeit der 1570er Jahre brachte die Regierung dazu, im Verlag betriebene Textilindustrie ins Land zu holen, was die unternehmerischen Tessiner nutzten, um hier Seidenhandel und -Industrie aufzubauen. Das soziale und politische Gefüge beschränkte sich auf die aus der Zeit des Ancien régime bekannten Formen: àmter und Macht (Stadtverwaltung und Landvogteien) lagen in den Händen einer weniger Familien; Handel und handwerkliche Produktion blieben das Vorrecht der Stadtbürger. Entsprechend der Entwicklung der Bevölkerung vermochte der im extensiven Dreizelgensystem genutzte Boden nicht immer alle Einwohner zu ernähren: Auswanderung war eine Lösung, der Solddienst eine andere. 1642-78 errichtete die Stadt ausserhalb der mittelalterlichen Mauern einen gigantischen Befestigungsring (Schanzen), der das Stadtbild bis über 1833 prägen sollte.

Grosse Pestzüge (1611/12, 1628/29, 1635/36) dezimierten die Bevölkerung von Stadt und Land zum Teil um mehr als die Hälfte, führten aber dennoch nicht zu einer nachhaltigen Krise der Bevölkerungsentwicklung. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war das Staatswesen mit 100'000 bis 120'000 Einwohnern schon fast überbevölkert. Besonders die Hungersnot und die Teuerung der Jahre ab 1692 wirkten verheerend.

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Das 18. Jahrhundert: kulturelle Blüte

Agrarrevolution: Fruchtwechsel statt Brache, Futterbau, Düngung, Kartoffelanbau. Neben dem Landbau brachte nach wie vor die textile Heimarbeit (Verlagssystem) Brot. Von den gegen 180'000 Einwohnern schrieben sich 1787 rund 50'000 als Weber und Spinner von Baumwolle und Seide ein; noch immer standen zahlreiche Zürcher Bürger in französischen oder holländischen Kriegsdiensten.

Der eigentliche Aufbruch spielte sich auf kultureller Ebene ab. J.J. Bodmer und J.J. Breitinger führten Zürich ab 1740 zur literarisch-geistigen Führung im deutschsprachigen Raum. Johann Heinrich Pestalozzi begründete eine neue Erziehungslehre, sowie der Pfarrer, Dichter, Philosoph und Physiognomiker Johann Konrad Lavater liessen Zürichs europäischen Ruf andauern.

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Das 19. Jahrhundert: vom Zusammenbruch des alten Stadtstaates zum demokratischen Kanton

Das verengte Regiment des 18. Jh. kapitulierte angesichts der die Schweiz überflutenden französischen Truppen (März 1798) und verkündete Gleichheit für Stadt und Land. Die Schweiz der Helvetik war aber Frankreich ausgeliefert, und auch Zürich litt an den Folgen des europäischen Krieges. Nach den Besetzungen und Kriegen übernahmen 1803 Konservative die Führung, was zum Aufstand der Bevölkerung im Bockenkrieg führte. Das Jahr 1831 brachte eine liberale Verfassung mit Volkssouveränität innerhalb einer repräsentativen Demokratie, Gleichberechtigung, Presse- und Gewerbefreiheit. Der Ausbau des Strassennetzes und ein modernes Schulwesen (Universität 1833 gegründet) zählten zu den Leistungen der liberalen Ära. Parallel zur politischen Umgestaltung und in gegenseitiger Beeinflussung vollzog sich auch im Kanton Zürich die industrielle Revolution: Die Arbeit wurde mechanisiert, Fabriken verdrängten mit der Zeit die Heimindustrie. Mit der Textil- entstand die Maschinenindustrie. Die Bevölkerungszahl stieg bis 1850 auf 250'000, bis 1900 auf 430'000. In der zweiten liberalen Ära (1844-68) entwickelte sich Zürich unter A. Escher zum Wirtschaftszentrum der Schweiz; neue Industrien, Banken, Versicherungen und der Bau der Eisenbahnen brachten Arbeit und Einkommen - und eine neue Landflucht. 1868/69 kam es zum Umschwung mit der noch heute gültigen Kantonsverfassung, die erstmals direkte Demokratie mit sozialen Elementen brachte.

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Das 20. Jahrhundert

1916 Einführung des Verhätniswahlrecht. Mit den Eingemeindungen (1893 und 1934 11 und 8 Gemeinden rund um Zürich; 1922 5 Gemeinden rund um Winterthur) wuchsen die Städte Zürich und Winterthur bis in die 1960er Jahre zu Überzentren heran; seither verlagerte sich das Schwergewicht in die Agglomerationsgürtel.

Durch seine wirtschaftliche Entwicklung, sein demographisches und politisches Gewicht ist der Kanton Zürich im Laufe eines Jahrhunderts zum einem Brennpunkt schweizerischen Geschehens mit starker internationaler Verflechtung geworden.

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Gekürzt nach Schweizer Lexikon, Verlag Schweizer Lexikon, Horw 1998


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